{"id":3487,"date":"2019-11-23T15:35:00","date_gmt":"2019-11-23T14:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?p=3487"},"modified":"2021-02-21T00:06:10","modified_gmt":"2021-02-20T23:06:10","slug":"1940-bis-1945-luftschutz-in-wien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?p=3487","title":{"rendered":"1849 bis 1945 \u2013 \u00d6sterreich und der Luftkrieg"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-color has-small-font-size\" style=\"color:#18a211\">Dieser Artikel wurde am 17. Juli 2020 \u00fcberarbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Schon 1935 wurden in \u00d6sterreich \u00dcberlegungen angestellt, wie die Zivilbev\u00f6lkerung in zu erwartenden Luftkriegen am besten gesch\u00fctzt werden k\u00f6nnte. Am 24. April dieses Jahres wurde zu diesem Zwecke der \u00d6sterreichische Luftschutzbund (\u00d6LB) gegr\u00fcndet. Acht Jahre danach machte sich die Vermittlung theoretischen Wissens praktisch bezahlt. Ab Sommer 1943 verlor \u00d6sterreich seinen inoffiziellen Status als \u201eLuftschutzkeller des Reichs\u201c, als auch hierzulande strategische Bombardements stattfanden, nachdem die US-Luftflotte vom italienischen Foggia aus die damaligen Donau- und Alpen-Reichsgaue erreichen konnte. Doch die eigentliche Geschichte des Luftkrieges begann bereits 1849.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><br>1849 \u2013 \u00d6sterreich gegen Venedig<\/h3>\n\n\n\n<p><br>Ab M\u00e4rz 1848 befand sich \u00d6sterreich im Krieg mit dem K\u00f6nigreich Sardinien. Dieses strebte mit dem K\u00f6nigreich beider Sizilien, dem Vatikan und dem Gro\u00dfherzogtum Toskana im Zuge des Ersten Unabh\u00e4ngigkeitskrieges die Einigung Italiens an. Daf\u00fcr war es notwendig, die \u00f6sterreichische Herrschaft \u00fcber Norditalien zu beenden. Im Zuge dieser Auseinandersetzung kam es zwischen Mai und August 1849 zur Belagerung Venedigs durch \u00f6sterreichische Truppen unter dem Oberkommandierenden Josef Graf Radetzky.<\/p>\n\n\n\n<p>Als die Belagerung nicht zum gew\u00fcnschten Erfolg, der Kapitulation, f\u00fchrte, richtete Graf Radetzky ein Schreiben nach Wien:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\">\u201eHauptquartier Verona den 2. Juni 1849. Ich habe in Erfahrung gebracht, da\u00df der Herr Generalmajor von Hauslab eine Erfindung gemacht hat, Luftballons mit Bomben zu schleudern [!], womit vor seiner Majest\u00e4t dem Kaiser vollkommen befriedigende Versuche angestellt worden seyn sollen. Da diese Erfindung bei der im Zuge befindlichen Belagerung Venedigs, von dessen uns n\u00e4chsten Ufer wir noch immer 5.000 Schritte entfernt sind, und wohin Projectile daher nicht reichen, Nutzen gew\u00e4hren k\u00f6nnten, so stelle ich an ein hohes Kriegsministerium das ergebenste Ansuchen, mir mit m\u00f6glichster Beschleunigung alle Mittel an die Hand zu geben, um diese Erfindung, wenn sie sich wirklich bew\u00e4hrte, vor Venedig in Wirksamkeit bringen zu k\u00f6nnen. Radetzky.