1945 bis 1954 – Ostfront am Donaukanal – die letzten Tage der Adlergasse

Zwischen 6. und 13. April 1945 zog sich die Hauptkampflinie des östlichen Kriegsschauplatzes wie eine Schlinge, die sich über die Zwischenstationen Gürtel, Ring, Donaukanal und Donau über den Bisamberg zuzog, durch Wien. Das große „Glück“ für die Stadt lag in ihrer Bestimmung zum Verteidigungsbereich und nicht zur Festung1, sodass ihr das Schicksal des großflächig zerstörten Budapest erspart blieb. Festungen hatten die Aufgabe zu erfüllen, auch eingekesselt im Belagerungszustand gegen eine militärische Übermacht Widerstand zu leisten, um die gegnerischen Truppen zu binden und am Weitermarsch zu hindern. Verteidigungsbereichen wurden zwar die gleichen Aufgaben übertragen, allerdings war man sich ihrer schwächeren Defensivstärke bewusst, sodass sie militärisch keinesfalls so lange gehalten werden konnten wie Festungen.

Doch wo auch immer der Krieg durchzieht, hinterlässt er seine Spuren und Narben. Abgesehen von den Schäden, die bereits die Bombenangriffe seit 1944 in Wien angerichtet hatten, entstanden auch im Zuge der Bodenkämpfe immense Zerstörungen. Dieser Artikel beschäftigt sich mit den Geschehnissen rund um die Adlergasse, die gemeinsam mit der Kohlmessergasse den letzten Straßenzug der Innenstadt parallel vor dem Donaukanal bildete. Der größte Teil der geschilderten Ereignisse betraf im gleichen Maße die Kohlmessergasse.


Inhalt


Die Adlergasse


Bild: Ausschnitt aus dem Generalstadtplan von 1912 – grün eingefärbt ist das ehemalige Haus Adlergasse 6.

Generalstadtplan 1912, grün eingefärbt ist das ehemalige Haus Adlergasse 6 Quelle: https://www.wien.gv.at/kulturportal/public/
Quelle: https://www.wien.gv.at/kulturportal/public/

Die Adlergasse wurde 1797 nach dem Gasthaus zum gelben oder goldenen Adler benannt, das sich etwas rückwärtig an der Adresse Hafnersteig 6 befand. Die Gasse selbst existierte schon im Mittelalter und trug ab 1770 den Namen „Hinter Sankt Laurenz“ – ein Gebietsname, der zusätzlich den Hafnersteig und die Griechengasse umfasste.2 In den letzten Jahren ihres Daseins verlief die Adlergasse parallel zum Franz-Josefs-Kai von der Rotenturmstraße bis zum Schwedenplatz (bis 1919 Kaiser-Ferdinands-Platz), während die Kohlmessergasse von der Rotenturmstraße bis zum Morzinplatz reichte. Die nördliche Seite der Adlergasse wurde dabei von einer aus fünf Häusern bestehenden Zeile gebildet, deren vordere Fassade am Franz-Josefs-Kai lag.


Ansichten der Häuserzeile am Franz-Josefs-Kai, hinter der die Adlergasse verlief


Bild: Blick über den Donaukanal zum Franz-Josefs-Kai. In der Mitte ist die Häuserzeile zu sehen. Links davon erhascht man einen kurzen Blick in die Adlergasse. Die im Bild erkennbaren Häuser bildeten im April 1945 den Teil der Ostfront, der von der Roten Armee besetzt war:

In der Mitte der Ansichtskarte ist die Häuserzeile am Franz-Josefs-Kai zu sehen, die mit der dahinterliegenden die Adlergasse bildete.
Bildquelle: C. Ledermann jun. (auch: Karl Ledermann) (Hersteller), Donaukanal – Schwedenbrücke (vormals Ferdinandsbrücke), Ansichtskarte, 1907 (Gebrauch), Sammlung Wien Museum, CC0
(https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/427415/)

Bild: Blick über den Donaukanal zur Häuserzeile am Franz-Josefs-Kai, an deren Rückseite die Adlergasse verlief. Links im Bild ist der damals noch sehr kleine Schwedenplatz zu sehen, rechts mündet die Rotenturmstraße in den Kai:

Ansicht der Häuserzeile am Franz-Josefs-Kai, deren Rückseite mit den dahinterliegenden Häusern die Adlergasse bildete. Links im Bild begann der damals noch sehr kleine Schwedenplatz, rechts ist die Rotenturmstraße.
Bildquelle: C. Ledermann jun. (auch: Karl Ledermann) (Hersteller), Stadtbahn – Station Ferdinandsbrücke, Ansichtskarte, um 1900, Sammlung Wien Museum, CC0
(https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/787963/)

Bild: Blick über die Marienbrücke in die Rotenturmstraße. Hinter den Häusern links befand sich die Adlergasse, hinter jenen rechts die Kohlmessergasse:

Blick über die Marienbrücke in die Rotenturmstraße.
Bildquelle: Paul Ledermann (Hersteller), Donaukanal – Marienbrücke, Blick gegen Rotenturmstraße, Ansichtskarte, 1910 (Herstellung), Sammlung Wien Museum, CC0
(https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/37531/)

Bild: Ganz links wurde hier die Adlergasse angeschnitten, in der linken unteren Ecke ist der Kaiser-Ferdinands-Platz zu sehen (ab 1919 Schwedenplatz). Unter dem Wort „Josefskai“ erkennt man das ehemalige Hotel Métropole, in dem sich nach dem „Anschluss“ die Staatspolizeileitstelle Wien der Gestapo befand.
Zwischen 10. und 12. April 1945 befand sich hier entlang des Donaukanals die Hauptkampflinie zwischen der Roten Armee und deutschen Einheiten. Die Rotarmisten besetzten die Häuserreihe am linken Ufer, während sich die SS gegenüber verschanzte:

Ganz links wurde hier die Adlergasse angeschnitten. Unter dem Wort „Josefskai“ ist das ehemalige Hotel Metropole zu sehen.
Bildquelle: Paul Ledermann (Hersteller), Stadtbahn – Station Ferdinandsbrücke, mit Donaukanal, Ansichtskarte, 1917 (Herstellung), Sammlung Wien Museum, CC0
(https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/787967/)

In einigen der folgenden Bilder habe ich das Haus Adlergasse 6 grün eingefärbt, weil sich die heutigen „Worte im Dunkel“, die mir bei einer Kellerbesichtigung auffielen, direkt auf diese Adresse beziehen. Das Gebäude steht heute noch als eines der wenigen dieser Gasse, die den Krieg überlebt haben.

Bild: Blick in die Adlergasse im Jahr 1942 – grün eingefärbt ist das Haus mit der Nummer 6. Die Häuserzeile rechts im Bild versank als Teil der Ostfront drei Jahre später in Schutt und Asche (siehe Bilder weiter unten):

ÖNB/Wien, Fred Hennings. Grün eingefärbt ist das Haus Adlergasse 6 zu sehen – Aufnahme aus 1942.
Bildquelle: ÖNB/Wien, Fotograf: Fred Hennings, https://onb.wg.picturemaxx.com/


Die Hauptkampflinie der Ostfront erreicht den Donaukanal


Als ich diese beiden Bilder von 1941 und 1925 sah, erschien es mir unglaublich, dass diese friedliche Szenerie im April 1945 Schauplatz eines erbittert geführten Kampfes gewesen sein soll. Tausende Soldaten starben – die einen, um die untergehende Fiktion eines tausendjährigen Deutschen Reichs zu verteidigen, die anderen, um dem Nationalsozialismus den Garaus zu bereiten und den Einflussbereich der Sowjetunion in Europa zu erweitern.

