{"id":8369,"date":"2020-07-13T11:30:00","date_gmt":"2020-07-13T09:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?p=8369"},"modified":"2021-02-20T23:02:45","modified_gmt":"2021-02-20T22:02:45","slug":"1954-das-taegliche-leben-der-sowjetischen-besatzungssoldaten-am-beispiel-bruckneudorf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?p=8369","title":{"rendered":"1954 \u2013 Das t\u00e4gliche Leben der sowjetischen Besatzungssoldaten am Beispiel Bruckneudorf"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Zwischen 1945 und 1955 war \u00d6sterreich von den vier alliierten M\u00e4chten besetzt. Nieder\u00f6sterreich, Ober\u00f6sterreich ob der Donau und das Burgenland befanden sich zehn Jahre lang unter sowjetischer Herrschaft, wovon noch heute zahlreiche schriftliche Relikte zeugen. Die im heutigen Beitrag gezeigten Graffiti stammen mit hoher Wahrscheinlichkeit von Besatzungssoldaten der Roten Armee, die sie im Jahr 1954 in Bunkern des Truppen\u00fcbungsplatzes Bruckneudorf hinterlassen haben. Wie der Alltag dieser Soldaten aussah, beschreibt der Artikel.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><br>Der Tagesablauf der sowjetischen Besatzungssoldaten<\/h3>\n\n\n\n<p><br>Die t\u00e4gliche Routine des gew\u00f6hnlichen Soldaten unterlag minuti\u00f6ser Planung, die so gut wie keine Freizeit zur pers\u00f6nlichen Verf\u00fcgung vorsah:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>06:30 Uhr: Wecken und Aufstehen<\/li><li>Sport, Hygiene, Standeskontrolle<\/li><li>07:30 bis 08:20 Uhr: Fr\u00fchst\u00fcck<\/li><li>Politinformation<\/li><li>Vormittag: Gefechts\u00fcbungen<\/li><li>Mittagessen<\/li><li>Nachmittag: Gefechts\u00fcbungen<\/li><li>Abend: Reinigung der Waffen und Ausr\u00fcstung<\/li><li>Politische Massenarbeit<\/li><li>Vorbereitung auf die \u00dcbungen des folgenden Tages<\/li><li>21:30 bis 22:20 Uhr: Abendessen<\/li><li>23:00 Uhr: Nachtruhe<sup>1<\/sup><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Der Grund f\u00fcr diese strenge und umfassende Tageseinteilung lag im Wunsch nach Kontrolle \u00fcber die Soldaten und die Aufrechterhaltung ihrer Disziplin. Die milit\u00e4rische F\u00fchrung der Roten Armee wollte damit dem M\u00fc\u00dfiggang der Soldaten vorbeugen und sie in konstanter Besch\u00e4ftigung wissen.<br>Der Tagesablauf der Verwaltungsbeamten und Offiziere war bei weitem nicht so streng organisiert wie der oben geschilderte. Diese Gruppen konnten etwas sp\u00e4ter aufstehen, verf\u00fcgten \u00fcber mehr Freizeit und genossen freie Abende.<\/p>\n\n\n\n<p>Der von 1945 bis 1947 in Bruck an der Leitha stationierte Nikolaj Pa\u0161\u010denko beschrieb den Tagesplan der Offiziere so:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\">\u201eDer Arbeitstag begann sowohl f\u00fcr die Offiziere als auch f\u00fcr die Soldaten um 6 Uhr: Wir standen auf, turnten, fr\u00fchst\u00fcckten, und danach organisierten wir die \u00dcbungen. Um 13 Uhr war Mittagessen, danach Erholung. Anschlie\u00dfend planten wir, wie die Pflege der Milit\u00e4rtechnik zu organisieren war, die nach den Kampfhandlungen erst repariert werden musste. Damit besch\u00e4ftigten wir uns. Am Abend hatten wir frei. Wir hatten unsere Kantine, Bibliothek, einen Klub, wo es Zeitungen und Journale gab. Dort verbrachten auch die Soldaten ihre Freizeit.