\u201c<sup>1<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich geht diese Erfindung allerdings nicht auf Franz von Hauslab zur\u00fcck, sondern auf dessen milit\u00e4rischen Untergebenen Franz Uchatius. Seine Waffe bestand aus einem unbemannten Hei\u00dfluftballon von sechs Metern Durchmesser. An diesem war eine Bombe befestigt, die mit Schwarzpulver bef\u00fcllt war. Der Abwurf der Bombe verlief nach einem komplizierten System: Eine langsam abbrennende Z\u00fcndschnur brachte nach einer gewissen Zeit einen kleinen Sprengsatz zur Explosion, der das Seil durchtrennte, an dem die Bombe aufgeh\u00e4ngt war. Je nachdem, wo sich der Ballon zu diesem Zeitpunkt befand, fiel die Bombe ins Zielgebiet oder auch nicht. Beim Einschlag explodierte sie. Vor dem Aufstieg des Ballons musste also genau die Windrichtung, seine St\u00e4rke und nat\u00fcrlich die Entfernung zum Ziel berechnet werden, um den Ballon von der richtigen Seite und der den Verh\u00e4ltnissen entsprechenden L\u00e4nge der Z\u00fcndschnur anfliegen zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 15. Juli 1849 gelang mittels dieser Ballonbomben der erste Luftangriff der Welt. Vom Schaufelraddampfer \u201eVulkan\u201c aus lie\u00df Uchatius einen seiner Ballone aufsteigen, der in Richtung Venedig trieb und nach einiger Zeit die Bombe warf. Quellen zufolge fielen die meisten ins Wasser, nur eine Erw\u00e4hnung zeugt von einem Einschlag am Lido di Venezia. Am 24. August ergab sich die Stadt den \u00d6sterreichern, weil durch die Belagerung Hungersn\u00f6te ausgebrochen waren und grassierende Epidemien nicht behandelt werden konnten. Die Ballonbomben entfalteten h\u00f6chstens einen psychologischen Effekt auf die Moral der Belagerten.<sup>2<\/sup><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><br>Der Luftkrieg zwischen 1914 und 1918<\/h3>\n\n\n\n<p><br>Im Ersten Weltkrieg entwickelte sich eine neue Form der Kriegsf\u00fchrung. St\u00e4dte und Fabriken wurden aus der Luft, anfangs von Zeppelinen aus, bombardiert. 1914 flog Deutschland Angriffe gegen England, Frankreich und Belgien&nbsp; \u2013 Deutschland wiederum wurde von englischen und franz\u00f6sischen Flugzeugen unter Feuer genommen. Ziele waren zum gr\u00f6\u00dften Teil Industrieanlagen kriegswichtiger Produktion, wie chemische Fabriken und Sprengstoffwerke sowie Eisen- und Stahlwerke, um den Nachschub an neuem Kriegsmaterial des jeweiligen Gegners zu bremsen oder zu stoppen. Zudem erhoffte man sich durch die st\u00e4ndige Gef\u00e4hrdung der Arbeiter in den Fabriken moralische Auswirkungen auf die Bev\u00f6lkerung. In der Folge informierten die deutschen Beh\u00f6rden mittels Plakaten und Presseaussendungen schon 1916 \u00fcber die Bedrohung aus der Luft und wiesen die Menschen an, sich entsprechend vorsichtig zu verhalten. 1917 wurden Verdunkelungsma\u00dfnahmen angeordnet und der aktive Luftschutz in Form von Fliegerabwehrkanonen ausgebaut.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00d6sterreich wurde damals noch nicht vom Krieg aus der Luft erreicht. In Deutschland jedoch starben bis zum Ende des Ersten Weltkriegs bei Luftangriffen durch England und Frankreich etwa 700 Personen, w\u00e4hrend in England etwa die doppelte Zahl an get\u00f6teten Menschen durch deutsche Bombardements zu beklagen war.<sup>3<\/sup><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><br>Luftschutzb\u00fcnde, Durango und Guernica<\/h3>\n\n\n\n<p><br>In der Folge formierten sich in den politisch instabilen und teils durch aggressive Rhetorik bestimmten Jahren nach dem Ersten Weltkrieg Luftschutzvereine, deren Mitglieder und Betreiber sicher waren, dass ein neuer Krieg zweifellos mit intensiver Luftkriegsgefahr verbunden sein w\u00fcrde: 1927 wurde der \u201eVerein Deutscher Luftschutz\u201c ins Leben gerufen und 1931 die \u201eDeutsche Luftschutzliga\u201c. Unter Hermann G\u00f6ring schlie\u00dflich wurde 1933 der Reichsluftschutzbund gegr\u00fcndet, der die beiden vorgenannten Vereine in sich zusammenf\u00fchrte und als Ziel die Vorbereitung der Bev\u00f6lkerung auf einen Luftkrieg verfolgte. Anleitungen zum Ausbau von Luftschutzr\u00e4umen und f\u00fcr effektive Selbstschutzma\u00dfnahmen wurden ausformuliert und in einem reichsweiten, gro\u00df angelegten Ausbildungsprogramm in den Alltag der Menschen eingeflochten.