Bild: Am linken Ufer ist hier der Franz-Josefs-Kai zu sehen. Über die Mitte des Bildes zieht sich die Häuserzeile, an deren Rückseite die Adlergasse verlief:

Oberhalb der Bildmitte ist die Häuserzeile am Franz-Josefs-Kai zu sehen, deren Rückseite mit den dahinterliegenden Häusern die Adlergasse bildete.
Bildquelle: Paul Ledermann (Hersteller), Wien. Franz Josefs-Kai. Donaukanal., 1941 (Gebrauch), 1940 (Herstellung), Sammlung Wien Museum, CC0
(https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/37902/)

Bild: Blick aus der anderen Richtung über den Donaukanal. Links im Bild sind die Häuser an der Oberen Donaustraße im zweiten Bezirk zu sehen, rechts der mittleren und hinteren Brücke ist die Häuserzeile zu erkennen, hinter der sich die Adlergasse befand.
Die Häuser links waren von 10. bis 12. April 1945 von Einheiten der SS besetzt, der gegenüberliegende Franz-Josefs-Kai von der Roten Armee:

Rechts im Bild sind die Häuser an der Oberen Donaustraße im zweiten Bezirk zu sehen, rechts von der mittleren und hinteren Brücke ist die Häuserzeile zu erkennen, deren Rückseite mit den dahinterliegenden Häusern die Adlergasse bildete.
Bildquelle: Postkarten-Industrie AG, Wien (POSTIAG) (Hersteller), Donaukanal – Salztorbrücke, Ansichtskarte, um 1925, Sammlung Wien Museum, CC0
(https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/127746/)

Wie kam es nun zu den Kämpfen in Wien? Nachdem die Rote Armee im Februar 1945 Budapest unter schweren Verlusten auf beiden Seiten erobert hatte, war es für die Sowjetunion nur eine weitere blutig erstrittene Stadt auf ihrem Weg gen Westen. Das nächste Ziel stand bereits fest: Wien musste aus Sicht der Sowjetunion eingenommen werden, weil sie die letzte große Stadt auf dem Weg nach Süddeutschland war. Zu diesem Zeitpunkt wusste die militärische Führung der Roten Armee noch nicht, dass sie einige Wochen später zum Zeitpunkt der Kapitulation der Wehrmacht in Niederösterreich zum Stillstand kommen sollte.

Der Beginn der als „Wiener Operation“ bezeichneten militärischen Aktion erfolgte am 16. März, als die Rote Armee die deutschen Linien in Ungarn durchbrach und sich zügig dem Burgenland näherte, das sie am 29. März erreichte. Eine Woche später, am 6. April 1945 begann der Kampf auf Wiener Stadtgebiet, der wiederum eine Woche später, am 13. April von den Sowjettruppen als siegreich beendet erklärt wurde.

Die Rote Armee drang von verschiedenen Seiten in die Stadt ein. Einerseits rückten nördlich der Donau die Truppen der 2. Ukrainischen Front über Großenzersdorf näher, andererseits die 3. Ukrainische Front in einem kompletten Halbkreis südlich der Donau über Schwechat, Himberg, Achau, Mödling, Purkersdorf und Klosterneuburg. So waren die deutschen Einheiten von Beginn der Schlacht um Wien an in der Gefahr eingekesselt zu werden. Nur nördlich der Donau blieb ein Fluchtweg über den Bisamberg gen Nordwesten offen.

Von 6. bis 9. April tobten in den Straßen von Wien erbitterte blutige Kämpfe, denen auf Seiten beider Konfliktparteien tausende Soldaten, aber auch Zivilisten zum Opfer fielen. Am Abend des 9. April zogen sich sämtliche deutschen Einheiten, die sich noch südlich des Donaukanals aufhielten, befehlsgemäß auf das andere Ufer zurück. Grund für diesen Rückzug war die durch den weiteren Vormarsch der 2. Ukrainischen Front über den Osten und Nordosten der Stadt drohende Einkesselung der deutschen Truppen, der die Führung der deutschen Einheiten in Wien unbedingt entgehen wollte.


Die Kämpfe am Donaukanal im Bereich der Innenstadt


In der Nacht vom 9. auf den 10. April erhielten deutsche Pioniere den Befehl, alle Brücken über den Donaukanal zu sprengen. Als letzte – mit einer Ausnahme, dazu mehr weiter unten – wurde um 4 Uhr morgens die Aspernbrücke in die Luft gejagt. Eine halbe Stunde später begann die deutsche Artillerie gegen die heranrückende Rote Armee zu feuern, die sich zuvor noch darüber gefreut hatte, durch den Rückzug des Gegners einen Häuserkampf in der Innenstadt vermeiden zu können.

Die russischen Truppen, die sich vorsichtig durch die Innenstadt bis zum Donaukanal vorantasteten, bestanden aus dem V. Garde-Panzer-Korps, dem I. und dem IX. Garde-mech.-Korps sowie dem XXI. und dem XXXIX.Garde-Schützenkorps. In diesem Abschnitt der Front standen sie Einheiten der 3. SS-Panzer-Division gegenüber, die sich in den am Donaukanal gelegenen Häusern zwischen Stadionallee und Unterer Augartenstraße verschanzt hatten. Die 2. SS-Panzer-Division schloss nördlich, die 6. Panzer-Division der Wehrmacht südlich bzw. östlich davon an.

Im Abschnitt nördlich der Innenstadt befand sich die intakt gebliebene Augartenbrücke – die Ausnahme, die ich oben erwähnte. Trotz dieses militärischen Glücksfalls gelang es der Roten Armee hier infolge der heftigen deutschen Gegenwehr anfangs nicht, den Donaukanal zu überwinden. Nur auf Höhe des dritten Bezirks konnten russische Einheiten Brückenköpfe im zweiten Bezirk einrichten. Nördlich im Bereich der Forsthausgasse konnten die deutschen Truppen mit Mühe ein Vordringen der sowjetischen Trupps verhindern. Das bedeutete aber nicht, dass es im Abschnitt des Donaukanals an der Innenstadt ruhig war.

Während sich die sowjetischen Soldaten in den Häusern des Franz-Josefs-Kais und die deutschen in der Oberen Donaustraße permanent unter Feuer nahmen und die Zahl der Toten stündlich stieg, formulierte der für die Truppen in diesem Abschnitt zuständige Stabschef der Roten Armee den nächsten Befehl im nüchternen Ton einer Steuererklärung:

„1. Die beiden Korps haben in der Nacht auf den 11. April ihre Verbände auf den entscheidenden Sturm in das Zentrum der Stadt Wien [gemeint war der Bereich zwischen Donaukanal und Donau] vorzubereiten. Bis 06.00 Uhr am Morgen sind das notwendige Brückenübersetzgerät sowie die Artillerie des 5. Gardepanzerkorps nahe heranzuführen. Alles notwendige Gerät für ein Übersetzen auf das ostwärtige Ufer des Donaukanals ist heranzuführen und vorzubereiten.

2. Am 11. April um 06.00 Uhr hat der entschlossene Sturm auf den nordostwärtigen Teil von Wien zu beginnen. Der Donaukanal ist zu übersetzen und die Uferseiten sind unmittelbar anschließend zu säubern.
[…]“3

In der Nacht vom 10. auf den 11. April versuchte die Rote Armee mehrmals, den Kanal zu überwinden, wurde aber immer wieder durch starke deutsche Gegenwehr zurückgehalten, was hohe Verluste zur Folge hatte. Dennoch gelang es ihr in dieser Nacht, die unzerstörte Augartenbrücke zu sichern. Diese war zwar deutscherseits zur Sprengung vorbereitet worden – aufgrund eines technischen Fehlers oder eines Befehlsmissverständnisses stand sie jedoch unversehrt da.

