{"id":11604,"date":"2020-11-02T20:19:05","date_gmt":"2020-11-02T19:19:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?p=11604"},"modified":"2022-07-26T18:39:29","modified_gmt":"2022-07-26T16:39:29","slug":"1941-bis-1945-die-seilbahn-zum-bergwerk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?p=11604","title":{"rendered":"1941 bis 1945 \u2013 Die Seilbahn zum Bergwerk"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Zeugnisse der <a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?page_id=1343#zwangsarbeit\">Zwangsarbeit<\/a> sind noch heute zu entdecken \u2013 sogar dort, wo man sie ohne Vorkenntnisse gar nicht vermuten w\u00fcrde: mitten in den Bergen. In einem beschaulichen Tal in Tirol, an dessen Ende der Fu\u00dfstein auf eine H\u00f6he von 3380 Metern hinaufragt, findet sich ein solches Zeugnis. Zwangsarbeiter haben hier zwischen 1942 und 1945 an der Er- und Einrichtung eines Molybd\u00e4nbergwerks gearbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Beitrag besch\u00e4ftigt sich mit der zum Betrieb des Bergwerks notwendigen Seilbahn, die einerseits zum Abtransport des in den Stollen abgebauten Erzes und andererseits zur Versorgung des Betriebs und der Arbeiter mit Material und Nahrungsmitteln errichtet wurde. Zum gr\u00f6\u00dften Teil erstellte ich den Text mit Zitaten aus den Originalakten der mit dem Projekt befassten Stellen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><br>Die Anf\u00e4nge<\/h3>\n\n\n\n<p><br>Der Startschuss zum Abbau des kriegswichtigen Molybd\u00e4ns, das zur Herstellung von geh\u00e4rtetem Stahl verwendet wurde, fiel in den Zeitraum 1941\/1942, als das Deutsche Reich seine gr\u00f6\u00dfte Ausbreitung erreicht hatte und die Kriegsproduktion entsprechende H\u00f6chstleistungen zeigte. Das Metall Molybd\u00e4n fand als Zusatzstoff in Stahllegierungen Verwendung, um dessen H\u00e4rte, Hitze- und Korrosionsbest\u00e4ndigkeit zu erh\u00f6hen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_4_Seilbahn_1944.jpg\" alt=\"Sockel bei der Talstation\" class=\"wp-image-11608\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_4_Seilbahn_1944.jpg 1200w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_4_Seilbahn_1944-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_4_Seilbahn_1944-768x510.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>Sockel der Zweiseilbahn bei der Talstation<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_6_Seilbahn_1944.jpg\" alt=\"Seilbahnsockel zwischen Talstation und Hoher Kirche\" class=\"wp-image-11610\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_6_Seilbahn_1944.jpg 1200w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_6_Seilbahn_1944-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_6_Seilbahn_1944-768x510.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>Seilbahnsockel zwischen Talstation und Hoher Kirche<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Am 2. J\u00e4nner 1942 schrieb der Reichswirtschaftsminister an den Reichsminister der Finanzen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413\">\u201eDurch die kriegsbedingten Verh\u00e4ltnisse [\u2026] gelang es der Reichsstelle f\u00fcr Bodenforschung erst im Sommer des vergangenen Jahres, die Arbeiten in Gang zu setzen, nachdem sich das OKW [Oberkommando der Wehrmacht] wegen des bedrohlich zunehmenden Molybd\u00e4nmangels st\u00e4rkstens f\u00fcr die Aufnahme der Arbeiten eingesetzt hatte.\u201c<sup>1<\/sup><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_5_Seilbahn_1944.jpg\" alt=\"Seilbahnsockel zwischen Talstation und Hoher Kirche\" class=\"wp-image-11609\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_5_Seilbahn_1944.jpg 1200w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_5_Seilbahn_1944-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_5_Seilbahn_1944-768x510.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>Seilbahnsockel kurz vor dem Kuppen\u00fcbergang, wo sich die Mittelstation befindet<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_7_Seilbahn_1944.jpg\" alt=\"Seilbahnfundament unterhalb der Hohen Kirche\" class=\"wp-image-11611\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_7_Seilbahn_1944.jpg 1200w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_7_Seilbahn_1944-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_7_Seilbahn_1944-768x510.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>Das gleiche Fundament in Richtung Tal betrachtet<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Angesichts des Mangels an Molybd\u00e4n war es den Verantwortlichen v\u00f6llig gleichg\u00fcltig, ob der Abbau dieses Metalls \u00fcberhaupt wirtschaftlich war. Vereinfacht ausgedr\u00fcckt war also das blo\u00dfe Vorhandensein von Molybd\u00e4n dort bekannt, weshalb man es f\u00fcr die Sicherstellung der Stahlproduktion abbauen wollte\/musste, koste es, was es wolle.