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in \u00d6sterreich entstanden Vereine, die sich dem Thema Luftschutz widmeten. Beispielhaft sei hier etwa der 1931 gegr\u00fcndete Verein \u201eTiroler Luftschutz\u201c erw\u00e4hnt, der im Mai 1933 w\u00e4hrend der Innsbrucker Flugwoche die erste Luftschutzausstellung in Tirol organisierte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\">\u201eNeben einer gr\u00f6\u00dferen Anzahl von Schaubildern und Tafeln, Bombenattrappen, Fliegerbildern waren Gaskampfstoffe und Riechproben durch das Chemische Institut der Universit\u00e4t, Gasmasken durch das \u00f6sterreichische Heeresmuseum, Proben von feuerfestem Anstrich (Cellon), sowie eine reichhaltige Literatur ausgestellt. Ein Keller war als Musterluftschutzraum eingerichtet worden und die \u00f6sterreichischen Vertretungen der Weltfirmen Auergesellschaft und Dr\u00e4gerwerk zeigten moderne Gasschutzger\u00e4te. Ferner beteiligten sich noch die \u00f6sterreichischen Siemens-Schuckert-Werke, Electro-Lux, Minimax A.G. und andere.\u201c<sup>4<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>1935 schlie\u00dflich wurde der \u201e\u00d6sterreichische Luftschutzbund\u201c gegr\u00fcndet. Im damals herrschenden Klima aggressiver Innen- und Au\u00dfenpolitik wollte man f\u00fcr den Fall eines Fliegerangriffs gewappnet sein, auch wenn weder \u00d6sterreich noch Deutschland zu diesem Zeitpunkt \u00fcber aktuelle Erfahrungswerte im Luftkrieg verf\u00fcgten. Um diese Erfahrungen eines modernen Luftkriegs zu sammeln, bot sich kurz darauf die f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung des Baskenlandes leidvolle Gelegenheit. Im Spanischen B\u00fcrgerkrieg unterst\u00fctzten sowohl Deutschland unter Adolf Hitler als auch Italien unter Benito Mussolini die Truppen von General Francisco Franco, der sich mit Teilen der Armee gegen die demokratisch gew\u00e4hlte Regierung gestellt hatte und das Land in einen dreij\u00e4hrigen B\u00fcrgerkrieg f\u00fchrte.<\/p>\n\n\n\n<p>1937 griffen deutsche und italienische Flieger St\u00e4dte im Baskenland an, um den Luftkrieg zu proben. Im M\u00e4rz wurde die Stadt Durango bombardiert, wobei hunderte Menschen den Tod fanden.<sup>5<\/sup> In die Geschichte ist aber vor allem der Angriff auf Guernica im April 1937 eingegangen. Nach diesen beiden Bombardements wurden erstmals die Auswirkungen eines geplanten, gro\u00dfen Luftschlags sichtbar. Hunderte tote Zivilisten lagen in den Tr\u00fcmmern: 336 in Durango, 200\u2013300 in Guernica \u2013 fast so viele wie die Anzahl der Luftkriegstoten in Deutschland w\u00e4hrend des ganzen Ersten Weltkriegs.