„Die Aufklärungsgruppe des Pionierzuges, unter dem Kommando von Unteroffizier Rybin, konnte trotz des orkanartigen Feuers des Gegners bis zur Barrikade vorstoßen. Durch diese gedeckt, gelang es einen Durchgang durch den Drahtverhau zu schneiden. Sie krochen weiter vor und gelangten so unbemerkt bis zur Brücke. Hier konnten sie unter die Brücke gelangen.

Unter der Brücke entdeckten sie auf den Pfeilern zwei zur Sprengung vorbereitete und verkabelte Minen sowie weitere bis zu fünfzig Stück Minen des Typs Tellermine 42. Mit dieser geballten Ladung sollte offensichtlich die Brücke gesprengt werden. Nun mussten unsere Pioniere rasch handeln. Die Aufklärer durchschnitten schnell alle elektrischen Sprengleitungen, welche sie finden konnten. Danach arbeiteten sie sich wieder zum Oberbau der Brücke hinauf. Hier wurden sie neuerlich durch orkanartiges Feuer von Maschinengewehren des Gegners empfangen. Einer unserer Soldaten wurde durch dieses Feuer getötet. Die Pioniere waren daher gezwungen wieder zur Ausgangsstellung zurückzukehren. Die Brücke konnte nun aber vom Gegner nicht mehr gesprengt werden.“4

Die in diesem Bericht geschilderte Entminung betraf jedoch nur die südliche Auffahrt zur Brücke – die nördliche auf der anderen Seite des Donaukanals war wohl auch vermint und hätte jederzeit gezündet werden können. Ein Räumtrupp sowjetischer Pioniere sprang daraufhin – ständig unter Feuer stehend – in den Donaukanal, schwamm auf die andere Seite und entfernte auch dort die vorbereiteten Sprengladungen, die Brücke war gerettet. Für diesen Einsatz wurde dem Kommandanten des Trupps, Stepan A. Kusakow, die Auszeichnung „Held der Sowjetunion“ verliehen.5

All diese Aktionen geschahen unter ständiger starker Gegenwehr durch deutsche Artillerie, Granatwerfer, Maschinengewehre und Scharfschützen. Obwohl es tatsächlich gelang, gegen heftige deutsche Gegenwehr die Brücke zu übersetzen, konnte am 11. April kein weiterer Landgewinn an diesem Punkt erreicht werden. Während weiterhin pausenlose Gefechte zwischen den Häusern des Kais und der Oberen Donaustraße tobten, gelang es sowjetischen Einheiten südöstlich der Innenstadt an der Stadionbrücke in den zweiten Bezirk vorzudringen und militärische Ziele wie das Stadionbad zu sichern.

Trotz der Aussichtslosigkeit ihrer Lage ermordeten am 11. April Soldaten eines SS-Greifkommandos, die sich vom Donaukanal zur Donau zurückzogen, in der Förstergasse 7 neun Jüdinnen und Juden, nachdem sie in einem Keller Ausweiskontrollen durchgeführt hatten. Sie nutzten die verzweifelten Momente der Bevölkerung während der Kampftage in Wien, um auch die letzten überlebenden Jüdinnen und Juden zu finden, die es bisher geschafft hatten unterzutauchen, aber nun mit allen anderen im Luftschutzkeller Schutz vor den Kämpfen suchten.6

In der Nacht vom 11. auf den 12. April startete Major Iwan Fjodorowitsch Schtschukin eine militärische Aktion, die die Aufmerksamkeit seiner Vorgesetzten erregte. Nur wenige Meter von der Adlergasse entfernt musste er befehlsgemäß mit seinem Bataillon des 301. Garde-Schützen-Regiments den Donaukanal übersetzen, um den Kampf gegen die SS im zweiten Bezirk fortzuführen. Einer Karte7 der 100. Garde-Schützen-Division zufolge, der das Regiment angehörte, überquerte er mit seinem Bataillon den Kanal über die Trümmer der gesprengten Marienbrücke in der Verlängerung der Rotenturmstraße:

„Am 10.4.45 rückte das Regiment auf den Donaukanal vor, wo es auf den hartnäckigen Widerstand der Deutschen stieß. Genosse Schtschukin, in der Nacht vom 11. auf den 12.4.45 unter starkem Maschinengewehr- und Mörserfeuer des Feindes, überwand den Kanal und besetzte 4 Häuserblocks, wodurch es möglich war, die anderen Bataillone des Regiments herüberzuziehen. In diesem Kampf tötete das Bataillon von Schtschukin 250 feindliche Soldaten und Offiziere und nahm 30 Gefangene, darunter einen Major.“8

Aufgrund dieses militärisch erfolgreichen Einsatzes wurde Schtschukin vom Kommandeur des 301. Garde-Schützen-Regiments für die Verleihung des Titels „Held der Sowjetunion“, des Lenin-Ordens und der Medaille „Goldener Stern“ vorgeschlagen. Einem Beschluss des Militärrates der Armee vom 18. April zufolge wurde Schtschukin der Titel „Held der Sowjetunion“ verliehen.

Am 12. April fanden die Kämpfe am Donaukanal ihren Abschluss. Die deutschen Truppen waren auf die Nordseite der Donau zurückgeworfen worden und die Rote Armee setzte in den zweiten und zwanzigsten Bezirk nach.9


Das Ende der Adlergasse


Nachdem die Kämpfe um den Donaukanal abgeebbt waren, blieben neben hunderten Toten völlig zerstörte Häuser beiderseits des Kanals zurück, die tagelang unter ständigem Artillerie- und Gewehrfeuer sowie Beschuss durch russische und deutsche Luftwaffe standen.

Die den Kampftruppen folgenden Einheiten der Roten Armee sicherten das Gebiet, setzten die nötigste Infrastruktur in Gang und bauten unter Einbindung österreichischer Funktionäre eine Stadtverwaltung auf.

Bild: Soldaten der Roten Armee setzen die Marienbrücke in der Verlängerung der Rotenturmstraße nach den Kriegshandlungen instand. Links sind die Häuser der Oberen Donaustraße im zweiten Bezirk zu sehen, rechts die Häuser am Franz-Josefs-Kai, deren Rückseite mit den dahinterliegenden Häusern die Adlergasse bildete, wobei nur die östlichen drei Häuser am Bild sind:

Links sind die Häuser der Oberen Donaustraße im zweiten Bezirk zu sehen, rechts die Häuser am Franz-Josefs-Kai, deren Rückseite mit den dahinterliegenden Häusern die Adlergasse bildete.
Bildquellen: RGAKFD-Archiv Nr. 0-164454a, RGAKFD-Archiv-Nr. 0-164454b
Online auch unter: https://rg.ru/2015/04/13/rodina-voina.html

Der Kriegssachschädenplan, dessen zugrundeliegende Daten 1946 erhoben wurden, spricht eine traurige Sprache. Im Bereich des Donaukanals war kaum ein Haus ohne schwere Beschädigungen davongekommen. Die rote Färbung steht für ausgebrannte Gebäude, die gelbe für Totalschäden. Bei den dunkelblau und grün verzeichneten Häusern wurden schwere und leichte Schäden festgestellt.