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_2_Seilbahn_1944.jpg\" alt=\"Mittelstation\" class=\"wp-image-11606\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_2_Seilbahn_1944.jpg 1200w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_2_Seilbahn_1944-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_2_Seilbahn_1944-768x510.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>Mittelstation am Kuppen\u00fcbergang unterhalb des Gipfels der Hohen Kirche auf einer Seeh\u00f6he von etwa 2350 Metern<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>So nahm die Auffahrung des Bergwerks, die Einrichtung der Baustelle mit den Arbeiterunterk\u00fcnften und die Errichtung der notwendigen Infrastruktur im Laufe des Jahres 1942 ihren Lauf. Wie im einleitenden Absatz bereits erw\u00e4hnt, konzentriere ich mich in diesem Artikel auf die Seilbahn, die zwischen Tal- und Bergstation angelegt wurde.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_8_Seilbahn_1944.jpg\" alt=\"Mittelstation\" class=\"wp-image-11612\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_8_Seilbahn_1944.jpg 1200w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_8_Seilbahn_1944-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_8_Seilbahn_1944-768x510.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>Widerlager der Mittelstation<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Mit der Planung der Zweiseilbahn wurde 1942 die Firma Pohlig Seilbahnbau aus K\u00f6ln beauftragt. Diese Firma stellte bis zur geplanten Inbetriebnahme der Seilbahn die Versorgung der Baustellen mittels einer Hilfsseilbahn sicher, die durch die Aneinanderreihung von Seilz\u00fcgen bewerkstelligt wurde.<br>Die Bauarbeiten an der Zweiseilbahn f\u00fchrte im Abschnitt von der Talstation bis zum Kuppen\u00fcbergang die Firma Wayss &amp; Freytag mit Sitz in Innsbruck und M\u00fcnchen durch, wof\u00fcr unter anderem italienische Zivilarbeiter und Ostarbeiter zum Einsatz kamen. F\u00fcr die Errichtung der restlichen Seilbahnstrecke bis zur Bergstation wurde die Firma Baumeister Fritz beauftragt.<sup>2<\/sup><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_9_Seilbahn_1944.jpg\" alt=\"Mittelstation\" class=\"wp-image-11613\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_9_Seilbahn_1944.jpg 1200w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_9_Seilbahn_1944-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_9_Seilbahn_1944-768x510.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>Mittelstation<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><br>Berichte vom Baufortschritt zwischen 1942 und 1945<\/h3>\n\n\n\n<p><br>In einem \u201eGutachten \u00fcber das Molybd\u00e4nvorkommen an der Alpeiner Scharte\u201c vom 6. M\u00e4rz 1942 der Bergwirtschaftsstelle des Oberbergamts Freiberg\/Sachsen hie\u00df es zur vorl\u00e4ufigen Planung der Seilbahn:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413\">\u201eF\u00fcr den Transport f\u00fcr Material und Erz zwischen Alpeiner Scharte und Touristenrast [ein Quartier nahe der Talstation] wird eine Seilbahn von 7 km L\u00e4nge vorgesehen. Die Kosten f\u00fcr diese Einseilbahn sind mit etwa 50000 RM\/km anzunehmen.<br>An Bedienungsmannschaft sind erforderlich: 2 Mann zum Verladen, 2 Maschinisten, 1 Aufsichtsperson.<br>Die Kosten der Seilbahn w\u00fcrden mit rd. 350000 RM einzusetzen sein.<br>Vor der Fertigstellung der Seilbahn sind von der Bahnstation bis zur Geraer H\u00fctte teilweise Fuhrwerks-, zur Alpeiner Scharte nur Tragtiertransporte m\u00f6glich. An Kosten sind f\u00fcr diese Transporte 0,6 RM\/kg einzusetzen.\u201c<sup>3<\/sup><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_10_Seilbahn_1944.jpg\" alt=\"Mittelstation\" class=\"wp-image-11614\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_10_Seilbahn_1944.jpg 1200w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_10_Seilbahn_1944-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_10_Seilbahn_1944-768x510.