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><br>Luftschutz im Zweiten Weltkrieg<\/h3>\n\n\n\n<p><br>Nachdem im September 1939 der Zweite Weltkrieg seinen Anfang genommen hatte, landeten schlie\u00dflich Ende August 1940 erstmals Bomben in Berlin: Die Royal Air Force bombardierte die Stadt als Reaktion auf den am 24. August durchgef\u00fchrten Luftangriff deutscher Flieger auf London \u2013 die ersten Bombentoten Londons wurden mit den ersten Bombentoten Berlins ges\u00fchnt. Als direkte Konsequenz ordnete Hitler im Oktober 1940 das sogenannte \u201eF\u00fchrer-Sofortprogramm\u201c an. Im Zuge dieses Programms wurden bis Kriegsende tausende Luftschutzanlagen in den St\u00e4dten des Dritten Reichs errichtet. Haupts\u00e4chlich entstanden dabei Hoch- und Tiefbunker sowie Luftschutzdeckungsgr\u00e4ben. Geb\u00e4udekeller wurden gem\u00e4\u00df den Luftschutzverordnungen adaptiert.<sup>6<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Neben den Bauma\u00dfnahmen im Zuge des F\u00fchrer-Sofortprogramms wurden Bunkerwerke, Stollenanlagen, H\u00f6hlen und Bergwerke im ganzen Reichsgebiet f\u00fcr Luftschutz- beziehungsweise Industrieverlagerungszwecke umgestaltet oder neu geschaffen. Vor allem zwischen 1943 und 1945 erreichten die Bauma\u00dfnahmen im Dienste des Luftschutzes ihr Maximum.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00d6sterreich galt bis August 1943 als sogenannter \u201eReichsluftschutzkeller\u201c, weil das Land beziehungsweise die Gaue, die das einstige \u00d6sterreich umfassten, au\u00dferhalb des Wirkungsbereichs der alliierten Fliegerverb\u00e4nde lagen. Es gab nur eine gr\u00f6\u00dfere Ausnahme: Am 6. und 7. April 1941 griffen jugoslawische Flieger s\u00fcd- und ost\u00f6sterreichische Ziele an, nachdem die Wehrmacht in Jugoslawien einmarschiert war. Am 13. August 1943 begann jedoch die Phase der westalliierten strategischen Luftangriffe. An jenem Tage wurden die Wiener Neust\u00e4dter Flugzeugwerke von US-amerikanischen Bombern angegriffen. Hunderte weitere Bombardements folgten, bis am 1. Mai 1945 \u00fcber Salzburg der letzte strategische Luftangriff auf heutiges \u00f6sterreichisches Gebiet durchgef\u00fchrt wurde.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><br>Der typische Luftschutzkeller<\/h3>\n\n\n\n<p><br>Zahlreiche Hauskeller wurden zu Luftschutzzwecken ausgebaut. Meist befand sich in den tiefsten Etagen ein gr\u00f6\u00dferer Raum, der als Aufenthaltsraum eingerichtet wurde. Dieser war ausgestattet mit Wasserspritzen, sandgef\u00fcllten K\u00fcbeln, Feuerpatschen, Haken und Schaufeln, die das typische Inventar jedes Luftschutzraumes darstellten und der Brandbek\u00e4mpfung dienten. Zus\u00e4tzlich befand sich hier meist die Luftschutzapotheke, inhaltlich vergleichbar mit einem heutigen Notfallkoffer. Was zu guter Letzt nicht fehlen durfte, waren die Verhaltensregeln und durchzuf\u00fchrenden Ma\u00dfnahmen im Falle eines Luftangriffs. Diese Ma\u00dfnahmen wurden in einem Merkblatt im Keller zum Aushang gebracht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"797\" height=\"1200\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/8_LS-Merkblatt-und-NA_1940\u201345.jpg\" alt=\"Luftschutzmerkblatt und Kreidebeschriftung an einer Kellert\u00fcr\" class=\"wp-image-3488\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/8_LS-Merkblatt-und-NA_1940\u201345.jpg 797w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/8_LS-Merkblatt-und-NA_1940\u201345-199x300.jpg 199w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/8_LS-Merkblatt-und-NA_1940\u201345-768x1156.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 797px) 100vw, 797px\" \/><figcaption>Ein seltener Anblick \u2013 in einem Keller sind das Luftschutzmerkblatt und eine Kreidebeschriftung erhalten geblieben.