Plan: Das einzige Haus in der Adlergasse, das nicht als Totalschaden klassifiziert wurde, ist jenes mit der Hausnummer 6 (Mitte unten, weiß – nicht bzw. kaum beschädigt).

Kriegssachschädenplan 1946, das einzige Haus in der Mitte der Adlergasse, für das keine nennenswerten Beschädigungen erhoben wurden, ist jenes mit der Hausnummer 6 6
Quelle: https://www.wien.gv.at/kulturportal/public/

In den ersten Monaten nach Ende der Kampfhandlungen mussten unzählige schwer beschädigte Häuser in Wien gesichert oder gesprengt werden. Als Spätwirkung der Bomben und des Häuserkampfs gefährdeten herabfallende Fassadenteile oder einstürzende Stockwerke Passanten und Verkehr. Am 28. November 1945 starteten auch am Franz-Josefs-Kai die Arbeiten. Das Gebäude an der Rotenturmstraße zwischen Adlergasse und Kai wurde aus Sicherheitsgründen gesprengt:

„In den gestrigen Nachmittagsstunden wurden in der Innern Stadt wieder einige Brandruinen durch Sprengung beseitigt. Es handelt sich diesmal um die Reste der einsturzgefährdeten Eckhäuser beiderseits der Rotenturmstraße zwischen Franz-Josefs-Kai und Adlergasse. Die beiden Eckhäuser waren einst große Geschäftspaläste und sind von der abziehenden SS in Brand gesteckt worden. Jetzt liegen an beiden Ecken der Rotenturmstraße gewaltige Berge von Schutt.“10

Auch die Österreichische Zeitung berichtete:

„In drei Gängen wurden gestern nachmittag die Häuser Rotenturmstraße 23 und 26, die während der letzten Kriegsmonate schwerste Beschädigungen erlitten hatten, gesprengt. Beide Gebäude waren überdies fast völlig ausgebrannt, und es bestand keine Aussicht, sie wieder instand zu setzen; überdies bedeuteten ihre Ruinen eine ständige Gefahr für die vielen Passanten, so daß sie entfernt werden mußten.“11

Danach blieb es für einige Monate ruhig am Kai, doch im März 1946 waren nun auch die anderen Häuser der nördlichen Adlergasse zur Sprengung vorgesehen. Noch am 6. März schrieb der Wiener Kurier über die derzeit laufenden Ingangsetzungen der Straßenbahnlinien:

„Eine zweite Strecke, an deren Wiedereröffnung viele Tausende interessiert sind, ist die, die über den Franz-Josefs-Kai führt. Die Bombentrichter sind ausgefüllt, die Geleiseanlagen wieder instand gesetzt, aber der Verkehr kann trotzdem noch nicht wieder aufgenommen werden. Erstens wegen des Wagenmangels und zweitens deshalb, weil auf dem Kai noch einige Hausruinen gesprengt werden müssen.“12

In der darauffolgenden Woche bis zum 13. März war es dann für die restlichen Hausruinen so weit:

„In den letzten Tagen wurden auf dem Franz-Josefs-Kai zwischen der Rotenturmstraße und dem Schwedenplatz die drei letzten dortigen Hausruinen, die durchwegs vier bis fünf Stock hoch waren und die Hinterfront in der Adlergasse hatten, gesprengt. Stockhohe Berge von Schuttmassen liegen jetzt an Stelle der einstigen prächtigen Wohn- und Geschäftshäuser.“13

Bild: Grün eingefärbt ist links das Haus Adlergasse 6 zu sehen, rechts der Trümmerschutt der gegenüberliegenden Häuserzeile nach der Sprengung im März 1946. Der Gebäuderest, der rechts aus dem Schutt ragt, stammt von den Häusern Adlergasse 7 oder 9. In Bildmitte hinten und links der Mitte sind die Ruinen der Kohlmessergasse zu erkennen – Aufnahme vom 1. Mai 1946.

ÖNB/Wien, Hans Siegenfeld. Grün eingefärbt ist das Haus Adlergasse 6 zu sehen – Aufnahme vom 1. Mai 1946.
Bildquelle: ÖNB/Wien, Fotograf: Hans Siegenfeld, https://onb.wg.picturemaxx.com/

Bild: Grün eingefärbt ist das Haus Adlergasse 6 zu sehen, davor die Trümmerberge der zerstörten und gesprengten Häuserzeile. Das aufrecht stehende Stück Mauer mit dem Fenster war der letzte Rest des Hauses Adlergasse 9 – Aufnahme nach dem 13. März 1946.

ÖNB/Wien, Otto Croy Grün eingefärbt ist das Haus Adlergasse 6 zu sehen – Aufnahme der Nachkriegszeit.
Bildquelle: ÖNB/Wien, Fotograf: Otto Croy, https://onb.wg.picturemaxx.com/


Schutt, Schutt, Schutt


Bevor die Zukunftsplanung Fahrt aufnehmen konnte, musste ein riesiges Problem bewältigt werden, nämlich die Entsorgung der ungeheuren Schuttmassen, die in den Straßen lagen. Im Verwaltungsbericht der Stadt Wien wurden die enormen Mengen im April 1945 folgendermaßen geschätzt:

  • 850.000 Kubikmeter Schutt auf Straßen, Plätzen und Gehsteigen
  • 1.500.000 Kubikmeter auf Bauplätzen
  • 3.000.000 Kubikmeter kamen von Häusern, die nach Kriegsende gesprengt wurden oder noch werden mussten dazu
  • 200.000 Kubikmeter Müll, die wegen der fehlenden Müllabfuhr in den Straßen lagen und monatlich um 1.000 weitere Kubikmeter anwuchsen.14

Zwei Jahre später hatten die Behörden bereits einen genaueren Überblick. 180 Hausruinen waren bis Mitte Juli 1947 bereits gesprengt worden. Die Gesamtmenge der Schuttmassen wurde nun mit 7.000.000 Kubikmetern beziffert. Der Großteil davon lag am Franz-Josefs-Kai.15

Um der gewaltigen Schuttberge Herr zu werden, wurden verschiedene Methoden angewandt. Im September 1945 wurde zu diesem Zweck eine Arbeitspflicht erlassen. In einem Zeitraum von vier Wochen mussten

  • Beschäftigungslose 60 Stunden,
  • beschäftigungslose Nationalsozialisten 120 Stunden,
  • Berufstätige 16 Stunden,
  • berufstätige Nationalsozialisten 32 Stunden und
  • schulpflichtige Jugendliche 40 Stunden

in der Schuttentfernung arbeiten. Aufgrund der guten Erfolge wurde die Aktion um weitere vier Wochen verlängert, sodass sie Ende Oktober 1945 ihr Ende fand. 128.000 Kubikmeter Müll und 260.000 Kubikmeter Schutt wurden entfernt, Ziegel gereinigt und Alteisen ausgesondert.16

1947 half Schweden durch die Bereitstellung einer sogenannten Vibro-Maschine, die aus dem Ziegelschutt neue Bausteine presste. Eine solche Anlage kam etwa im Arsenal zur Anwendung.

