{"id":5344,"date":"2020-04-13T17:17:28","date_gmt":"2020-04-13T15:17:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?p=5344"},"modified":"2021-02-22T22:04:26","modified_gmt":"2021-02-22T21:04:26","slug":"1944-1945-die-parolen-im-objekt-x-des-ehemaligen-konzentrationslagers-melk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?p=5344","title":{"rendered":"1944\/1945 \u2013 Die Parolen im Objekt X des ehemaligen Konzentrationslagers Melk"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-color has-small-font-size\" style=\"color:#18a211\">Am 23. Juni 2020 wurde dieser Beitrag mit kleinen Erg\u00e4nzungen \u00fcberarbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Dieser Beitrag besch\u00e4ftigt sich mit den schriftlichen Hinterlassenschaften, die noch heute im oberen Stockwerk des Objekts X in der Birago-Kaserne der Melker Pioniere zu finden sind. Dabei handelt es sich einerseits um Inschriften des Zeitraums 1944\/1945, als hier Unterkunftsr\u00e4ume des Konzentrationslagers Melk eingerichtet waren, und andererseits um die Reste von Worten in kyrillischer Schrift an der s\u00fcd\u00f6stlichen Wand, die mit hoher Wahrscheinlichkeit in der unmittelbaren Nachkriegszeit vor J\u00e4nner 1946 entstanden sind.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><br>Inhalt<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"#geschichte\">Kurze Geschichte des KZ Melk<\/a><\/li><li><a href=\"#objektx\">Das Objekt X<\/a><\/li><li><a href=\"#luftangriff\">Der Luftangriff am 8. Juli 1944<\/a><\/li><li><a href=\"#beschriftungen\">Die Beschriftungen im Objekt X<\/a><ul><li><a href=\"#beschriftungenkz\">Beschriftungen des Konzentrationslagers<\/a><\/li><li><a href=\"#beschriftungenbesatzung\">Beschriftungen aus der Besatzungszeit<\/a><\/li><\/ul><\/li><li><a href=\"#textanhang\">Textanhang<\/a><\/li><li><a href=\"#bildanhang\">Bildanhang<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><br><span id=\"geschichte\">Kurze Geschichte des KZ Melk<\/span><\/h3>\n\n\n\n<p><br>In der ersten Aprilh\u00e4lfte 1944 wurde in Melk ein Au\u00dfenlager des Konzentrationslagers Mauthausen eingerichtet, dessen H\u00e4ftlinge zum Bau der Stollenanlage mit dem Decknamen \u201eQuarz\u201c bei Roggendorf eingesetzt werden sollten. Hier sollten R\u00fcstungsbetriebe unterirdisch verlagert werden, damit diese vor Luftangriffen gesch\u00fctzt weiterproduzieren konnten. Urspr\u00fcnglich beabsichtigte die SS, das Lager direkt am Fu\u00dfe des Wachberges, in dem die Stollenanlage aufgefahren wurde, zu bauen, doch bot sich die Pionierkaserne in Melk als viel besser geeigneter Lagerstandort an, vor allem, weil man hier auf bestehende Geb\u00e4ude und Infrastruktur aufbauen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Folge entstand hier das viertgr\u00f6\u00dfte KZ \u00d6sterreichs nach <a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?page_id=453#mauthausen\">Mauthausen<\/a>, Gusen und Ebensee und damit das gr\u00f6\u00dfte Nieder\u00f6sterreichs. Etwa 14.390 ausschlie\u00dflich m\u00e4nnliche H\u00e4ftlinge wurden w\u00e4hrend des einj\u00e4hrigen Bestehens des Lagers zur <a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?page_id=1343#zwangsarbeit\">Zwangsarbeit<\/a> in der R\u00fcstungsindustrie herangezogen \u2013 etwa ein Drittel \u00fcberlebte die Torturen nicht. Unter ihnen waren mehr als 26 Nationen vertreten, die meisten kamen aus Ungarn (35 bis 40 %), Polen (25 bis 30 %), Frankreich (10 %) und dem Deutschen Reich (5 %). Die Sowjetunion, Italien, Griechenland und Jugoslawien stellten weitere Nationen dar, die gro\u00dfe H\u00e4ftlingsgruppen in Melk bildeten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die ersten 500 H\u00e4ftlinge, haupts\u00e4chlich deportierte Franzosen, wurden am 21. April von Mauthausen nach Melk \u00fcberstellt. Der zweite Transport folgte schon zwei Tage danach, als 532 H\u00e4ftlinge \u2013 ebenfalls deportierte Franzosen \u2013 im Lager ankamen.<br>Yves Briand, ein H\u00e4ftling, der am 23. April nach Melk kam, beschreibt in seinem Erinnerungsbericht, wo diese ersten H\u00e4ftlinge untergebracht waren:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\">\u201eDas Lager: eine gro\u00dfe ockerfarbene Kaserne, bestehend aus vier Geb\u00e4uden, alle mit Stockwerk, das Ganze schaut fast gastlich aus. Links, eine riesengro\u00dfe Garage. [\u2026] Einen Blick auf das Lager geworfen: im Moment wird die gro\u00dfe Garage die Unterkunft der Lagerinsassen sein.\u201c<sup>1<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Ab dem Zeitpunkt ihrer Ankunft arbeitete der Gro\u00dfteil der H\u00e4ftlinge auf der Baustelle der R\u00fcstungsverlagerung im Wachberg bei Roggendorf. Etwa sieben bis zehn Prozent wurden f\u00fcr den weiteren Auf- und Ausbau des Lagers selbst verwendet. Dieses sollte bis Anfang Juni 7.000 Insassen f\u00fcr die Baustelle des Projekts \u201eQuarz\u201c aufnehmen, wof\u00fcr noch 18 Baracken gebaut werden mussten.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Versorgung des Lagers mit Trink- und Nutzwasser wurde bis Herbst ein Pumpwerk an der Melkm\u00fcndung bei der sogenannten \u201eOfensch\u00fcssel\u201c errichtet. Von dort wurde das Wasser in einen 530 Kubikmeter fassenden Hochbeh\u00e4lter gepumpt, der etwa 800 Meter s\u00fcdlich des KZ und 40 H\u00f6henmeter dar\u00fcber von H\u00e4ftlingen erbaut wurde.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_Zisterne_1944.jpg\" alt=\"Jahreszahl 1944 \u00fcber dem Eingang in die Zisterne\" class=\"wp-image-5418\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_Zisterne_1944.jpg 1200w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_Zisterne_1944-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_Zisterne_1944-768x510.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>Jahreszahl 1944 \u00fcber dem Eingang in die Zisterne \u2013 sogar hier musste das Parteisymbol verewigt werden. Nach dem Krieg wurde es verspachtelt.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Dieser hohe Aufwand zur Einrichtung und Ausstattung des Lagers \u2013 wie des Baus mehrerer H\u00e4ftlings- und SS-Baracken in und au\u00dferhalb der Kaserne, des Pumpwerks mit Hochbeh\u00e4lter und einer Kanalisation \u2013 wurde betrieben, um das Lager auf l\u00e4ngere Benutzungsdauer einzurichten. Der Einsatz der tausenden H\u00e4ftlinge war nicht nur f\u00fcr die Phase bis zur Inbetriebnahme der unterirdischen R\u00fcstungsproduktion im Wachberg geplant. Sie waren dar\u00fcberhinaus als Arbeitskr\u00e4fte der R\u00fcstungsindustrie in den von ihnen gebauten Industriestollen vorgesehen.