1943 bis 1945 – Mutter und Kind

Zwischen Dezember 1942 und Oktober 1943 wurde das erste Flakturmpaar in Wien erbaut. Diese Bauwerke dienten nicht nur dem aktiven Luftschutz durch Fliegerabwehrkanonen (Flak), sondern auch dem passiven Luftschutz in Form von Luftschutzräumen für die Bevölkerung. Tausende Menschen drängten sich an dem für sie vorgesehenen Eingang, während ein anderer Zugang Wehrmachtsoldaten in Uniform vorbehalten war.

Die oberen Stockwerke waren für das Militär, das Lager für die Flak-Munition und die Berechnungen der Flak-Ausrichtung reserviert. In diesen technischen Räumen wurden die Messergebnisse analysiert und an den Geschützturm weitergegeben, wo auf diesen Ergebnissen aufbauend die Geschütze gegen die anfliegenden Bomberverbände gerichtet wurden. Das zweite bis fünfte Geschoß hingegen diente der Bevölkerung als Schutzraum.

Wegweiser in einem Flakturm für Mutter und Kind
Dieser Wegweiser wies Müttern mit Kindern den Weg zu den Luftschutzräumen, die für sie vorgesehen waren.

Um auch bei Lichtausfall die Orientierung zu ermöglichen, wurden die Wegweiser mit phosphoreszierender Farbe aufgetragen. Diese leuchteten lange Zeit nach und bestimmten gegebenenfalls die Gemütslage unter den Schutzsuchenden. Draußen dröhnten die Bomber und drinnen warteten Menschen stundenlang auf Entwarnung – zusammengepfercht in stickigen Gängen und Räumen, die völlig überbelegt waren, getaucht in das grün-fahle Licht des phosphoreszierenden Leitsystems.

Mehr zu den Jahren von 1939 bis Kriegsende: http://www.worteimdunkel.at/?page_id=1343

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