An der Ecke Schottenring/Franz-Josefs-Kai wurde eine mobile und etwas später am Morzinplatz eine stationäre Anlage zur Schuttverwertung errichtet:

„Nun wird seit einigen Tagen ein hohes, massiges Holzgerüst gebaut, das als stabile Großanlage, im Unterschied zur fahrbaren Anlage Ecke Ring und Kai, zur Aufbereitung der ungeheuren Schuttmassen auf dem Schottenring, Kai, in der Kohlmessergasse, Adlergasse, auf dem Morzinplatz usw. dienen soll. Diese Großanlage wird von der Baustoffverwertungs-AG unter Mithilfe der Gemeinde Wien und anderer Unternehmen errichtet.“17

Die Produkte dieser Verwertungsanlage bestanden in Maurersand, Mörtel und Betonmaterial, die direkt in den Wiederaufbau der Stadt flossen. Die Tagesleistung betrug etwa 150 Kubikmeter Schutt.

1951 wurden an den Ufern des Donaukanals die Schutträumung und die Arbeiten zur Beseitigung der im Kanal liegenden Brückenteile abgeschlossen.18


Pläne des Wiederaufbaus


Zum Zeitpunkt der ersten Sprengung in der Adlergasse im November 1945 hatten die Planungen für den Wiederaufbau noch nicht ihre endgültige Fassung angenommen. In der oben bereits zitierten Österreichischen Zeitung vom 29. November hieß es daher:

„In der Planung zur Neuausgestaltung der Wienerstadt ist auch diese Stelle, an der das alte Rotenturmtor mit dem ‚Mauthäusl‘ einstens dem alten Wien ein charakteristisches Gepräge verliehen hat, bedacht. Der Franz-Josefs-Kai und dessen unmittelbarste Umgebung werden ja aller Voraussicht nach fast zur Gänze neu erbaut werden und auch die Rotenturmecke wird ein neuzeitliches Antlitz erhalten.“19

1947 blickten die Menschen bereits etwas zuversichtlicher in die Zukunft. Am 25. Februar war in den Zeitungen zu lesen:

„Die ganze Häuserzeile des Kai ist so gründlich verschwunden, dass die Adlergasse, die früher im Hintergrund lag, jetzt direkt auf den Donaukanal blickt, sofern nicht auch aus dieser Gasse etliche Häuser auf dem Boden liegen. Bis zum Schwedenplatz reicht diese Zone der Zerstörung, die donauabwärts vom Café Siller liegenden Bauten sind mit einem ‚blauen Auge‘, wenn man so sagen darf, davongekommen. An einigen Bauten, deren Hauptmauern erhalten blieben, sind sogar fortschreitende Arbeiten des Wiederaufbaues zu bemerken.“20

Ein Jahr später sorgte die Sprengung des Hauses Kohlmessergasse 7 Ende Februar 1948 für freie Sicht auf die Ruprechtskirche.21 Das Haus wurde nicht wieder aufgebaut. Nur noch das Reststück einer hohen Mauer ist an der Stiege hinauf zur Kirche zu erkennen.

1949 wurden die Ergebnisse eines Gestaltungswettbewerbs veröffentlicht. In den acht Entwürfen, die in die nähere Auswahl kamen, wurden die zerstörten und mittlerweile gesprengten Häuserzeilen am Kai, an deren Rückseiten die Kohlmesser- und Adlergasse verliefen, zum überwiegenden Teil nicht wieder aufgebaut. Diese Bereiche sollten in der Vorstellung der Architekten als Parks neu gestaltet werden.22

Im März desselben Jahres wurden erste konkrete Entwürfe für die Neugestaltung veröffentlicht:

„Nach nun vorliegenden Plänen des Rathauses zur Neugestaltung der beiden Ufer des Donaukanals wird der Franz-Josefs-Kai und der Stadtteil am linken Ufer ein völlig neues Gesicht bekommen. Im 2. Bezirk werden die Grünanlagen, die bereits zwischen Friedensbrücke und Augartenbrücke bestehen, bis zur Aspernbrücke ausgebaut werden. Dadurch soll eine Verbindung mit der grünen Natur von Nußdorf und Prater hergestellt werden. Die alte Baulinie wird aus diesem Grunde zurückverlegt. Nur zu beiden Seiten des Dianabades sollen Neubauten errichtet werden, die direkt dem Donaukanal zugewendet sein werden.
Auf der rechten Seite wird bis zur Marienbrücke ebenfalls eine kleine Grünanlage angelegt werden. Die Häuser zwischen der Kohlmessergasse, Adlergasse und Kai baut man nicht wieder auf. Ursprünglich hieß es, daß an dieser Stelle ebenfalls eine Grünanlage errichtet wird. Jetzt sollen dort zwei Autoparkplätze erstehen. Jedenfalls wird der Blick auf die Kirche Maria am Gestade und die Ruprechtskirche freibleiben.“23

1953 waren Kriegsnot und Schuttverwertung bewältigt. Typische Probleme einer Großstadt bestimmten die Entscheidungen der Raumplaner:

„Durch die Schaffung von Parkplätzen zwischen Kai und Kohlmessergasse sowie Adlergasse für insgesamt 108 Personenkraftwagen und 50 Motorräder wurde erstmalig versucht, die Straßen im Zentrum der Stadt von parkenden Wagen zu entlasten.“24

Diese Arbeiten, die mittels Kleinsteinpflaster und farbigem Beton ausgeführt wurden, waren bis 1954 vollendet. Im selben Jahr wurden die Kohlmesser- und Adlergasse als Verkehrsflächen aus dem Register gestrichen.25 Die verbliebenen Südhälften der beiden Gassen wurden in den Franz-Josefs-Kai integriert und tragen heute nicht mehr ihre alten Namen.

Heutiger Zustand:

Von der südlichen Seite der Adlergasse blieben nur das Eckhaus an der Rotenturmstraße und das Haus mit Nummer 6 in ihrer alten äußeren Erscheinungsform erhalten. Die Häuser 4 und 12 wurden stark verändert wieder aufgebaut, alle anderen sind Neubauten. Die nördliche Seite mit den ungeraden Nummern wurde nach dem Krieg nicht wieder aufgebaut.

Siehe Anhang Vergleichsbilder der Adlergasse – einst und heute


Die Hausnummer 6


Den aufmerksamen Leserinnen und Lesern meines Blogs ist zweifellos schon aufgefallen, dass ich bisher trotz vieler Bilder im Artikel noch keine Worte im Dunkel gezeigt habe, die direkt mit der ganzen Geschichte verknüpft sind.

Bei der Besichtigung des Kellers der ehemaligen Adlergasse 6 (heute Franz-Josefs-Kai 19/Hafnersteig 2–4) blieb mein Blick plötzlich an einem Wort in einem Schutthaufen hängen. Als ich näherkam, um nachzusehen, staunte ich nicht schlecht. Da lag das zerbrochene Schild der Hausnummer 6 vor mir. Zerfetzt und durchschossen hat es anscheinend spätestens 1954 ein Arbeiter von der Fassade abgenommen und durch ein Kellerfenster „entsorgt“.

Auffällig ist einerseits das Loch links der Ziffer, das eventuell von den Schusswechseln zwischen Roter Armee und SS stammt und andererseits das Loch mit den aufgerissenen Rändern durch das die Bruchlinie verläuft. Dieses könnte eventuell von einem Granatsplitter stammen.