<sup>2<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Ab November 1944 bezog die Steyr-Daimler-Puch AG (SDP) die ihr zugewiesenen Stollen und fertigte ab Dezember auf 2.700 Quadratmetern Grundfl\u00e4che Kugellager und Ringe. Bis 15. M\u00e4rz 1945 waren insgesamt 7.880 Quadratmeter Produktionsfl\u00e4che durch Zwangsarbeit fertiggestellt worden. Es kam jedoch bis Kriegsende zu keinen Verlagerungen anderer Firmen als der SDP in die Anlage \u201eQuarz\u201c.<sup>3<\/sup><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_Quarz-Bearbeitungsspuren-Bleistiftlinie.jpg\" alt=\"Bearbeitunsspuren und eine Bleistiftlinie im Stollen\" class=\"wp-image-5417\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_Quarz-Bearbeitungsspuren-Bleistiftlinie.jpg 1200w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_Quarz-Bearbeitungsspuren-Bleistiftlinie-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_Quarz-Bearbeitungsspuren-Bleistiftlinie-768x510.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>Bearbeitungsspuren der KZ-H\u00e4ftlinge und eine angerissene Linie im Stollen<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Vor genau 75 Jahren \u2013 zwischen 11. und 15. April 1945 \u2013 wurde das Konzentrationslager Melk evakuiert. 7401 H\u00e4ftlinge wurden gem\u00e4\u00df eines Befehls von Heinrich Himmler in weiter westlich gelegene Lager transportiert oder in Fu\u00dfm\u00e4rschen getrieben, bevor man sie den herannahenden sowjetischen Truppen \u00fcberlassen wollte. Etwa 1.500 von ihnen kamen nach Mauthausen, die restlichen 5.901 nach Ebensee.<sup>4<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Die Stollenmundl\u00f6cher und Kreuzungsbereiche der zu Kriegsende sieben Kilometer langen Stollen des Projekts \u201eQuarz\u201c wurden von der sowjetischen Besatzungsmacht gesprengt, um die Anlage weiterer milit\u00e4rischer und r\u00fcstungsindustrieller Nutzung zu entziehen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><br><span id=\"objektx\">Das Objekt X<\/span><\/h3>\n\n\n\n<p><br>Dieses Objekt war eines der gr\u00f6\u00dften in der Kaserne. Urspr\u00fcnglich war es etwa 95 Meter lang und 25 Meter breit. Der heutige Geb\u00e4udeteil, in dem sich die Aufschriften erhalten haben, misst etwa 48 x 25 Meter. Das Objekt X vereinte die ebenerdigen Werkst\u00e4tten mit den dar\u00fcber befindlichen Garagen, die \u00fcber Rampen zu befahren waren. Nachdem der Beschluss gef\u00e4llt wurde, das Kasernenareal zur Unterbringung des Konzentrationslagers zu nutzen, wurden anstelle der Werkst\u00e4tten die K\u00fcchen eingerichtet. Im Stockwerk dar\u00fcber entstanden die ersten H\u00e4ftlingsunterk\u00fcnfte, die im Laufe der folgenden Monate durch Baracken am Areal erg\u00e4nzt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die ersten H\u00e4ftlinge, die im April 1944 von Mauthausen nach Melk kamen, wurden wie bereits erw\u00e4hnt im Objekt X untergebracht, das in ihrem Sprachgebrauch meist als \u201eGarage\u201c Erw\u00e4hnung findet.<\/p>\n\n\n\n<p>In Erinnerungsberichten und Zeitzeugeninterviews geben die ehemaligen KZ-Insassen Einblick in die Zust\u00e4nde der Unterbringung. Anfangs empfanden sie die Zust\u00e4nde in Melk im Vergleich zu Mauthausen als besser, vor allem, was die Schlafm\u00f6glichkeiten betraf. Der Bericht des franz\u00f6sischen H\u00e4ftlings Ren\u00e9 Gille klingt beinahe freudvoll:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\">\u201eDie Garage, die f\u00fcr schwere Wagen und Fahrzeuge gebaut ist, liegt \u00fcber den Werkst\u00e4tten, die zur Reparatur und Wartung dieser Wagen dienen. Den ersten Stock erreicht man \u00fcber zwei breite und massive Rampen. Das ganze Geb\u00e4ude ist bestimmt 150 Meter lang und mehr als 20 Meter breit.<br>Bei unserer Ankunft stellen wir fest, da\u00df wir Stockbetten, je ein Doppelbett f\u00fcr zwei Leute, also im Ganzen vier Leute, haben werden. Sogar mit einem Gef\u00e4hrten wird unser Schlafplatz besser sein als in Mauthausen und wir werden tats\u00e4chlich schlafen. [\u2026] Erste Nacht in Melk, auf einer ganz neuen Strohmatratze, in einem ganz neuen Bett, mit zwei neuen Decken; relativ gute Nacht, obwohl wir nur bis vier Uhr schlafen konnten, die Sonne war noch nicht aufgegangen.\u201c<sup>5<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Der polnische H\u00e4ftling J\u00f3zef Ciep\u0142y gibt eine eher n\u00fcchterne Beschreibung wieder:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\">\u201eIch war im Block 12 untergebracht, welcher sich mit Block 13 in der linken H\u00e4lfte der einst\u00f6ckigen Halle befand. Der Eingang zu diesem war an der kurzen Seite der Halle, zu dem man mittels einer steil aufsteigenden, aus Beton gebauten, breiten Auffahrt kommen konnte. Diese war einst augenscheinlich zur Auffahrt von Fahrzeugen bestimmt. Die beiden Blocks waren durch eine leichte, luftige Bretterwand abgesondert. Im Vordergrund der Blocks war ein gr\u00f6\u00dferer, leerer Raum, der f\u00fcr das Appellabhalten und Wirtschaftszwecke der Bl\u00f6cke verwendet wurde. Der Hintergrund war mit einer Unmenge von dreist\u00f6ckigen Holzbetten vollgestopft. Auf den Betten lagen aus Papierschnur gefertigte Strohs\u00e4cke mit Kopfkissen, die sp\u00e4rlich mit zerbr\u00f6keltem Holzstroh gef\u00fcllt, jedoch ohne irgendeinen Bettbezug waren. Darauf lag eine graue, abgezehrte Schlafdecke. Im Block gab es keine Bettenzuteilung. Der H\u00e4ftling selbst nahm eins von den leeren in Anspruch. Wenn es vorkam, da\u00df er nach seiner R\u00fcckkehr aus der Arbeit sein Bett belegt fand, suchte er ein anderes, leeres aus. So war es auch mit den Schlafdecken, die von Bett zu Bett wanderten.\u201c<sup>6<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem die ersten noch einigerma\u00dfen ertr\u00e4glichen Wochen vor\u00fcber waren, \u00e4nderten sich die Zust\u00e4nde:<\/p>\n\n\n\n<p>Paul Engel, ein franz\u00f6sicher H\u00e4ftling, beschreibt die Unterk\u00fcnfte im Winter 1944\/1945:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\">\u201eZu dieser Zeit befand ich mich im Block 12, der \u00fcber den K\u00fcchen gebaut worden war. Aufgrund der Hitze, die aus den Kaminen kam und der betr\u00e4chtlichen Anzahl von Gefangenen, die wir ja waren, ungef\u00e4hr 800 f\u00fcr nur 400 Betten, kondensierte an der Decke Wasserdampf, der in Form von Tropfen auf den betonierten Boden und auf die Strohs\u00e4cke der oberen Betten heruntertropfte, die durchn\u00e4\u00dft waren wie Schw\u00e4mme. Wasserlacken breiteten sich an den Orten auf dem Boden aus, wo die Kranken und Schwachen ihre Bed\u00fcrfnisse der Nacht verrichteten. Jeden Abend gab es K\u00e4mpfe um ein Bett, um Bretter, um eine Strohmatte und Decken. In Gruppen zu dreien oder noch besser zu vieren zusammentun f\u00fcr zwei Betten, sonst riskierte man, auf dem Betonboden zu schlafen. Der Block\u00e4lteste, ein riesiger Russe aus dem Kaukasus, machte sich, was das betrifft, wenig Sorgen um die Organisation. Nach der Brotverteilung machte er das Licht aus und lie\u00df die H\u00e4ftlinge sich untereinander schlagen bis neun Uhr, das war die Stunde des allgemeinen Lichtl\u00f6schens, von der an er absolute Stille forderte. Das Aufwachen jedoch von der Glocke war begleitet von Gummischl\u00e4gen und wilden Schreien eines ebenfalls russischen Schwarms der Stubendienste. Um vier Uhr oder gegen halb f\u00fcnf Uhr fr\u00fch, wenn der Kommandobestand komplett war, schickte er uns vom Block weg.