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>Mittelstation<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Letztendlich wurde jedoch einer Zweiseilbahn der Vorzug gegeben, die sich \u2013 wie etwas weiter unten nachzulesen ist \u2013 um einiges kostenintensiver zu Buche schlug. Um Transporte zwischen Tal und Bergwerk durchzuf\u00fchren, wurden anfangs tats\u00e4chlich Mulis eingesetzt, die nach Fertigstellung der Seilz\u00fcge von diesen abgel\u00f6st wurden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"797\" height=\"1200\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_12_Seilbahn_1944.jpg\" alt=\"Mittelstation\" class=\"wp-image-11616\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_12_Seilbahn_1944.jpg 797w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_12_Seilbahn_1944-199x300.jpg 199w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_12_Seilbahn_1944-768x1156.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 797px) 100vw, 797px\" \/><figcaption>Widerlager der Mittelstation<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>In einem \u201eBetriebsplan f\u00fcr den Bergbaubetrieb Alpeinerscharte der Tiroler Erzbergbauges.m.b.H., St. Jodok\u201c vom 31. Dezember 1943 wurde der Stand der Arbeiten an der Seilbahn geschildert:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413\">\u201eDie Verbindung des Stollns [sic!] mit der Talstation erfolgte seit Juni 1942 durch f\u00fcnf mit Benzinmotoren angetriebene Seilz\u00fcge, Bauart Pohlig, die, nachdem sie eine Reihe von Verbesserungen erfahren hatten, eine klaglose Verbindung zwischen der Bergstation und dem Tal hergestellt haben. Der hohe Benzinverbrauch der Seilbahn, der nicht mehr gedeckt werden konnte, veranlasste uns, die Seilz\u00fcge auf elektrischen Betrieb umzubauen. Der Umbau war im Juni 1943 beendet.<br>Die endgiltige Seilbahnanlage, die den Bergbau mit der Aufbereitung verbindet, wurde im Jahre 1943 programmgem\u00e4ss so weit fertiggestellt, dass s\u00e4mtliche St\u00fctzen aufgebaut und der \u00dcbergang \u00fcber die \u201aHohe Kirche\u2018, der grosse Sprengungen und Betonarbeiten erforderte, zum gr\u00f6ssten Teil fertiggestellt war.\u201c<sup>4<\/sup><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_11_Seilbahn_1944.jpg\" alt=\"Mittelstation\" class=\"wp-image-11615\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_11_Seilbahn_1944.jpg 1200w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_11_Seilbahn_1944-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_11_Seilbahn_1944-768x510.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>Mittelstation<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Im gleichen Betriebsplan beabsichtigte die Tiroler Erzbergbaugesellschaft f\u00fcr 1944 die Fertigstellung der Bergstation der Seilbahn:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413\">\u201eDie im Bergbau gewonnenen Erze werden durch einen Zubringerstolln in unterirdisch angelegte Bunker gekippt, von denen das Erz mittels Drehschieber in die F\u00f6rderwagen der Seilbahn abgef\u00fcllt wird. Der Umlauf der Wagen, die F\u00fcllschnauzen, sowie auch eine Verladestation f\u00fcr Wagen, die vom Tal zum Berge transportiert werden, befinden sich wegen Steinschlaggefahr und Frost unterirdisch und m\u00fcssen ausgesprengt werden. Die mit der Seilbahn ankommenden Waren, die f\u00fcr den Bergbau bestimmt sind, werden in einem ebenfalls unterirdisch angelegten Schr\u00e4gschacht mittels einer Haspel zur Stollnsohle hochgebracht.\u201c<sup>5<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Die Kosten der Errichtung der Seilbahn wurden mit 1,191 Millionen Reichsmark angegeben, wovon 526.000 auf das Bauvorhaben entfielen, 501.000 auf Maschinen und maschinelle Anlagen sowie 164.000 f\u00fcr Sonstiges eingerechnet wurden.<sup>6<\/sup><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_13_Seilbahn_1944.jpg\" alt=\"Mittelstation\" class=\"wp-image-11617\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_13_Seilbahn_1944.jpg 1200w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_13_Seilbahn_1944-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_13_Seilbahn_1944-768x510.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>Mittelstation<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Doch auch daraus wurde nichts. Die widrigen Bedingungen im Hochgebirge und die Frage, ob das Projekt nicht einzustellen sei, behinderten einen planm\u00e4\u00dfigen Fortschritt der Arbeiten. Zwischen 13. und 20. Juni 1944 erfolgte eine Begehung des Bergbaus an der Alpeiner Scharte durch Vertreter des Reichsamts f\u00fcr Bodenforschung Wien und des Oberbergamts Freiberg\/Sachsen. Im dazugeh\u00f6rigen Bericht geht der Verfasser auch auf den Zustand der Seilbahn ein:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413\">\u201eDie Seilbahnbergstation ist von allen Teilen der Seilbahnanlage noch am weitesten zur\u00fcck. Vor allem haben sich infolge des langen Nachwinters die Schwierigkeiten der Schottergewinnung verz\u00f6gernd ausgewirkt. Da erst jetzt daran gegangen werden kann, die tiefverschneite Schottergewinnungs- und Betonmischanlage bei Station 5 auszugraben, war es bisher n\u00f6tig, aus der Stollnhalde geeigneten Betonsplitt zu gewinnen. Zur Zeit wird an dem Fundament f\u00fcr den untersten Bogen gearbeitet. Die Ausmauerung der Seilbahneinf\u00fchrungsstolln ist nahezu beendet, die W\u00f6lbung der Portale ist im Gange.