\u201c<sup>2<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Doch schon 1945 beklagten Vorgesetzte und Kommandeure die teilweise niedrige Moral bei der Einhaltung der strengen Pl\u00e4ne. Soldaten entfernten sich unerlaubt von der Truppe oder nahmen nicht an den Schulungen und milit\u00e4rischen \u00dcbungen teil. Selbst Offiziere missachteten ihre Vorbildfunktion: An ihren freien Tagen begaben sie sich etwa in die n\u00e4chstgelegene Stadt ohne davor ihren Aufenthaltsort bekanntzugeben oder liefen w\u00e4hrend ihrer Dienstzeit in unordentlicher Adjustierung mit ungeputzten Schuhen herum.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/40_1_Graffiti_1954.jpg\" alt=\"Inschrift von Aram Akopjan\" class=\"wp-image-8819\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/40_1_Graffiti_1954.jpg 1200w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/40_1_Graffiti_1954-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/40_1_Graffiti_1954-768x510.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>Abb. 1: Inschrift von Aram Akopjan<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><br>Die Unterk\u00fcnfte der Soldaten und Offiziere<\/h3>\n\n\n\n<p><br>Zu Kriegsende standen 400.000 M\u00e4nner allein der Roten Armee auf \u00f6sterreichischem Boden, die untergebracht werden mussten. Bis Herbst 1945 verringerte sich ihre Zahl auf etwa 180.000 bis 200.000, Anfang 1946 waren es 150.000. Zu Kriegsende befanden sich noch immer 40.000 sowjetische Soldaten verschiedener R\u00e4nge und mehr als 7.000 ihrer Familienangeh\u00f6rigen in \u00d6sterreich. Sie alle mussten untergebracht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>In Fragen der Unterbringung der Armeeangeh\u00f6rigen gab es wie bei der Tagesplanung gro\u00dfe Unterschiede zwischen den gew\u00f6hnlichen Mannschaften und den Offizieren. F\u00fcr Mannschaftssoldaten wurden vor allem in den Anf\u00e4ngen der Besatzungszeit meist Kasernen oder aufgelassene Kriegsgefangenenlager adaptiert, in denen sie verschiedenste Qualit\u00e4tsstufen vorfanden. Diese reichten vom eigenen Zimmer mit Bett und Einrichtung \u2013 siehe Zitat des Politberichts unterhalb \u2013 bis zur einfachen Notl\u00f6sung in Form einer Pritsche.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\">\u201eS\u00e4mtliche Angeh\u00f6rige des Mannschaftsstandes leben nach Batterien gegliedert in Einzelzimmern. Jeder Soldat und jeder Unteroffizier verf\u00fcgt \u00fcber ein Bett, eine Matratze, zwei Leint\u00fccher, eine Bettdecke und einen Polster. Die Zimmer sind mit Bildern der gro\u00dfen F\u00fchrer, Spruchb\u00e4ndern, Plakaten und Blumen geschm\u00fcckt, die B\u00f6den in den Zimmern und G\u00e4ngen wurden mit Teppichen ausgelegt. Jede Batterie verf\u00fcgt \u00fcber ein Radioger\u00e4t.\u201c<sup>3<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend vor allem anfangs die vorhandenen R\u00e4umlichkeiten f\u00fcr die Mannschaften dicht mit zwei- und dreist\u00f6ckigen Pritschen ausgestattet wurden, um m\u00f6glichst viele Soldaten unterzubringen, wurden f\u00fcr Offiziere H\u00e4user und Wohnungen beschlagnahmt. Sowohl die abgeschlossene Kasernierung der einfachen Soldaten als auch die von der \u00f6sterreichischen Zivilbev\u00f6lkerung isolierten Offiziersunterk\u00fcnfte dienten dem Zweck, der bef\u00fcrchteten Spionage entgegenzuwirken.