\u201c<sup>7<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Die unter den H\u00e4ftlingsunterk\u00fcnften eingerichteten K\u00fcchen im Objekt X beschrieb Robert Monin, ein franz\u00f6sischer H\u00e4ftling, so:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\">\u201eDie K\u00fcche des Lagers war sehr gro\u00df. Sie war mit 32 Schnellkocht\u00f6pfen, jeweils zu 300 Liter \u2013 in Batterien von 8 St\u00fcck installiert \u2013 und mit einem gigantischen Kohlenherd mit 3 Backrohren ausgestattet. In der K\u00fcche der Deportierten war alles ganz einfach: man f\u00fcllte die Druckkocht\u00f6pfe mit Wasser und gab dazu die Kartoffelschalen, w\u00e4hrend die gesch\u00e4lten Kartoffeln f\u00fcr die Deutschen waren. Manchmal waren die Kartoffelschalen durch vertrocknetes Gem\u00fcse von sehr schlechter Qualit\u00e4t und schlechtem Geschmack ersetzt, Karotten, Runkelr\u00fcbenbl\u00e4tter. Einmal bekamen wir Tonnen mit in Salzlauge und Essig eingelegten Brennesselbl\u00e4ttern, was kein Mensch essen konnte. In den T\u00f6pfen ein oder zwei W\u00fcrfel synthetischer Margarine (auf 300 Liter Wasser). Wenn sie in der K\u00fcche \u00fcberhaupt ankamen, denn meistens verschwanden sie zwischen dem Magazin und den T\u00f6pfen. Die Kapos stahlen sie, um sie gegen allerhand Zeug einzutauschen. Der Morgen-Kaffee bestand aus Eichelpulver und Wasser, niemals mit Zucker.\u201c<sup>8<\/sup><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><br><span id=\"luftangriff\">Der Luftangriff am 8. Juli 1944<\/span><\/h3>\n\n\n\n<p><br>Vermutlich hatte die alliierte Luftaufkl\u00e4rung noch keine Kenntnis davon erhalten, dass die Birago-Kaserne seit April als Konzentrationslager genutzt wurde. In der Annahme, eine Wehrmachtskaserne anzugreifen, warfen amerikanische Flugzeuge Bomben und nahmen mit Maschinengewehren das Areal unter Beschuss.<\/p>\n\n\n\n<p>Ren\u00e9 Gille beschreibt den Anblick des KZ am Abend des 8. Juli:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\">\u201eDas Lager ist total umgew\u00e4lzt, aber vor allem ist die gro\u00dfe Garage zerst\u00f6rt und es str\u00f6mt Rauch aus ihr.\u201c9<\/p>\n\n\n\n<p>Ren\u00e9 Pottier, ebenfalls aus Frankreich, schildert die Auswirkungen auf das Kasernenareal, das Objekt X und die zum Zeitpunkt des Angriffs darin eingesperrten ungarischen Juden:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\">\u201eDie H\u00f6fe waren wie von einem gigantischen Pflug bearbeitet; manche Geb\u00e4ude waren nur mehr Ruinen, deren Mauerst\u00fccke umzust\u00fcrzen drohten, aber vor allem ein Teil des gro\u00dfen Gef\u00e4ngnisses bot einen schrecklichen Anblick. Eine oder mehrere Bomben waren auf den Block oberhalb der K\u00fcchen (gro\u00dfe Garage, Anm. Perz) gefallen, in dem Juden untergebracht waren. Enorme Flammen schlugen zum Himmel. Funken wirbelten und fielen wieder auf den Boden. Es war unm\u00f6glich, sich dem Ungl\u00fccksgeb\u00e4ude zu n\u00e4hern. Hinter den vergitterten Fenstern sah man die Juden sich bewegen, sich herumsto\u00dfen, sich anstrengen, die Gitter herauszurei\u00dfen. Schlie\u00dflich gab eines davon nach, und ein Haufen halb verkohlter K\u00f6rper fiel auf den mit Schutt \u00fcbers\u00e4ten Boden.\u201c<sup>10<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>223 H\u00e4ftlinge starben in dem 15-min\u00fctigen Angriff. 197 Schwerverletzte verloren durch das Bombardement ihre Arbeitsf\u00e4higkeit und wurden am gleichen Tag nach Mauthausen r\u00fcck\u00fcberstellt, was mit hoher Wahrscheinlichkeit ihren Tod bedeutete. Ein H\u00e4ftling, der nicht arbeiten konnte, war f\u00fcr die SS von keinerlei Wert. Bis Ende Juli folgten weitere 125 verletzte H\u00e4ftlinge, die ebenfalls nach Mauthausen gebracht wurden.<sup>11<\/sup><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><br><span id=\"beschriftungen\">Die Beschriftungen im Objekt X<\/span><\/h3>\n\n\n\n<p><br>In den Wochen nach dem Bombardement vom 8. Juli wurde die Garage wieder aufgebaut und neu eingerichtet. Im Zuge dessen wurden mit hoher Wahrscheinlichkeit die Inschriften angebracht, die unterhalb zu sehen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Beschriftungen 1 bis 6 in der Skizze sind an den Deckenbalken zu finden und stammen aus der Zeit, als hier die H\u00e4ftlingsunterk\u00fcnfte des KZ eingerichtet waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit R1 und R2 habe ich die kyrillischen Hinterlassenschaften an den W\u00e4nden bezeichnet, die wohl unmittelbar nach Kriegsende von sowjetischem Milit\u00e4r verfasst wurden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"960\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_0_0_Lageskizze.png\" alt=\"Lageskizze der Beschriftungen\" class=\"wp-image-5395\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_0_0_Lageskizze.png 1200w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_0_0_Lageskizze-300x240.png 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_0_0_Lageskizze-768x614.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>Lageskizze der Beschriftungen.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><br><span id=\"beschriftungenkz\"><strong>Beschriftungen des Konzentrationslagers<\/strong><\/span><br>(Beschriftungen 1\u20136 in obiger Skizze)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_0_0_KZ-Melk_1944-45.jpg\" alt=\"Oberes Stockwerk des Objekt X der Birago-Kaserne\" class=\"wp-image-5362\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_0_0_KZ-Melk_1944-45.jpg 1200w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_0_0_KZ-Melk_1944-45-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_0_0_KZ-Melk_1944-45-768x510.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>Oberes Stockwerk des Objekts X der Birago-Kaserne \u2013 an den Deckenbalken sind in dunkelgr\u00fcner Farbe die Spr\u00fcche zu erkennen, die der &#8222;Erziehung&#8220; der H\u00e4ftlinge dienen sollten.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><br><span style=\"text-decoration: underline;\">Deckenbalken Abschnitte 1 und 2:<\/span><br>Spruch: Recht oder Unrecht, mein Vaterland.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Im April 1816 sprach der amerikanische Marineoffizier und Commodore Stephan Decatur die Worte aus, die bis heute nationalistisch denkenden Menschen als willkommener Sinnspruch dienen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\">\u201eOur country! In her intercourse with foreign nations may she always be in the right; but our country, right or wrong!