Durchschossene Hausnummer des Hauses Adlergasse 6
Durchschossene Hausnummer des Hauses Adlergasse 6

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Anhang: Vergleichsbilder der Adlergasse – einst und heute


Anhang: Gegenüberstellung russischer und deutscher Zeitungsmeldungen


Hier stelle ich einige Auszüge aus Meldungen russischer und deutscher Zeitungen von 9. bis 14. April 1945 gegenüber, die einerseits die Informationen des sowjetischen Informationsbüros und andererseits den Wehrmachtbericht wiedergaben. Ich beschränke mich dabei auf die Kämpfe in der Innenstadt und um den Donaukanal. Auffällig ist dabei der knapper werdende Ton in der deutschen Berichterstattung. Die Propaganda tat sich zunehmend schwerer, die Kriegsgeschehnisse im nationalsozialistischen Sinne schönzufärben. Die russischen Berichte sind zwar ebenso wenig frei von Propaganda, gehen aber tiefer ins Detail der Geschehnisse. Die Meldungen beziehen sich jeweils auf den Vortag:


9. April 1945


Roter Stern, Bericht des Sowjetischen Informationsbüros:

„Truppen der 3. Ukrainischen Front, die die Straßenkämpfe in Wien fortsetzten, besetzten das Zentrum der Stadt und eroberten die Gebäude des Parlaments, das Rathaus, die Hauptpolizeibehörde, das zentrale Telegraphenamt, die europäische Zentralbank, das Opernhaus.
[…]
Truppen der 3. Ukrainischen Front kämpften erfolgreich auf den Straßen Wiens. Mit Schlägen von Südosten, Süden, Westen und Nordwesten säubern die sowjetischen Einheiten Viertel für Viertel von den Deutschen, den hartnäckigen Widerstand des Feindes überwindend. Unsere Truppen, die entlang des Donaukanals vorrücken, haben einen Mechanikbetrieb, einen Keramikbetrieb, den städtischen Radiosender, Kasernen in Besitz genommen und kämpfen im Gebiet der Münze. Gardeinfanterie und Panzereinheiten, die von Westen heranrückten, brachen in die zentralen Gebiete der Stadt ein und nahmen das Zentrum der österreichischen Hauptstadt in Besitz. Mehrere tausend feindliche Soldaten und Offiziere wurden am Tag der Kämpfe getötet.“
Quelle: http://www.memory-austria.at/april_1945_deustch/ (14. Februar 2021)


Oberdonau-Zeitung, Artikel „Im März 7171 Sowjetpanzer abgeschossen“, Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

„Im Raum um Wien konnten die Sowjets im Nordteil des Wienerwaldes nach Westen und Norden Boden gewinnen und trotz zäher Gegenwehr unserer Truppen in die südlichen Vorstädte der Stadt eindringen. Erbitterte Kämpfe sind im Gange.“
Quelle: https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=obz&datum=19450409&seite=2 (14. Februar 2021)


10. April 1945


Roter Stern, Bericht des Sowjetischen Informationsbüros:

„Truppen der 3. Ukrainischen Front, die die Straßenkämpfe in Wien fortsetzen, säuberten alle Stadtviertel am Westufer des Donaukanals vom Feind. In den Kämpfen vom 9. April nahmen die Truppen der Front mehr als 2.000 Soldaten und Offiziere des Feindes gefangen und erbeuteten folgende Trophäen: Panzer – 72, Schützenpanzerwagen – 85, Feldgeschütze – 75, Maschinengewehre – 174.
[…]
Alle Stadtviertel am Westufer des Donaukanals wurden vom Feind befreit. Unsere Truppen, die von Nordwesten entlang des Donaukanals vorstießen, drangen kämpfend ins Zentrum der Stadt vor und vereinigten sich mit den aus dem Süden und Westen vorrückenden Truppen. Die Gebäude des Franz-Josephs-Bahnhofs, des Garnisonsspitals, einer Kavalleriekaserne, der Akademie der Wissenschaften und andere sind besetzt.“
Quelle: http://www.memory-austria.at/april_1945_deustch/ (14. Februar 2021)


Oberdonau-Zeitung, Artikel „Schwere Kämpfe im Süd- und Westteil Wiens“, Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

„Das Schwergewicht der Kämpfe liegt weiter im Wiener Raum. Starke Angriffe aus dem Wienerwald nach Westen und Norden scheiterten unter Abschuß von 35 Panzern an dem hartnäckigen Widerstand unserer Verbände. Im Süd- und Westteil von Wien stehen unsere Truppen in schweren Kämpfen.“
Quelle: https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=obz&datum=19450410&seite=2 (14. Februar 2021)


11. April 1945


Roter Stern, Bericht des Sowjetischen Informationsbüros:

„In Wien nahmen die Truppen der 3. Ukrainischen Front, die den Donaukanal überwanden, die südöstliche Hälfte des Stadtgebiets zwischen Kanal und Donau in Besitz. In den Kämpfen vom 10. April nahmen die Truppen der Front mehr als 2.400 feindliche Soldaten und Offiziere gefangen und erbeuteten die folgenden Trophäen: 25 Flugzeuge, Panzer und Sturmgeschütze – 39, gepanzerte Transporter – 21, Feldgeschütze – 38, Maschinengewehre – 282.
[…]
In Wien führten die Truppen der 3. Ukrainischen Front weiterhin erfolgreiche Straßenkämpfe. Sowjetische Einheiten unter Artilleriefeuerschutz überquerten an mehreren Stellen den Donaukanal. Den hartnäckigen Widerstand der Deutschen zerschlagend, nahmen unsere Angriffstruppen das städtische Kraftwerk ein. Vom Gegner gesäubert wurde der Prater. Öldepots wurden erbeutet. Sowjetische Einheiten umgehen feindliche Verteidigungsstellungen und vernichten dann Besatzungen. Der Gegner führte immer wieder Gegenangriffe durch, wurde aber mit großen Verlusten für ihn zurückgeworfen. Mehr als 4.000 deutsche Soldaten und Offiziere wurden am Tag der Kämpfe getötet.“
Quelle: http://www.memory-austria.at/april_1945_deustch/ (14. Februar 2021)


Oberdonau-Zeitung, Artikel „Erbittertes Ringen um den Stadtkern Wiens“, Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

„Um den Stadtkern von Wien wird am Franz-Josef-Bahnhof, beim Allgemeinen Krankenhaus, am Westbahnhof und nordwestlich der Ostbahnbrücke erbittert gekämpft.“
Quelle: https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=obz&datum=19450411&seite=2 (14. Februar 2021)


12. Februar 2021


Roter Stern, Bericht des Sowjetischen Informationsbüros:

„In Wien kämpften die Truppen der 3. Ukrainischen Front im Stadtgebiet zwischen Donaukanal und Donau, wo sie mehr als 60 Häuserblocks besetzten.
[…]
Truppen der 3. Ukrainischen Front kämpften weiter auf den Straßen Wiens. Sowjetische Einheiten überquerten an mehreren Orten den Donaukanal und schreiten die Gegenangriffe der Deutschen zurückweisend Schritt für Schritt voran. Besonders heftig wird im Bereich des Nordwestbahnhofs gekämpft. Die Sturmabteilungen blockieren mit Artillerieunterstützung die Widerstandsnester der Deutschen und vernichten sie. Der Feind erleidet schwere Verluste. Mehr als 4.000 deutsche Soldaten und Offiziere wurden an diesem Kampftag getötet.“
Quelle: http://www.memory-austria.at/april_1945_deustch/ (14. Februar 2021)


Oberdonau-Zeitung, Artikel „An allen Fronten erbitterte Abwehrkämpfe“, Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

„Die zäh kämpfende Besatzung von Wien wurde nach schwerem Ringen auf den Donau-Kanal zurückgedrückt.“
Quelle: https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=obz&datum=19450412&seite=2 (14. Februar 2021)


13. Februar 1945


Roter Stern, Bericht des Sowjetischen Informationsbüros:

Obwohl die Zeitungen immer den Stand der Dinge des Vortags berichteten, wird hier schon die Einnahme Wiens kundgetan.