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Im Laufe der Zeit wurden diese Relikte des zivilen Luftschutzes abgenommen, \u00fcbermalt oder im Zuge von Renovierungen entfernt. Deshalb ist der Fund dieser Kombination aus dem mit Kreide aufgetragenen Hinweis auf den Notausstieg und dem angeschlagenen Luftschutzmerkblatt etwas sehr Rares, das nur noch selten zu finden ist.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Transkription des Merkblatts:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><br>\u201e(Im Luftschutzraum an gut sichtbarer Stelle anbringen.)<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Merkblatt f\u00fcr das Verhalten der Luftschutzgemeinschaft bei Fliegeralarm.<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><strong>Was hat der Luftschutzwart oder sein Stellvertreter zu tun?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Falls der Luftschutzwart bei Fliegeralarm nicht anwesend ist, hat diese T\u00e4tigkeit stellvertretend zu \u00fcbernehmen:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>[Name des ersten Stellvertreters] \u2026 oder<\/li><li>[Name des zweiten Stellvertreters] \u2026 oder<\/li><li>[Name des dritten Stellvertreters] \u2026 oder<\/li><li>[Name des vierten Stellvertreters] \u2026 <\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Sollte keine der unter 1. bis 4. bezeichneten Personen anwesend sein, so ist die erste im Luftschutzraum eingetroffene luftschutzdienstpflichtige Person verpflichtet, die T\u00e4tigkeiten des Luftschutzwartes auszu\u00fcben. Diese Person ist auch f\u00fcr die zeitgerechte und genaue Durchf\u00fchrung aller nachstehend angef\u00fchrten Ma\u00dfnahmen verantwortlich.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Der Gashaupthahn ist beim Schie\u00dfen der Flak oder bei Bombenabwurf zu schlie\u00dfen. Die im Luftschutzraum befindlichen Personen abfragen, ob sie die in ihrer Wohnung befindlichen Gasger\u00e4te und Gasmesserh\u00e4hne geschlossen haben.<\/li><li>Einsatzbereitschaft der Selbstschutzger\u00e4te \u00fcberpr\u00fcfen! Handfeuerspritze, Luftschutzhausapotheke, Wassereimer, Einrei\u00dfhaken, Feuerpatsche und Befreiungswerkzeug beim Mauerdurchbruch, Taschenlampe, Notlicht, pers\u00f6nliche Ausr\u00fcstung: LS.-Helm, Gasmaske (Staubbrille und Mundschutz als Ersatz) usw.<\/li><li>Ist im Luftschutzraum Wasser zum N\u00e4ssen der Decken vorhanden, um mit diesen bei Fl\u00e4chenbr\u00e4nden den Luftschutzraum verlassen zu k\u00f6nnen?<br>Wasserbestand im Luftschutzraum erg\u00e4nzen!<\/li><li>Feststellen, ob jede Person ihr Luftschutzraumgep\u00e4ck im Luftschutzraum hat.<\/li><li>Die im Luftschutzraum anwesenden Personen f\u00fcr die einzelnen Selbstschutzdienste einteilen, soweit noch nicht geschehen.<br>Diese sind:<br>a) Hausfeuerwehr, bestehend aus: Schlauchf\u00fchrer, Spritzentr\u00e4ger, K\u00fcbeltr\u00e4ger, Wasser- und Sandzubringer mit Feuerpatschen und Einrei\u00dfhaken.<br>b) Laienhelferinnen.<br>c) Melder.<\/li><li>Einteilung von Erkundungsstreifen in St\u00e4rke von je 2 Personen zur Beobachtung der Stockwerke, Wohnungen und Dachb\u00f6den. Entsendung in kurzen Zeitabst\u00e4nden, vor allem in den Angriffspausen. Die Erkundungsstreifen gehen vom Luftschutzraum aus und kehren nach Durchf\u00fchrung ihres Auftrages in den Luftschutzraum zur\u00fcck.<\/li><li>Die Bek\u00e4mpfung eingetretener Sch\u00e4den mu\u00df sp\u00e4testens bei der Vorentwarnung voll in Angriff genommen werden.