\u201c<sup>12<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Was meinte er damit: Egal, welche Entscheidungen die Repr\u00e4sentanten des \u201eVaterlandes\u201c im Umgang mit anderen Nationen auch trafen \u2013 sie waren immer recht und richtig, egal ob sie in Wahrheit Unrecht waren. Der Ausspruch steht f\u00fcr bedingungslose Liebe zum Vaterland und ist bei \u201ePatrioten\u201c recht beliebt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass der Samen eines derart unkritischen Heimatd\u00fcnkels im Nationalsozialismus auf fruchtbarem Boden spross, ist naheliegend und so kam es zur Verwendung des Spruches in Konzentrationslagern \u2013 etwa in Buchenwald.<\/p>\n\n\n\n<p>In Melk befinden sich diese Worte am ersten Deckenbalken des Objekts X:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"293\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_0_1_Recht_oder_Unrecht_1944-45.jpg\" alt=\"Deckenbalken Abschnitt 1\" class=\"wp-image-5631\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_0_1_Recht_oder_Unrecht_1944-45.jpg 1200w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_0_1_Recht_oder_Unrecht_1944-45-300x73.jpg 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_0_1_Recht_oder_Unrecht_1944-45-768x188.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>Deckenbalken Abschnitt 1<br>Recht oder Unrecht<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"271\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_0_2_mein_Vater_land_1944-45.jpg\" alt=\"Deckenbalken Abschnitt 2\" class=\"wp-image-5364\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_0_2_mein_Vater_land_1944-45.jpg 1200w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_0_2_mein_Vater_land_1944-45-300x68.jpg 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_0_2_mein_Vater_land_1944-45-768x173.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>Deckenbalken Abschnitt 2<br>mein Vater \u2013 land<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><br><span style=\"text-decoration: underline;\">Deckenbalken Abschnitt 3:<\/span><br>Spruch: Arbeit macht frei<\/p>\n\n\n\n<p><br>\u201eArbeit macht frei\u201c ist der wohl bekannteste Spruch in der Geschichte des Freiheitsentzugs und der Menschenverachtung. Seinen Ursprung hat er in einer Schrift von Heinrich Bettziech (Beta) aus dem Jahr 1845:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\">\u201e[Luther] verdammte den M\u00fc\u00dfiggang und heiligte die Arbeit. Nicht der Glaube macht selig, nicht der Glaube an egoistische Pfaffen- und Adelzwecke, sondern die Arbeit macht selig, die Arbeit macht frei. Das ist nicht protestantisch oder katholisch, oder deutsch- oder christkatholisch, nicht liberal oder servil, das ist das allgemein menschliche Gesetz und die Grundbedingung alles Lebens und Strebens, alles Gl\u00fcckes und aller Seligkeit.\u201c<sup>13<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>In der Folge tauchte dieser Ausdruck in verschiedenen Texten auf, unter anderem 1872 in der Erz\u00e4hlung \u201eArbeit macht frei\u201c von Lorenz Diefenbach. Unerwartet fand der Volkskundler und Germanist Wolfgang Br\u00fcckner den Spruch in Kombination mit dem Hakenkreuz auf Beitragsmarken des \u00f6sterreichischen \u201eDeutschen Schulvereins\u201c aus dem Jahr 1922.<sup>14<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Wer letztendlich die Idee hatte, diese Parole in den Konzentrationslagern anzubringen, ist nicht bekannt. Als gesichert gilt jedoch die Annahme, \u201eArbeit macht frei\u201c sollte nie das tats\u00e4chliche Angebot an die KZ-Insassen darstellen, durch Arbeitsleistung die Freiheit erlangen zu k\u00f6nnen \u2013 von Anfang an war es als zynische Umkehr der Tatsache zu werten, dass die Arbeit in Konzentrationslagern der Vernichtung der H\u00e4ftlinge dienen sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Spruch kam in mehreren Konzentrationslagern zur Verh\u00f6hnung der H\u00e4ftlinge als Tor- oder Wandinschrift zur Verwendung \u2013 erstmals wahrscheinlich ab 1937\/1938 in Dachau. Andere Lager wie Flossenb\u00fcrg, Sachsenhausen und Auschwitz folgten.<sup>15<\/sup> Im KZ Melk befindet er sich am zweiten Deckenbalken des Objekts X.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"299\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_0_3_Arbeit_macht_frei_1944-45.jpg\" alt=\"Deckenbalken Abschnitt 3\" class=\"wp-image-5365\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_0_3_Arbeit_macht_frei_1944-45.jpg 1200w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_0_3_Arbeit_macht_frei_1944-45-300x75.jpg 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_0_3_Arbeit_macht_frei_1944-45-768x191.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>Deckenbalken Abschnitt 3<br>Arbeit macht frei<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><br><span style=\"text-decoration: underline;\">Deckenbalken Abschnitt 4:<\/span><br>Spruch: Jede Arbeit adelt<\/p>\n\n\n\n<p><br>Am 1. Mai 1933 hielt Friedrich Pietrusky, der Rektor der Bonner Universit\u00e4t, eine Rede, in der er die Unterschiede zwischen dem Stellenwert der Arbeit im Marxismus\/Sozialismus und im Nationalsozialismus gegen\u00fcberstellte. In seinen Ausf\u00fchrungen vertrat er den Standpunkt, Arbeit im Sozialismus h\u00e4tte durch die verschiedene Bewertung von geistiger und k\u00f6rperlicher Arbeit zu einer Spaltung der Bev\u00f6lkerung gef\u00fchrt, denn ein geistig Arbeitender h\u00e4tte h\u00f6heres Ansehen genossen als ein k\u00f6rperlich T\u00e4tiger.<br>Im Nationalsozialismus jedoch, so Pietrusky, n\u00e4hme jede Arbeit den gleichen Stellenwert ein, sofern sie ein Dienst am Volke w\u00e4re:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\">\u201eDer Leitstern unserer Arbeit, unseres Handelns soll sein: Dienst am Volke.<br>Jede Arbeit adelt, wenn sie unter diesem Gesichtspunkt geleistet wird. Nicht f\u00fcr uns sollen wir schaffen, sondern f\u00fcr das deutsche Volk. [\u2026] Doch was der Einzelne auch sei, wie Gro\u00dfes er auch leisten mag, er ist als Volksgenosse nie mehr als jeder gute Deutsche, aber weniger, wenn er die ihm von Gott gegebenen Kr\u00e4fte nicht in den Dienst seines Volkes stellt. [\u2026] Als gleichwertig, weil gleich in ihrem Streben jeder an seinem Platze f\u00fcr das Volk sein Bestes zu geben, stehen sich die Menschen gegen\u00fcber. Werden von diesem Gesichtspunkt Leistung und Arbeit betrachtet, dann gibt es unter den ehrlich arbeitenden, schaffenden Menschen keine Unterschiede, keine Klassen.