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf diese Weise entstanden an den Unterbringungsorten v\u00f6llig nach au\u00dfen abgeschottete Bereiche, in die nie oder nur selten ein \u00d6sterreicher vordrang, denn es war verboten, sich mit der Zivilbev\u00f6lkerung eine Unterkunft zu teilen. Ganz im Gegenteil galt jeder Kontakt mit Einheimischen als potenziell gef\u00e4hrlich in politischer und ideologischer Hinsicht. Deshalb legte man seitens der milit\u00e4rischen F\u00fchrung wert auf strenge Ordnung, Disziplin und einen funktionierenden Wachdienst.<\/p>\n\n\n\n<p>Offiziere, die in beschlagnahmten H\u00e4usern oder Wohnungen lebten, standen jedoch ganz entgegen der Vorgaben oft in Verbindung mit den \u00f6sterreichischen Eigent\u00fcmern und pflegten Umgang mit ihnen. Der ebenfalls in Bruck an der Leitha stationierte Oberleutnant Boris Zajcev erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\">\u201eAls unsere Einheit nach Bruck kam, suchte der Stadtkommandant f\u00fcr uns Offiziere Wohnungen aus. Die Soldaten wohnten getrennt. Und ich bekam diese Wohnung neben der Br\u00fccke. Mit der Frau des Hausherrn hatte ich fast keinen Kontakt, weil ich nicht im Haus, sondern in der Einheit a\u00df. Wir hatten einen guten Koch. Ich schlief dort und ruhte mich dort aus. Diese Familie hatte zwei T\u00f6chter und einen Sohn. Der Bub kam sehr gern zu mir. Er redete mit mir und brachte mir Deutsch bei. Er sa\u00df neben mir und sagte, wie die W\u00f6rter richtig ausgesprochen werden. Er spielte den Lehrer. Und dann gingen wir alle ins Kino, mit den T\u00f6chtern und dem Hausherrn, manchmal auch mit dem Sohn. Eine ganze Gruppe.\u201c<sup>4<\/sup><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/40_2_Graffiti_1954.jpg\" alt=\"Inschrift von Art\u00f6m Podzholjan\" class=\"wp-image-8820\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/40_2_Graffiti_1954.jpg 1200w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/40_2_Graffiti_1954-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/40_2_Graffiti_1954-768x510.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>Abb. 2: Inschrift von Art\u00f6m Podzholjan<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><br>Die Besetzung des Truppen\u00fcbungsplatzes Bruckneudorf<\/h3>\n\n\n\n<p><br>Bereits 1867 wurde der Truppen\u00fcbungsplatz (T\u00fcpl) Bruckneudorf gegr\u00fcndet, damals noch unter dem Namen &#8222;Brucker Lager&#8220; wegen seiner unmittelbaren N\u00e4he zu Bruck an der Leitha. Hier \u00fcbten bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges die Infanterie, Kavallerie, technische Truppen und sogar die Marine.<br>Am 17. M\u00e4rz 1938 besetzten deutsche Truppen in Folge des \u201eAnschlusses\u201c den T\u00fcpl und verwendeten ihn bis Kriegsende f\u00fcr sich. Im Zuge dessen fand eine betr\u00e4chtliche Erweiterung statt, in deren Verlauf die Einwohner des Ortes Sommerein ausgesiedelt wurden. An der westlichen Seite des Ortes wurde die Artillerieschie\u00dfbahn V angelegt, die in nordnordwestlicher Richtung vom Mitterberg bis zur Leitha reichte.