„Truppen der 3. Ukrainischen Front nahmen am 13. April unterstützt von Truppen der 2. Ukrainischen Front nach hartnäckigen Straßenkämpfen die österreichische Hauptstadt Wien in Besitz – einen strategisch bedeutenden Stützpunkt der Verteidigung der Deutschen, der die Wege in die südlichen Regionen Deutschlands decken sollte.
Im Verlauf der Kämpfe um die Zugänge Wiens und um die Stadt Wien vom 16.März bis 13. April zerschlugen die Truppen der Front elf deutsche Panzer-Divisionen, darunter die 6 SS-Panzerarmee, nahmen mehr als 130.000 feindliche Soldaten und Offiziere gefangen, vernichteten oder erbeuteten 1.345 Panzer und Sturmgeschütze, 2.250 Feldgeschütze und viele andere militärische Güter.
[…]
Die natürlichen Geländegegebenheiten begünstigten die verteidigende Seite. Von Westen schützen Berge und Hügel die Stadt, von Norden und Osten die breite und wasserreiche Donau. An den südlichen Zugängen zur Stadt bauten die Deutschen ein mächtiges befestigtes Gebiet, bestehend aus Panzergräben, einem stark entwickelten System von Gräben und Schützenstellungen und einer großen Anzahl von Bunkern. Jede Siedlung am Stadtrand von Wien wurde für die lange Rundumverteidigung vorbereitet. Während der heftigen Kämpfe durchbrachen die Truppen der 3. Ukrainischen Front den äußeren Verteidigungsring und es kam bereits am 7. April zu Straßenkämpfen im südlichen Teil der Stadt. Zur gleichen Zeit gingen sowjetische mobile Einheiten und Infanterie, nachdem sie ein schnelles Umgehungsmanöver in den Bergen durchgeführt hatten, bis an die Donau nordwestlich von Wien und begannen den Angriff aus dem Westen und Nordwesten. Am 10. April hatten unsere Truppen den größten Teil der Stadt am Westufer des Donaukanals geräumt. Die Kämpfe verlagerten sich in das Gebiet der Stadt, das zwischen dem Kanal und der Donau liegt. Hier leisteten die Deutschen besonders hartnäckigen Widerstand. Große Kräfte Panzer und Infanteriekräfte heranziehend, klammerten sie sich buchstäblich an jedes Haus und gingen oft zu heftigen Gegenangriffen über. Sowjetische Abteilungen, verstärkt durch Artillerie, stürmten jedes einzelne Gebäude. Gestern brachen unsere Einheiten bis zum Nordbahnhof durch und drängten die Faschisten auf dem Gebiet des größten Eisenbahnknotenpunktes Wiens kämpfend, an die Donau. Einer unserer Kämpfer entdeckte zufällig einen unterirdischen Gang, der zur Donau führte. Durch diesen Gang drangen sowjetische Einheiten in den Rücken des Feindes vor und griffen unerwartet die Deutschen an. Die ganze Nacht, nicht eine Minute ruhig, gab es anhaltende Straßenkämpfe. Heute haben unsere Truppen die letzten Widerstandsnester der Deutschen erobert und die österreichische Hauptstadt vom Feind befreit.“
Quelle: http://www.memory-austria.at/april_1945_deustch/ (14. Februar 2021)


Oberdonau-Zeitung, Artikel „Fortdauer der erbitterten Kämpfe in Wien“, Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

„In Wien dauern die erbitterten Kämpfe am Donau-Kanal an. Vier feindliche Kanonenboote wurden auf der Donau in Brand geschossen.“
Quelle: https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=obz&datum=19450413&seite=2 (14. Februar 2021)


14. April


Vom sowjetischen Informationsbüro wurden Kämpfe im Umland, aber nicht mehr in Wien selbst gemeldet. Den deutschen Leserinnen und Lesern servierte die Propaganda an diesem Tag die letzte Prise „Heldentum“ in der Stadt:


Oberdonau-Zeitung, Artikel „Schwerpunkt der Kämpfe in Mitteldeutschland“, Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

„In Wien dauern die schweren Straßenkämpfe an.
[…]
Schlachtflieger bekämpften Bereitstellungen mit guter Wirkung und fügten dem feindlichen Nachschub in den Kampfräumen Breslau und Wien empfindliche Verluste zu.“
Quelle: https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=obz&datum=19450414&seite=2 (14. Februar 2021)



Fußnoten:


1 „Wien ist zum Verteidigungsbereich erklärt worden. Frauen und Kindern wird empfohlen, die Stadt zu verlassen.
Wien, am 2. April 1945.
Der Reichsverteidigungskommissar.
v. Schirach“,
siehe: Magistrat der Bundeshauptstadt Wien (Hg.), Die Verwaltung der Bundeshauptstadt Wien vom 1. April 1945 bis 31. Dezember 1947 (Wien 1949), S. 15, online unter:
https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/periodical/pageview/1445556 (12. Februar 2021)

Definitionen der Begriffe Ortsstützpunkt, Verteidigungsbereich und Festung:
„Besonders herausgestellte Bereiche und Ortschaften erhalten je nach ihrer militärischen Bedeutung die Bezeichnung Festung unter einem Festungskommandanten, als Sonderfall der nicht voll ausgebauten Festung die Bezeichnung Verteidigungsbereich unter einem Kommandanten des Verteidigungsbereichs oder die Bezeichnung Ortsstützpunkt unter einem Kampfkommandanten. Festungen sind zur Rundumverteidigung eingerichtete, festungsmäßig ausgebaute Bereiche oder Ortschaften von operativer Bedeutung, deren wichtigste Verteidigungsanlagen in ständigem (Beton, Forts usw.) Ausbau errichtet sind. Festungen sollen verhindern, daß der Feind das durch sie gesicherte operativ wichtige Gebiet in Besitz nimmt. Sie haben sich einschließen zu lassen, zugleich starken Feind zu binden und dadurch eine der Voraussetzungen für erfolgreiche Gegenoperationen zu schaffen. Bereiche oder Ortschaften, die nach ihrer militärischen Bedeutung einer Festung gleichzuachten sind, deren wichtigste Verteidigungsanlagen jedoch nicht oder noch nicht durch ständigen Ausbau gesichert sind, heißen Verteidigungsbereich. Mit der Bestimmung zum Verteidigungsbereich erhalten sie grundsätzlich die gleichen Aufgaben wie Festungen.“
Anlage zu Chef OKW/WFSt/Op/Qu. 2 (II) Nr. 0850/45 geh. vom 30. 1. 45, zitiert nach: Roland Kaltenegger, Totenkopf und Edelweiß. General Artur Phleps und die südosteuropäischen Gebirgsverbände der Waffen-SS im Partisanenkampf auf dem Balkan 1942–1945 (Graz 2008), S. 305, online unter:
http://znaci.net/00001/181_6.pdf

2 Wien Geschichte Wiki, Adlergasse (1), online unter:
https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Adlergasse_(1) (14. Februar 2021)

3 Kriegstagebuch der sowjetischen 6. Gardepanzerarmee vom 17. März bis 15. April 1945, Eintragung vom 11. April 1945, zitiert nach: Reisner, Schlacht um Wien, S. 445.

4 Abschlussbericht der 12. Sturmpionierbrigade zum Kampf um Wien von 7. April bis zum 15. April 1945, zitiert nach: Markus Reisner, Die Schlacht um Wien 1945. Die Wiener Operation der sowjetischen Streitkräfte im März und April 1945 (Berndorf 2020), S. 439.