\u201c<sup>16<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Konstantin Hierl, Reichsarbeitsf\u00fchrer und somit oberster Leiter des Reichsarbeitsdienstes (RAD), teilte die Meinung Pietruskys und erkor den Ausdruck \u201eArbeit adelt\u201c zum Leitmotto des RAD. Die Arbeit nach diesem Motto sollte die \u201eVolksgemeinschaft\u201c st\u00e4rken und Klassenunterschiede beseitigen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\">\u201eKlassenhochmut und einseitiger Parteiengeist sollten \u00fcberwunden und die Arbeitsdienst-Lager ein Vorbild hinsichtlich des Zusammenlebens im kleinen, einer echten Volksgemeinschaft werden. Das Arbeitsdienst-Erlebnis sollte weiterhin der Jugend die Einsicht vermitteln, da\u00df Arbeit nicht nur ein Mittel des Gelderwerbes ist, sondern eine sittliche und religi\u00f6se Pflicht, die dem Leben erst Inhalt und W\u00fcrde verleiht. Darum sollte die Jugend durch den Arbeitsdienst vor allem zur Achtung vor der Handarbeit erzogen werden. Sie sollte aus eigenem Erleben alle \u00fcberheblichen Vorurteile \u00fcber die Minderwertigkeit der Hand- und Landarbeit abstreifen. Und die \u00dcberzeugung sollte in den jungen M\u00e4nnern und M\u00e4dchen verankert werden, da\u00df edle Gesinnung jede Arbeit adelt und da\u00df dem Adel der Arbeit der erste Rang geh\u00f6rt.\u201c<sup>17<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>In der verkl\u00e4rten \u201eRomantik\u201c des nationalsozialistischen Arbeitsbegriffs war es nun nur noch ein kleiner Schritt, das Motto des RAD, der jungen deutschen M\u00e4nnern und Frauen die \u201eSch\u00f6nheit der Arbeit\u201c n\u00e4herbringen sollte, auch in Konzentrationslagern zu verwenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in diesem Spruch steckt somit ein \u00dcberma\u00df an Zynismus: Diente der \u201eAdel der Arbeit\u201c im Reichsarbeitsdienst bestenfalls als Vorbereitung auf das Arbeitsleben der jungen Deutschen \u2013 meist in idyllisch gelegenen Lagern \u2013, so bestand der \u201eAdel der KZ-Zwangsarbeit\u201c aus dem Verlust der Menschenw\u00fcrde im Angesicht des Todes in lebensgef\u00e4hrlichsten Arbeitsumgebungen und -bedingungen. Es war nie angedacht, den H\u00e4ftlingen eine gesellschaftliche Gleichstellung mit deutschen Arbeitern zuzubilligen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Parole befindet sich am zweiten Deckenbalken des Objekts X:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"254\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_0_4_Jede_Arbeit_adelt_1944-45.jpg\" alt=\"Deckenbalken Abschnitt 4\" class=\"wp-image-5637\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_0_4_Jede_Arbeit_adelt_1944-45.jpg 1200w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_0_4_Jede_Arbeit_adelt_1944-45-300x64.jpg 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_0_4_Jede_Arbeit_adelt_1944-45-768x163.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>Deckenbalken Abschnitt 4<br>Jede Arbeit adelt<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><br><span style=\"text-decoration: underline;\">Deckenbalken Abschnitte 5 und 6:<\/span><br>W\u00f6rter: Gehorsam, Flei\u00df, Ehrlichkeit, Ordnung, Sauberkeit, Wahrhaftigkeit<\/p>\n\n\n\n<p><br>Schon von alters her galt das Leben nach den sogenannten Kardinaltugenden als erstrebenswert. Dabei handelte es sich um Wesensz\u00fcge oder Charakteristika des Menschen, die zur Aufrechterhaltung und dem guten Funktionieren des Gemeinwesens \u2013 der Gesellschaft, in der sich die Menschen strukturierten und sozialisierten \u2013 als unabdingbar galten. Diese Kardinaltugenden unterlagen aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung im Laufe der Jahrhunderte einer st\u00e4ndigen Anpassung.<\/p>\n\n\n\n<p>Platon definierte in diesem Sinne bereits im antiken Griechenland Weisheit, Tapferkeit, Besonnenheit und Gerechtigkeit als die ausschlaggebenden Eigenschaften jedes Menschen. Thomas von Aquin als Philosoph und Theologe des Mittelalters erkannte die Tugenden in Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Ma\u00df, zuz\u00fcglich der g\u00f6ttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe. Im 17. Jahrhundert legte der Theologe und Philosoph Arnold Geulincx Flei\u00df, Gehorsam, Demut und Gerechtigkeit als die Kardinaltugenden fest. Johann Bernhard Basedow schlie\u00dflich sah in der zweiten H\u00e4lfte des 18. Jahrhunderts in Gehorsam, Flei\u00df, Ordnung, Reinlichkeit, Wohlt\u00e4tigkeit, Dienstfertigkeit, Ehrliebe und Klugheit die Kardinaltugenden, die bis dahin der Gl\u00fcckseligkeit des Staates zugrunde liegen mussten.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der kurz darauf anbrechenden \u00c4nderung der Sichtweise, diese Tugenden seien die pers\u00f6nliche Pflicht jedes Einzelnen, um die staatliche Sittenordnung aufrechtzuerhalten, war es nicht mehr weit zur in Tugenden gekleideten Obrigkeitsh\u00f6rigkeit.<sup>18<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Heinrich Himmler sah sich anscheinend dazu berufen, die Definition der Kardinaltugenden neu vorzunehmen und durch menschenverachtende Ma\u00dfnahmen in Konzentrationslagern den im Sinne des Nationalsozialismus als unw\u00fcrdig und wertlos klassifizierten Menschen einzubl\u00e4uen.<br>In einer Rede, die 1939 im Rundfunk gesendet wurde, sagte er:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\">\u201eEs gibt einen Weg in die Freiheit. Seine Meilensteine hei\u00dfen: Gehorsam, Flei\u00df, Ehrlichkeit, Ordnung, Sauberkeit, N\u00fcchternheit, Wahrhaftigkeit, Opfersinn und Liebe zum Vaterland.\u201c<sup>19<\/sup>, ein l\u00e4ngerer Ausschnitt der Rede befindet sich <a href=\"#tugenden\"><span style=\"text-decoration: underline;\">im Textanhang<\/span><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Auch diese Begriffe fanden in anderen Konzentrationslagern Verwendung: Sie prangten am Dach des Wirtschaftsgeb\u00e4udes in Dachau, um t\u00e4glich ihre \u201eerzieherische\u201c Wirkung auf die H\u00e4ftlinge zu entfalten. Mit den gleichen \u201eTugenden\u201c ver\u00fcbten die M\u00e4nner der SS all jene Verbrechen, f\u00fcr die sie im Wertekanon einer das Leben und die Menschenw\u00fcrde wertsch\u00e4tzenden Zivilisation nach dem Krieg verurteilt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Was Himmler unter dem Begriff Ordnung verstand, erkl\u00e4rte er bereits in einer Rede vor SS-Gruppenf\u00fchrern 1937:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\">\u201eIch bin vielmehr der Ansicht, da\u00df ein gro\u00dfer Teil von politischen und kriminellen Verbrechern [\u2026] viele Jahre ihres Lebens, mindestens aber so lange, bis sie sich an Ordnung gew\u00f6hnt haben, und zwar nicht, da\u00df sie nach unserer \u00dcberzeugung ordentliche Menschen geworden sind, sondern gebrochen in ihrem Willen, in den Lagern behalten m\u00fcssen.\u201c (sic!)