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>F\u00fchrer des Selbstschutzbereiches: [Name]<\/p>\n\n\n\n<p>Standort des Selbstschutztrupps: [Ortsangabe]\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-white-background-color has-background\"><span class=\"has-inline-color has-black-color\">M\u00f6chtest Du Dich erkenntlich zeigen?<\/span> <a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?page_id=6688\" data-type=\"page\" data-id=\"6688\">Hier hast Du die M\u00f6glichkeit dazu<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Fu\u00dfnoten:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><br>1 Zitiert nach: Frederik C. <em>Gerhardt<\/em>, London 1916. Die vergessene Luftschlacht (Paderborn 2019), S. 22, online unter:<br><a href=\"https:\/\/books.google.at\/books?id=iN62DwAAQBAJ&amp;pg=PA22#v=onepage&amp;q&amp;f=false\">https:\/\/books.google.at\/books?id=iN62DwAAQBAJ&amp;pg=PA22#v=onepage&amp;q&amp;f=false<\/a> (17. Juli 2020)<\/p>\n\n\n\n<p>2 Gerhardt, London 1916, S. 22\u201324.<\/p>\n\n\n\n<p>3 Ralf <em>Blank<\/em>, Strategischer Luftkrieg gegen Deutschland 1914-1918, online unter: <br><a href=\"https:\/\/www.erster-weltkrieg.clio-online.de\/_Rainbow\/documents\/einzelne\/Luftkrieg14_181.pdf\">https:\/\/www.erster-weltkrieg.clio-online.de\/_Rainbow\/documents\/einzelne\/Luftkrieg14_181.pdf<\/a> (17. Juli 2020)<\/p>\n\n\n\n<p>4 Artikel \u201eLuftschutz in \u00d6sterreich. Tiroler Luftschutzausstellung\u201c. In: Deutscher Luftschutz Verband e.V. (Hg.), Luftschutz-Rundschau H. 7, Berlin, 15. Juli 1933, S. 12, online unter:<br><a href=\"http:\/\/gsb.download.bva.bund.de\/BBK\/LR\/Luftschutz-Rundschau_1933_7.pdf\">http:\/\/gsb.download.bva.bund.de\/BBK\/LR\/Luftschutz-Rundschau_1933_7.pdf<\/a> (17. Juli 2020)<\/p>\n\n\n\n<p>5 Artikel \u201eDie vergessene Bombardierung\u201c der Plattform Baskultur.info, online unter:<br><a href=\"http:\/\/baskultur.info\/geschichte\/krieg36\/395-durango1\">http:\/\/baskultur.info\/geschichte\/krieg36\/395-durango1<\/a> (17. Juli 2019)<\/p>\n\n\n\n<p>6 Weiterf\u00fchrende Informationen zu Fragen des Luftschutzes, siehe:<br>Marcello <em>La Speranza<\/em>, Der zivile Luftschutz in \u00d6sterreich 1919\u20131945. In: Republik \u00d6sterreich, Bundesminister f\u00fcr Landesverteidigung (Hg.), Kuckucksruf und Luftschutzgemeinschaft. Der Luftschutz der Zwischenkriegszeit \u2013 Avantgarde der modernen ABC-Abwehr und des zivilen Luftschutzes (Schriftenreihe ABC-Abwehrzentrum 8, Korneuburg 2019)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-small-font-size\" style=\"color:#18a211\"><br><strong>Interne Links:<\/strong><br><br>Mehr zum Luftschutz:<br><a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?p=3679\">https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?p=3679<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?page_id=490#luftschutz\">https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?page_id=490#luftschutz<\/a><br><br>Mehr zu den Jahren von 1939 bis Kriegsende:<br><a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?page_id=1343\">https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?page_id=1343<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Artikel wurde am 17. Juli 2020 \u00fcberarbeitet. Schon 1935 wurden in \u00d6sterreich \u00dcberlegungen angestellt, wie die Zivilbev\u00f6lkerung in zu erwartenden Luftkriegen am besten gesch\u00fctzt werden k\u00f6nnte. Am 24. 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