<sup>5<\/sup> In dieser Schie\u00dfbahn wurden \u00dcbungsbunker errichtet, in denen die Rekruten durch Artilleriefeuer an den Gefechtsl\u00e4rm gew\u00f6hnt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz nach Kriegsende brachte die Rote Armee 300 Soldaten einer Pioniereinheit hier unter, die sich der Wiederinstandsetzung der Eisenbahnbr\u00fccke widmete. Bis 1955 waren es haupts\u00e4chlich Artillerie- und Panzereinheiten, die am T\u00fcpl stationiert wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>1946 erfolgte die Beschlagnahme aller L\u00e4ndereien der Gemeinden Bruck an der Leitha, Kaisersteinbruch und Sommerein, auf denen sich der T\u00fcpl befand, und des K\u00f6nigshofs bei Wilfleinsdorf, da der \u00dcbungsplatz als ehemaliges deutsches Eigentum der USIA-Verwaltung unterstellt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Die R\u00fcckgabe des T\u00fcpl an das \u00d6sterreichische Bundesheer erfolgte am 27. August 1955. Kurz darauf wurde seine Gr\u00f6\u00dfe wieder auf den Bestand von vor 1938 reduziert, wodurch die \u00dcbungsbunker bei Sommerein heute von privaten Feldern umgeben sind.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/40_3_Graffiti_1954.jpg\" alt=\"Hier sind drei Namen erkennbar: Mitte in schwarzer Farbe Samadashvili, rechts schr\u00e4g Tymirbaj I. Jumagulov und in brauner Farbe A.I. Ischkov\" class=\"wp-image-8821\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/40_3_Graffiti_1954.jpg 1200w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/40_3_Graffiti_1954-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/40_3_Graffiti_1954-768x510.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>Abb. 3: Hier sind drei Namen erkennbar: Mittig in schwarzer Farbe Samadashvili, rechts schr\u00e4g Tymirbaj I. Jumagulov und in brauner Farbe A.I. Ischkov<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><br>Die Entschl\u00fcsselungen der Graffiti<\/h3>\n\n\n\n<p><br>Frau Mag. Natalia Lagureva vom <a href=\"http:\/\/www.befreiungsmuseumwien.at\/\">Befreiungsmuseum Wien<\/a> konnte die oben gezeigten Graffiti entschl\u00fcsseln und \u00fcbersetzen, wof\u00fcr ich ihr herzlich danke. Dabei kam ein bunter geographischer Mix der Menschen heraus, die sich an den Bunkerw\u00e4nden verewigt haben:<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Zu Abb. 1:<\/strong><br><br><span style=\"text-decoration: underline;\">Im Original:<\/span><br>Zeile 1: \u0410\u041a\u041e\u041f\u042f\u041d<br>Zeile 2: \u0410\u0420\u0410\u041c 1954 \u2013 \u0431\u044b\u043b \u0437\u0434\u0435\u0441\u044c<br>Zeile 3: \u044f\u043d\u0432\u0430\u0440\u044c 13\/I<br><br><span style=\"text-decoration: underline;\">Umgewandelt in lateinische Schrift:<\/span><br>Zeile 1: AKOPJAN<br>Zeile 2: ARAM 1954 \u2013 byl zdes\u2018<br>Zeile 3: janvar&#8216; 13\/I<br><br><span style=\"text-decoration: underline;\">Bedeutung:<\/span><br>Zeile 1: Akopjan ist ein armenischer Familienname<br>Zeile 2: Aram ist ein armenischer Vorname, 1954 \u2013 war hier<br>Zeile 3: Januar 13\/1<br><br><span style=\"text-decoration: underline;\">Zusammengefasst:<\/span><br>Der aus Armenien stammende Aram Akopjan war am 13. J\u00e4nner 1954 hier (in einem \u00dcbungsbunker in Bruckneudorf).<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Zu Abb. 2:<\/strong><br><br><span style=\"text-decoration: underline;\">Im Original:<\/span><br>Zeile 1: 1954 \u0433. 