<sup>20<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Der unfassbare Zynismus, der den Tugendbegriffen innewohnte, zeigt sich beim Blick auf Himmlers Vision eines Herrenvolks, wenn man sich gleichzeitig vor Augen h\u00e4lt, welche Qualen, Erniedrigungen und  sadistischen Todesvarianten die H\u00e4ftlinge der Konzentrationslager durch das deutsche \u201eHerrenvolk\u201c erleiden mussten:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\">\u201eEin Herrenvolk mu\u00df in der Lage sein, Menschen, die f\u00fcr die Gemeinschaft sch\u00e4dlich sind, aus der Gemeinschaft ohne christliche Barmherzigkeit auszuschalten, dabei jedoch anst\u00e4ndig zu sein, nie einen Menschen zu qu\u00e4len. Er soll lediglich festgesetzt und damit von allen anderen ferngehalten werden. Ein Herrenvolk mu\u00df in der Lage sein zu schie\u00dfen, wenn der Sch\u00e4dling flieht, es mu\u00df in der Lage sein, ihn niemals zu beschimpfen. Das w\u00e4re unanst\u00e4ndig, da er sich nicht wehren kann.\u201c<sup>21<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Im KZ Melk wurden sechs von Himmlers neun \u201eMeilensteinen\u201c am dritten Deckenbalken des Objekts X angebracht:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"307\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_0_5_Gehorsam-Flei\u00df-Ehrlichkeit_1944-45.jpg\" alt=\"Deckenbalken Abschnitt 5\" class=\"wp-image-5635\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_0_5_Gehorsam-Flei\u00df-Ehrlichkeit_1944-45.jpg 1200w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_0_5_Gehorsam-Flei\u00df-Ehrlichkeit_1944-45-300x77.jpg 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_0_5_Gehorsam-Flei\u00df-Ehrlichkeit_1944-45-768x196.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>Deckenbalken Abschnitt 5<br>Gehorsam Flei\u00df Ehrlichkeit<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"277\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_0_6_Ordnung-Sauberkeit-Wahrhaftigkeit_1944-45.jpg\" alt=\"Deckenbalken Abschnitt 6\" class=\"wp-image-5368\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_0_6_Ordnung-Sauberkeit-Wahrhaftigkeit_1944-45.jpg 1200w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_0_6_Ordnung-Sauberkeit-Wahrhaftigkeit_1944-45-300x69.jpg 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_0_6_Ordnung-Sauberkeit-Wahrhaftigkeit_1944-45-768x177.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>Deckenbalken Abschnitt 6<br>Ordnung Sauberkeit Wahrhaftigkeit<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><br><span id=\"beschriftungenbesatzung\"><strong>Beschriftungen aus der Besatzungszeit<\/strong><\/span><br>(Beschriftungen R1 und R2 in obiger Skizze)<\/p>\n\n\n\n<p><br>Die Birago-Kaserne diente unmittelbar nach Kriegsende bis etwa J\u00e4nner 1946 als Garnison sowjetischer Truppen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit stammen die hier gezeigten Reste kyrillischer Beschriftungen aus diesem Zeitraum. Die in den Bildern erkennbaren Buchstaben entstanden durch das Abkratzen der Farbe, mit der die Worte an die Wand gepinselt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Anscheinend wollte man nach Abzug des sowjetischen Milit\u00e4rs deren Wandspr\u00fcche entfernen und konservierte sie indirekt durch das Freikratzen der Fl\u00e4chen, auf denen sie aufgetragen waren \u2013 lesbare Buchstaben in Farbe wurden so durch lesbare Buchstaben ohne Farbe ersetzt. Inhaltlich scheinen diese Hinterlassenschaften Verhaltens-, Lehr- oder Moralspr\u00fcche der Armee dargestellt zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Da die R\u00e4ume im oberen Stockwerk des Objekts X von den Melker Pionieren als Lager f\u00fcr Ger\u00e4t und Ausr\u00fcstung genutzt werden, habe ich die Beschriftungen durch die Regale und Stellfl\u00e4chen fotografiert, die dankenswerterweise zuvor von Soldaten des Pionierbataillons 3 leerger\u00e4umt wurden. Leider sind durch Bretter und Pfosten dennoch nicht alle Buchstaben auf den Bildern erkennbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Ohne fachliche Hilfe in der Erkennung der kyrillischen Buchstaben w\u00e4re eine Deutung nicht m\u00f6glich gewesen, auch weil der Erhaltungszustand der Beschriftungen nach knapp 75 Jahren nat\u00fcrlich durch die Nachnutzung gelitten hat. F\u00fcr die \u00dcbersetzung der Beschriftungen danke ich Frau Mag. Natalia Lagureva vom Befreiungsmuseum Wien sehr herzlich.<br>Ihre Deutung der Worte lautet:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>R1:<\/strong> Bilder 1\u20133<br>\u0412\u043e\u0434\u0438\u0442\u0435\u043b\u044c \u042d\u043a\u043e\u043d\u043e\u043c\u044c (\u0431\u0435\u043d\u0437\u0438\u043d?)<br>\u00dcbersetzung: Fahrer, spare (Benzin?)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>R2:<\/strong> Bilder 4+5<br>\u0412\u043e\u0438\u043d \u0432 \u0441\u043e\u0432\u0435\u0440\u0448\u0435\u043d\u0441\u0442\u0432\u0435 \u0418\u0437\u0443\u0447\u0430\u0439 (\u0441\u0432\u043e\u044e) \u0422\u0435\u0445\u043d\u0438\u043a\u0443<br>\u00dcbersetzung: Krieger in Perfektion, lerne (deine) Technik<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_Russisch_3.jpg\" alt=\"Kyrillische Beschriftungen der Nachkriegszeit\" class=\"wp-image-5389\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_Russisch_3.jpg 1200w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_Russisch_3-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_Russisch_3-768x510.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>1 \u2013 \u0412\u043e\u0434\u0438\u0442\u0435\u043b\u044c \u042d\u043a\u043e\u043d\u043e\u043c\u044c (\u0431\u0435\u043d\u0437\u0438\u043d?)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_Russisch_4.jpg\" alt=\"Kyrillische Beschriftungen der Nachkriegszeit\" class=\"wp-image-5390\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_Russisch_4.jpg 1200w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_Russisch_4-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_Russisch_4-768x510.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>2 \u2013 \u0412\u043e\u0434\u0438\u0442\u0435\u043b\u044c \u042d\u043a\u043e\u043d\u043e\u043c\u044c (\u0431\u0435\u043d\u0437\u0438\u043d?)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_Russisch_5.jpg\" alt=\"Kyrillische Beschriftungen der Nachkriegszeit\" class=\"wp-image-5391\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_Russisch_5.jpg 1200w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_Russisch_5-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_Russisch_5-768x510.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>3 \u2013 \u0412\u043e\u0434\u0438\u0442\u0435\u043b\u044c \u042d\u043a\u043e\u043d\u043e\u043c\u044c (\u0431\u0435\u043d\u0437\u0438\u043d?)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"797\" height=\"1200\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_Russisch_1.jpg\" alt=\"Kyrillische Beschriftungen der Nachkriegszeit\" class=\"wp-image-5387\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_Russisch_1.jpg 797w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_Russisch_1-199x300.jpg 199w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_Russisch_1-768x1156.