5 Reisner, Schlacht um Wien, S. 441.

6 Haus der Geschichte Österreich, Wien-Förstergasse, 11. April 1945 – Menschenjagd, online unter:
https://www.hdgoe.at/Wien-Floerstergasse-Widerstand-11041945 (14. Februar 2021)

7 Karte siehe: Reisner, Schlacht um Wien, S. 462.

8 ВЕНСКИЙ ВАЛЬС ПОБЕДЫ [Wiener Siegeswalzer], Dokumente zur Schlacht um Wien, online unter: http://vienna75.mil.ru/, Vorschlag zur Verleihung von Auszeichnungen an Iwan Fjodorowitsch Schtschukin, russisch online unter:
http://vienna75.mil.ru/images/tild3932-3738-4238-b936-643063373235__33-793756-56-104.jpg (12. Februar 2021),
Bestätigung der Verleihung des Titels „Held der Sowjetunion“, russisch online unter:
http://vienna75.mil.ru/images/tild3163-3339-4135-b539-366161373637__33-793756-56-105.jpg (12. Februar 2021)

9 Der Text zu diesem Kapitel entstand zum größten Teil auf Grundlage von:
Manfried Rauchensteiner, Der Krieg in Österreich 1945 (Wien 2015), S. 179–185
und
Markus Reisner, Die Schlacht um Wien 1945. Die Wiener Operation der sowjetischen Streitkräfte im März und April 1945 (Berndorf 2020), S. 429–474.

10 Meldung „Sprengung von Hausruinen am Kai“, in: Österreichische Volksstimme, 29. November 1945, S. 3, online unter:
https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ovs&datum=19451129&seite=3 (11. Februar 2021)

11 Meldung „Die alten Rotenturmecke besteht nicht mehr“, in: Österreichische Zeitung, 29. November 1945, S. 2, online unter:
https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=oez&datum=19451129&seite=2 (11. Februar 2021)

12 Meldung „Wann fährt der ‚Fünfer‘?“, in: Wiener Kurier, 6. März 1946, S. 3, online unter:
https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wku&datum=19460306&seite=3 (11. Februar 2021)

13 Meldung „Sprengungen auf dem Franz-Josefs-Kai“, in: Wiener Zeitung, 13. März 1946, S. 3, online unter:
https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wrz&datum=19460313&seite=3 (11. Februar 2021)

14 Magistrat der Bundeshauptstadt Wien (Hg.), Die Verwaltung der Bundeshauptstadt Wien vom 1. April 1945 bis 31. Dezember 1947 (Wien 1949), S. 270, online unter:
https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/periodical/pageview/1445819 (12. Februar 2021)

15 Meldung „Wien kämpft gegen den Schutt“, in: Österreichische Zeitung, 18. Juli 1947, S. 3, online unter:
https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=oez&datum=19470718&seite=3 (12. Februar 2021)

16 Magistrat der Bundeshauptstadt Wien (Hg.), Die Verwaltung der Bundeshauptstadt Wien vom 1. April 1945 bis 31. Dezember 1947 (Wien 1949), S. 270f., online unter:
https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/periodical/pageview/1445819 (12. Februar 2021)

17 Meldung „Großanlage zur Schuttverwertung im Entstehen“, in: Österreichische Volksstimme, 30. Juli 1947, S. 3, online unter:
https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ovs&datum=19470730&seite=3 (12. Februar 2021)
sowie
Magistrat der Bundeshauptstadt Wien (Hg.), Die Verwaltung der Bundeshauptstadt Wien vom 1. April 1945 bis 31. Dezember 1947 (Wien 1949), S. 272, online unter:
https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/periodical/pageview/1445821 (12. Februar 2021)

18 Magistrat der Bundeshauptstadt Wien (Hg.), Die Verwaltung der Bundeshauptstadt Wien vom 1. Jänner 1950 bis 31. Dezember 1951 (Wien 1953), S. 218, online unter:
https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/periodical/pageview/1447151 (12. Februar 2021)

19 Meldung „Die alten Rotenturmecke besteht nicht mehr“, in: Österreichische Zeitung, 29. November 1945, S. 2, online unter:
https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=oez&datum=19451129&seite=2 (12. Februar 2021)

20 Meldung „Die Adlergasse ist nunmehr Kai geworden“, in: Austria. A paper of conservative-democratic opinion, 25. Februar 1947, S. 5, online unter:
https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=aut&datum=19470102&seite=5 (11. Februar 2021)

21 Meldung „Die Ruprechtskirche wurde freigelegt“, in: Die Weltpresse, 1. März 1948, S. 6, online unter:
https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=dwp&datum=19480301&seite=6 (12. Februar 2021)

22 Artikel „Der Wiederaufbau der Donaukanalufer in Wien“, in: Allgemeine Bau-Zeitung, 19. Januar 1949, S. 3f., online unter:
https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=alg&datum=19490119&seite=3 (12. Februar 2021)

23 Meldung „Das neue Gesicht des Donaukanals“, in: Österreichische Volksstimme, 31. März 1949, S. 6, online unter:
https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ovs&datum=19490331&seite=6 (12. Februar 2021)

24 Statistisches Amt der Stadt Wien (Hg.), Jahrbuch der Stadt Wien 1953 (Wien 1954), S. 146, online unter:
https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/periodical/pageview/2139810 (12. Februar 2021)

25 Magistrat der Stadt Wien (Hg.), Jahrbuch der Stadt Wien 1954 (Wien 1955), S. 72, online unter:
https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/periodical/pageview/2140401 (12. Februar 2021)


Links und Literatur:


Felix Czeike, April und Mai 1945 in Wien. Eine Dokumentation, in: Verein für Geschichte der Stadt Wien (Hg.), Wiener Geschichtsblätter H. 3 1975, S. 221–236.

Peter Gosztony, Endkampf an der Donau 1944/45 (Wien/München 1978).

Manfried Rauchensteiner, Der Krieg in Österreich 1945 (Wien 2015).

Markus Reisner, Die Schlacht um Wien 1945. Die Wiener Operation der sowjetischen Streitkräfte im März und April 1945 (Berndorf 2020).

Theo Rossiwall, Die letzten Tage. Die militärische Besetzung Österreichs 1945 (Wien 1969).

MEMORY – Forschungszentrum für das Studium und die Promotion der österreichisch-russischen Beziehungen im Bereich der Kultur, Geschichte, Bildung und transnationalen Kommunikation, Übersetzungen der Berichte des sowjetischen Informationsbüros vom April 1945, online unter:
http://www.memory-austria.at/april_1945_deustch/ (14. Februar 2021)

Stadt Wien Presse-Service, Historischer Rückblick aus dem Jahr 1945. Zusammenfassungen von Meldungen der Rathauskorrespondenz, April 1945, online unter:
https://www.wien.gv.at/presse/historische-rk/1945/-/asset_publisher/BoVbj8qARs8t/content/april-1945 (14. Februar 2021)

TASS, Великая Отечественная война глазами советских журналистов. ТАСС представляет события 1945 года в фронтовых сводках и статьях газет того времени, dt.:
TASS, Der Große Vaterländische Krieg aus den Augen sowjetischer Journalisten. TASS präsentiert die Ereignisse von 1945 in Frontberichten und Zeitungsartikeln dieser Zeit, online unter:
https://tass.ru/pobeda/aprel/ (russisch)(14. Februar 2021)


Interne Links:

Mehr zu den Jahren von 1939 bis Kriegsende:
1939 bis Kriegsende

Mehr zu den Jahren der Besatzungszeit:
Besatzungszeit bis 1955

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