13-\u0433\u043e<br>Zeile 2: \u041f\u043e\u0434\u0436\u043e\u043b\u044f\u043d<br>Zeile 3: \u0410\u0420\u0422\u0401\u041c<br>Zeile 4: \u0440\u0430\u0434.1934<br><br><span style=\"text-decoration: underline;\">Umgewandelt in lateinische Schrift:<\/span><br>Zeile 1: 1954 g. 13-go ja(nvarja)<br>Zeile 2: Podzholjan<br>Zeile 3: ART\u00d6M<br>Zeile 4: rad. 1934 \u0433.<br><br><span style=\"text-decoration: underline;\">Bedeutung:<\/span><br>Zeile 1: 1954 J(ahr) 13.-te Ja(nuar leider au\u00dferhalb des Fotobereichs)<br>Zeile 2: Podzholjan ist ein russischer oder ukrainischer Familienname<br>Zeile 3: Art\u00f6m ist ein russischer oder ukrainischer Vorname<br>Zeile 4: eventuell ein Hinweis auf sein Geburtsjahr 1934<br><br><span style=\"text-decoration: underline;\">Zusammengefasst:<\/span><br>Der eventuell 1934 geborene Art\u00f6m Podzholjan von wahrscheinlich russischer oder ukrainischer Herkunft hinterlie\u00df am 13. J\u00e4nner 1954 seinen Namen im Bruckneudorfer \u00dcbungsbunker.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Zu Abb. 3:<\/strong><br><br><span style=\"text-decoration: underline;\">Im Original:<\/span><br>Zeile 1: 1954 \u0433.<br>Zeile 2: 13\/I \u043c \u0447\u0438\u0441\u0430? \u0447\u0430\u0441\u0430<br>Zeile 3: \u0411\u044b\u043b \u0421\u0410\u041c\u0410\u0414\u0410\u0428\u0412\u0418\u041b\u0418<br><br><span style=\"text-decoration: underline;\">Umgewandelt in lateinische Schrift:<\/span><br>Zeile 1: 1954 g.<br>Zeile 2: 13\/I m. 3 tchisa<br>Zeile 3: Byl SAMADASHVILI<br><br><span style=\"text-decoration: underline;\">Bedeutung:<\/span><br>Zeile 1: 1954 J(ahr)<br>Zeile 2: 13\/I m. um 3 Uhr [eventuell]<br>Zeile 3: War [Samadashvili ist ein georgischer Familienname]<br><br><span style=\"text-decoration: underline;\">Zusammengefasst:<\/span><br>Am 13. J\u00e4nner 1954 war \u2013 eventuell um 3 Uhr \u2013 ein Mensch aus Georgien namens Samadashvili im \u00dcbungsbunker bei Bruckneudorf.<br><br><strong>Darunter in brauner Farbe:<\/strong><br><br><span style=\"text-decoration: underline;\">Im Original:<\/span><br>\u0418\u0448\u043a\u043e\u0432 \u0410.\u0418.<br><br><span style=\"text-decoration: underline;\">Umgewandelt in lateinische Schrift:<\/span><br>Ischkov A. I.<br><br><span style=\"text-decoration: underline;\">Bedeutung:<\/span><br>Russischer Familienname vermutlich mit den Initialen des Vornamens<br><br><strong>Rechts oben schr\u00e4g:<\/strong><br><br><span style=\"text-decoration: underline;\">Im Original:<\/span><br>Zeile 1: 1954-13\/I<br>Zeile 2: \u042e\u043c\u0430\u0433\u0443\u043b\u043e\u0432<br>Zeile 3: \u0422\u044b\u043c\u0438\u0440\u0431\u0430\u0439 \u0418.<br><br><span style=\"text-decoration: underline;\">Umgewandelt in lateinische Schrift:<\/span><br>Zeile 1: 1954-13\/I<br>Zeile 2: Jumagulov<br>Zeile 3: Tymirbaj I.<br><br><span style=\"text-decoration: underline;\">Bedeutung:<\/span><br>Zeile 1: 1954-13\/I<br>Zeile 2: Jumagulov ist ein kasachischer Familienname<br>Zeile 3: Tymirbaj ist ein kasachischer Vorname und eventuell die Initiale eines weiteren Vornamens<br><br><span style=\"text-decoration: underline;\">Zusammengefasst:<\/span><br>Der aus Kasachstan stammende Tymirbaj Jumagulov war ebenso wie die oben angef\u00fchrten vermutlichen Besatzungssoldaten am 13. J\u00e4nner 1954 in diesem \u00dcbungsbunker bei Bruckneudorf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-white-background-color has-background\"><span class=\"has-inline-color has-black-color\">M\u00f6chtest Du Dich erkenntlich zeigen?