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 797px) 100vw, 797px\" \/><figcaption>4 \u2013 \u0412\u043e\u0438\u043d \u0432 \u2026 \u0418\u0437\u0443\u0447\u0430\u0439 \u2026 \u0422\u0435\u0445\u043d\u0438\u043a\u0443<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"996\" height=\"996\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_Russisch_2.jpg\" alt=\"Kyrillische Beschriftungen der Nachkriegszeit\" class=\"wp-image-5388\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_Russisch_2.jpg 996w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_Russisch_2-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_Russisch_2-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_Russisch_2-768x768.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 996px) 100vw, 996px\" \/><figcaption>5 \u2013 \u0441\u043e\u0432\u0435\u0440\u0448\u0435\u043d\u0441\u0442\u0432\u0435 (\u0441\u0432\u043e\u044e) \u0422\u0435\u0445\u043d\u0438\u043a\u0443<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><br><span id=\"textanhang\">Textanhang<\/span><\/h3>\n\n\n\n<p><br><strong><span id=\"tugenden\">Auszug einer \u00f6ffentlichen Rundfunkansprache von Heinrich Himmler am 29. J\u00e4nner 1939<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\">&#8222;Ich komme zu einem anderen Gebiet, der Bek\u00e4mpfung der kriminellen Verbrechen. Hier habe ich meine Methode, nicht abzuwarten, bis ein Verbrechen begangen ist, sondern den erkannten, schon oftmals bestraften Verbrecher in weitaus gr\u00f6\u00dferem Umfange als bisher zu isolieren und die Menschheit vor ihm zu bewahren, r\u00fccksichtlos durchgef\u00fchrt. Ich habe mich von den Gedanken leiten lassen, da\u00df jeder Vater oder jede Mutter, an deren Kind von irgendeinem Lumpen ein Verbrechen begangen wurde, der, wie die Amtssprache es so sch\u00f6n sagt, einschl\u00e4gig mit so und so vielen Jahren Gef\u00e4ngnis oder Zuchthaus vorbestraft ist, mit Recht uns den bitteren Vorwurf machen w\u00fcrde, da\u00df die sp\u00e4tere Strafe nach der Tat einem ungl\u00fccklichen Elternpaar kein leiblich und seelisch gesundes kostbares Kind zur\u00fcckgeben k\u00f6nne. Wir haben in den vergangenen Jahren alle die asozialen Elemente, die so und so oft mit dem Gesetz in Konflikt kamen, immer wieder dieselben Verbrechen begangen hatten, sich vor jeder Arbeit dr\u00fcckten und in einem Staat, in dem jeder Arbeit haben kann, herumfaulenzen und betteln, aufgelesen und in die Konzentrationslager \u00fcberf\u00fchrt.<br><br>Ich darf bei dieser Gelegenheit in aller Offenheit \u00fcber die Konzentrationslager ein Wort sagen. Ich wei\u00df, wie verlogen und wie t\u00f6richt gerade das Ausland \u00fcber diese Einrichtung schreibt, erz\u00e4hlt und l\u00e4stert. Das Konzentrationslager ist sicherlich wie jeder Freiheitsentzug eine scharfe und strenge Ma\u00dfnahme. Harte, neue Werte schaffende Arbeit, ein geregelter Lebenslauf, eine unerh\u00f6rte Sauberkeit im Wohnen und in der K\u00f6rperpflege, ein tadelloses Essen, eine strenge, aber gerechte Behandlung, die Anleitung, Arbeit wieder zu erlernen und F\u00e4higkeiten handwerklicher Art dazu zu gewinnen, sind die Methoden der Erziehung. Die Devise, die \u00fcber diesen Lagern steht, lautet: Es gibt einen Weg in die Freiheit. Seine Meilensteine hei\u00dfen: Gehorsam, Flei\u00df, Ehrlichkeit, Ordnung, Sauberkeit, N\u00fcchternheit, Wahrhaftigkeit, Opfersinn und Liebe zum Vaterland. Merkw\u00fcrdig empfinde ich es, da\u00df die westlichen Demokratien, bei denen Konzentrationslager eine geradezu altehrw\u00fcrdige Einrichtung sind, lediglich mit dem Unterschied, da\u00df in diesen Lagern \u2013 im Gegensatz zu den deutschen \u2013 freiheitsliebende Nationalisten eingesperrt werden, sich am meisten mit diesem Problem der deutschen Lager besch\u00e4ftigen. Ohne Zweifel kann dar\u00fcber hinaus eines behauptet werden: in vielen dieser mit Sch\u00e4tzen der Erde ebenso wie mit Arbeitslosen reich gesegneten L\u00e4ndern haben die Arbeitlosen und auch ein gro\u00dfer Teil der in Arbeit Befindlichen nicht so satt zu essen, wie die Verbrecher in deutschen Konzentrationslagern.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Quelle dieser Rundfunkansprache:<\/strong><br>Bradley F. <em>Smith<\/em>, Agnes F. <em>Peterson<\/em>, Heinrich Himmler Geheimreden 1933 bis 1945 und andere Ansprachen (Frankfurt\/Berlin\/Wien 1974), S. 110f.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Danksagung:<\/strong><br><br>Vzlt. Felix H\u00f6barth von den <a href=\"http:\/\/www.melker-pioniere.at\/\">Melker Pionieren<\/a><br>Mag. Natalia Lagureva und Dr. Wilhelm Urbanek vom <a href=\"http:\/\/www.befreiungsmuseumwien.at\/\">Befreiungsmuseum Wien<\/a><br>Dr. Christian Rabl vom <a href=\"https:\/\/www.melk-memorial.org\/de\/\">Zeithistorischen Zentrum Melk<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>F\u00fchrungen:<\/strong><br><br>Informationen zu Besuchsm\u00f6glichkeiten im ehemaligen KZ Melk finden Sie auf der <a href=\"https:\/\/www.melk-memorial.org\/de\/\">Website des Melk Memorial<\/a> unter:<br><a href=\"https:\/\/www.melk-memorial.org\/de\/besucherservice\">https:\/\/www.melk-memorial.org\/de\/besucherservice<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-white-background-color has-background\"><span class=\"has-inline-color has-black-color\">M\u00f6chtest Du Dich erkenntlich zeigen?<\/span> <a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?page_id=6688\" data-type=\"page\" data-id=\"6688\">Hier hast Du die M\u00f6glichkeit dazu<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Fu\u00dfnoten:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><br>Der Text &#8222;Kurze Geschichte des KZ Melk&#8220; entstand auf Grundlage von:<br>Bertrand <em>Perz<\/em>, Das Projekt &#8222;Quarz&#8220;. Der Bau einer  unterirdischen Fabrik durch H\u00e4ftlinge des KZ Melk f\u00fcr die  Steyr-Daimler-Puch AG 1944\u20131945 (Innsbruck 2014), S. 245\u2013254 (au\u00dfer wenn in Fu\u00dfnoten anders angegeben)<\/p>\n\n\n\n<p>und der Webseite zur Geschichte des Konzentrationslagers, online unter:<br>Melk Memorial \u2013 Zeithistorisches Zentrum, <a href=\"https:\/\/www.melk-memorial.org\/de\/geschichte\">https:\/\/www.melk-memorial.org\/de\/geschichte<\/a> (13. April 2020)<\/p>\n\n\n\n<p><br>1 Zitiert nach <em>Perz<\/em>, &#8222;Quarz&#8220;, S. 249f.<\/p>\n\n\n\n<p>2 <em>Perz<\/em>, Quarz, S. 454f.<\/p>\n\n\n\n<p>3 <em>Perz<\/em>, Quarz, S. 211\u2013213.<\/p>\n\n\n\n<p>4 <em>Perz<\/em>, Quarz, S. 529.<\/p>\n\n\n\n<p>5 Zitiert nach <em>Perz<\/em>, Quarz, S. 385.<\/p>\n\n\n\n<p>6 Zitiert nach <em>Perz<\/em>, Quarz, S. 388.<\/p>\n\n\n\n<p>7 Zitiert nach <em>Perz<\/em>, Quarz, S. 386\u2013388.<\/p>\n\n\n\n<p>8 Zitiert nach <em>Perz<\/em>, Quarz, S. 364f.<\/p>\n\n\n\n<p>9 Zitiert nach <em>Perz<\/em>, Quarz, S. 406.<\/p>\n\n\n\n<p>10 Zitiert nach <em>Perz<\/em>, Quarz, S. 402.<\/p>\n\n\n\n<p>11 <em>Perz<\/em>, Quarz, S. 400\u2013409.<\/p>\n\n\n\n<p>12 Simran <em>Khurana<\/em>, The History of &#8222;My Country, Right or Wrong!&#8220;, online unter:<br>ThoughtCo (englisch), <a href=\"https:\/\/www.thoughtco.com\/my-country-right-or-wrong-2831839\">https:\/\/www.thoughtco.com\/my-country-right-or-wrong-2831839<\/a> (12. April 2020)<\/p>\n\n\n\n<p>13 Heinrich <em>Bettziech (Beta)<\/em>, Geld und Geist. Versuch einer Sichtung und Erl\u00f6sung der arbeitenden Volks-Kraft (Berlin 1845), S. 57, online unter:<br><a href=\"https:\/\/books.google.de\/books?id=bt5BAAAAcAAJ&amp;pg=PA57#v=onepage&amp;q&amp;f=false\">https:\/\/books.google.de\/books?id=bt5BAAAAcAAJ&amp;pg=PA57#v=onepage&amp;q&amp;f=false<\/a> (12. April 2020)<\/p>\n\n\n\n<p>14+15 Friedrich-Christian <em>Schroeder<\/em>, Rezension &#8222;Mord als Arbeit&#8220;, online unter:<br>Frankfurter Allgemeine Zeitung, <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/politik\/rezension-sachbuch-mord-als-arbeit-11308030.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/politik\/rezension-sachbuch-mord-als-arbeit-11308030.html<\/a> (12. April 2020)<\/p>\n\n\n\n<p>16 Friedrich <em>Pietrusky<\/em>, Rede. Gehalten am 1. Mai 1933 zur Feier des Tages der &#8222;Deutschen Arbeit&#8220; und zur \u00dcbergabe der Studentenrechtsordnung (Bonn 1934), S. 6f., online unter:<br><a href=\"http:\/\/www.hoheisel-knitz.net\/files\/Bonn\/Rede-Pietrusky-1-Mai-1933.pdf\">http:\/\/www.hoheisel-knitz.net\/files\/Bonn\/Rede-Pietrusky-1-Mai-1933.pdf<\/a> (12. April 2020)<\/p>\n\n\n\n<p>17 Wolfram <em>Mallebrein<\/em>, Der Reichsarbeitsdienst. M\u00e4nner und Maiden (3. Auflage, Coburg 1998), S. 18, zitiert nach: Roland <em>Becker-Lenz<\/em>, Eigeninteresse und Gemeinwohlbildung im Freiwilligen Sozialen Jahr. Adoleszenzkrisenbew\u00e4ltigung und sittliche Vergemeinschaftung als Motivation der Freiwilligen (Bern 2004), S. 24, online unter:<br><a href=\"https:\/\/books.google.at\/books?id=NcpLdwyRUq4C&amp;pg=PA24&amp;lpg=PA24#v=onepage&amp;q&amp;f=false\">https:\/\/books.google.at\/books?id=NcpLdwyRUq4C&amp;pg=PA24&amp;lpg=PA24#v=onepage&amp;q&amp;f=false<\/a> (12. April 2020)<\/p>\n\n\n\n<p>18 Reinhold <em>Mokrosch<\/em>, Arnim <em>Regenbogen<\/em> (Hg.), Werte-Erziehung und Schule. Ein Handbuch f\u00fcr Unterrichtende (G\u00f6ttingen 2009), S. 123f., online unter:<br><a href=\"https:\/\/books.google.at\/books?id=Sfxb0qWEKZgC&amp;lpg=PA1&amp;hl=de&amp;pg=PA123#v=onepage&amp;q&amp;f=false\">https:\/\/books.google.at\/books?id=Sfxb0qWEKZgC&amp;lpg=PA1&amp;hl=de&amp;pg=PA123#v=onepage&amp;q&amp;f=false<\/a> (12. April 2020)<\/p>\n\n\n\n<p>19 \u00d6ffentliche Rundfunkansprache am 29. J\u00e4nner 1939: Bradley F. <em>Smith<\/em>, Agnes F. <em>Peterson<\/em>, Heinrich Himmler Geheimreden 1933 bis 1945 und andere Ansprachen (Frankfurt\/Berlin\/Wien 1974), S. 111.<br>Der <a href=\"#tugenden\">Auszug aus der Rundfunkansprache<\/a> befindet sich unterhalb im Textanhang.<\/p>\n\n\n\n<p>20 Rede vor SS-Gruppenf\u00fchrern am 8. November 1937: <em>Smith<\/em>, <em>Peterson<\/em>, Geheimreden, S. 112.<\/p>\n\n\n\n<p>21 Rede vor den SS-Gruppenf\u00fchrern zu einer Gruppenf\u00fchrerbesprechung im F\u00fchrerheim der SS-Standarte &#8222;Deutschland&#8220; am 8. November 1938: <em>Smith<\/em>, <em>Peterson<\/em>, Geheimreden, S. 32.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-small-font-size\" style=\"color:#18a211\"><br><strong>Interne Links:<\/strong><br><br>Mehr zu den Jahren von 1939 bis Kriegsende:<br><a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?page_id=1343\">https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?page_id=1343<\/a><br><br>Mehr zu den Jahren der Besatzungszeit bis 1955:<br><a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?page_id=459\">https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?page_id=459<\/a><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><br><span id=\"bildanhang\">Bildanhang<\/span><\/h4>\n\n\n\n<p><br><strong>Recht oder Unrecht \u2013 mein Vaterland<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"796\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_1_Recht_1944-45.jpg\" alt=\"Recht oder Unrecht \u2013 mein Vaterland\" class=\"wp-image-5369\" 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(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>oder<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_3_Unrecht_1944-45.jpg\" alt=\"Recht oder Unrecht \u2013 mein Vaterland\" class=\"wp-image-5371\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_3_Unrecht_1944-45.jpg 1200w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_3_Unrecht_1944-45-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_3_Unrecht_1944-45-768x510.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>Unrecht<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_4_mein_1944-45.jpg\" 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adelt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_10_Jede_1944-45.jpg\" alt=\"Jede arbeit adelt\" class=\"wp-image-5378\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_10_Jede_1944-45.jpg 1200w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_10_Jede_1944-45-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_10_Jede_1944-45-768x510.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>Jede<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"798\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_11_Arbeit_1944-45.jpg\" alt=\"Jede arbeit adelt\" class=\"wp-image-5379\" 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class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_17_Sauberkeit_1944-45.jpg\" alt=\"Sauberkeit\" class=\"wp-image-5385\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_17_Sauberkeit_1944-45.jpg 1200w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_17_Sauberkeit_1944-45-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_17_Sauberkeit_1944-45-768x510.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>Sauberkeit<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"539\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27_18_Wahrhaftigkeit_1944-45.jpg\" alt=\"Wahrhaftigkeit\" class=\"wp-image-5386\" 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Juni 2020 wurde dieser Beitrag mit kleinen Erg\u00e4nzungen \u00fcberarbeitet. Dieser Beitrag besch\u00e4ftigt sich mit den schriftlichen Hinterlassenschaften, die noch heute im oberen Stockwerk des Objekts X in der Birago-Kaserne der Melker Pioniere zu finden sind. 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