<\/span> <a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?page_id=6688\" data-type=\"page\" data-id=\"6688\">Hier hast Du die M\u00f6glichkeit dazu<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Fu\u00dfnoten:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><br>1 Barbara <em>Stelzl-Marx<\/em>, Stalins Soldaten in \u00d6sterreich. Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945\u20131955 (Kriegsfolgen-Forschung, Wissenschaftliche Ver\u00f6ffentlichungen des Ludwig-Boltzmann-Instituts f\u00fcr Kriegsfolgen-Forschung Graz\u2013Wien\u2013Klagenfurt Bd. 6, Wien\/M\u00fcnchen 2012), S. 559, online unter:<br><a href=\"https:\/\/library.oapen.org\/handle\/20.500.12657\/33845\">https:\/\/library.oapen.org\/handle\/20.500.12657\/33845<\/a> (9. Juli 2020)<\/p>\n\n\n\n<p>2 Stelzl-Marx, Stalins Soldaten, S. 561.<\/p>\n\n\n\n<p>3 Stelzl-Marx, Stalins Soldaten, S. 564.<\/p>\n\n\n\n<p>4 Stelzl-Marx, Stalins Soldaten, S. 567f.<\/p>\n\n\n\n<p>5 Nieder\u00f6sterreichisches Landesarchiv, Der Reichsstatthalter in Niederdonau, Dezernat Ve-3, Zl. 423\/1941.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Links und Literatur:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><br>Petra <em>Weiss<\/em>, 150 Jahre Brucker Lager, T\u00fcpl Bruckneudorf, Teil 1: Von der Gr\u00fcndung 1867 bis zum Ersten Weltkrieg 1914, online unter:<br><a href=\"https:\/\/www.truppendienst.com\/themen\/beitraege\/artikel\/150-jahre-brucker-lagertuepl-bruckneudorf-1\/#page-1\">https:\/\/www.truppendienst.com\/themen\/beitraege\/artikel\/150-jahre-brucker-lagertuepl-bruckneudorf-1\/#page-1<\/a> (9. Juli 2020)<\/p>\n\n\n\n<p>Petra <em>Weiss<\/em>, 150 Jahre Brucker Lager, T\u00fcpl Bruckneudorf, Teil 2: Vom Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 bis zum Ende der Besatzungszeit 1955, online unter:<br><a href=\"https:\/\/www.truppendienst.com\/themen\/beitraege\/artikel\/150-jahre-brucker-lagertuepl-bruckneudorf-2\/#page-1\">https:\/\/www.truppendienst.com\/themen\/beitraege\/artikel\/150-jahre-brucker-lagertuepl-bruckneudorf-2\/#page-1<\/a> (9. Juli 2020)<\/p>\n\n\n\n<p>Petra <em>Weiss<\/em>, 150 Jahre Brucker Lager, T\u00fcpl Bruckneudorf, Teil 3: Vom Ende der Besatzungszeit 1955 bis heute, online unter:<br><a href=\"https:\/\/www.truppendienst.com\/themen\/beitraege\/artikel\/150-jahre-brucker-lagertuepl-bruckneudorf-3\/#page-1\">https:\/\/www.truppendienst.com\/themen\/beitraege\/artikel\/150-jahre-brucker-lagertuepl-bruckneudorf-3\/#page-1<\/a> (9. Juli 2020)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-small-font-size\" style=\"color:#18a211\"><br><strong>Interne Links:<\/strong><br><br>Mehr zu den Jahren der Besatzungszeit:<br><a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?page_id=459\">https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?page_id=459<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwischen 1945 und 1955 war \u00d6sterreich von den vier alliierten M\u00e4chten besetzt. Nieder\u00f6sterreich, Ober\u00f6sterreich ob der Donau und das Burgenland befanden sich zehn Jahre lang unter sowjetischer Herrschaft, wovon noch heute zahlreiche schriftliche Relikte zeugen. 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