<br><br>In der Talstation ist die Montage der Eisenkonstruktionen weit fortgeschritten. Ein gro\u00dfer Teil der Tragseile ist bis zur St\u00fctze 6 ausgezogen. Die Montage am Kuppen\u00fcbergang [unterhalb der Hohen Kirche] auf der kleinen Kirche ist beendet. Mit Ausnahme einer einzigen, ist die Montage s\u00e4mtlicher St\u00fctzen beendet. Die St\u00fctzen m\u00fcssen nur noch ausgerichtet und vergossen werden.<br><br>Da nach Angaben von Montageleiter Emrich der Fa. Pohlig die Bauzeit der Seilbahn wesentlich verk\u00fcrzt werden kann, wenn die Tragseile f\u00fcr den oberen Teil der Seilbahn im Alpeiner Teil ausgetragen und dann zur kleinen Kirche aufgezogen werden, hat man sich f\u00fcr dieses Verfahren entschlossen. Allerdings werden dazu rd. 100 Mann f\u00fcr etwa 14 Tage bis 3 Wochen ben\u00f6tigt. Architekt Guth hofft, f\u00fcr die Abgabe von 15 Bauarbeitern f\u00fcr das \u201aJ\u00e4gerprogramm\u2018 solange Aufschub zu erhalten, bis diese Arbeiten beendet sind. Falls keine wesentlichen Verz\u00f6gerungen auftreten, hofft man, Ende Oktober bis November die Seilbahn in Betrieb nehmen zu k\u00f6nnen.\u201c<sup>7<\/sup><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_17_Seilbahn_1944.jpg\" alt=\"Seilbahnsockel unterhalb der Bergstation mit zwei Stahlseilen\" class=\"wp-image-11621\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_17_Seilbahn_1944.jpg 1200w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_17_Seilbahn_1944-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_17_Seilbahn_1944-768x510.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>Seilbahnsockel unterhalb der Bergstation mit den 1944 ausgelegten Stahlseilen<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Hier ist gut erkennbar, wie eng das Netz des Arbeitseinsatzes gewoben war. Jeder nicht unbedingt an einer Baustelle ben\u00f6tigte Arbeiter wurde sofort f\u00fcr ein anderes Projekt eingesetzt. In diesem Fall mussten 15 Arbeiter f\u00fcr das J\u00e4gerprogramm, also die vordringliche Fertigung von Jagdflugzeugen, abgestellt werden, sofern die Baufirmen an der Alpeiner Scharte nicht ihren kriegswichtigen Einsatz nachweisen konnten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"797\" height=\"1200\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_16_Seilbahn_1944.jpg\" alt=\"Seilbahnsockel unterhalb der Bergstationmit zwei Stahlseilen\" class=\"wp-image-11620\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_16_Seilbahn_1944.jpg 797w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_16_Seilbahn_1944-199x300.jpg 199w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_16_Seilbahn_1944-768x1156.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 797px) 100vw, 797px\" \/><figcaption>Seilbahnsockel unterhalb der Bergstation mit den beiden Stahlseilen<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Als zur Feststellung der tats\u00e4chlich vorhandenen Erzmengen ein Vertreter des Oberbergamts Freiberg\/Sachsen zwischen 16. und 18. September 1944 die Stollen inspizierte, stellte er bez\u00fcglich der Seilbahn fest:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413\">\u201eDie Montage der Talstation mit Ausnahme des Antriebs ist fertig. An dem Einlaufbauwerk der Bergstation ist noch eine Pendelst\u00fctze mit den n\u00f6tigen Verstrebungen aufzustellen. Auf dem Kuppen\u00fcbergang sind die Montagearbeiten ebenfalls noch nicht vollkommen beendet. Die Tragseile sind bereits zum gr\u00f6\u00dften Teil ausgetragen und aufgelegt.<br>Zur Fertigstellung der Montagearbeiten einsch[lie\u00dflich] Austragen und Auflegen des Restes des Tragseils und des Zugseils werden noch 380 Facharbeiterschichten und rd. 4100 Hilfsarbeiterschichten ben\u00f6tigt. F\u00fcr das Ausrichten der St\u00fctzen und Vergie\u00dfen der Fundamente der St\u00fctzen der Bergstation, des Kuppen\u00fcberganges und der Talstation werden noch rd. 70 Facharbeiterschichten und 120 Hilfsarbeiterschichten ben\u00f6tigt. Insgesamt sind somit mit Stand vom 18.9.1944 bis zur Inbetriebnahme der Seilbahn noch rd. 450 Facharbeiterschichten und 4220 Hilfsarbeiterschichten zu verfahren. Diese Arbeiten sind in vollem Gange.<br>Nach Mitteilung der Betriebsleitung [\u2026] werden die Bauarbeiten in der Aufbereitung bis 1.10.1944 beendet und bis zum 15.11.1944 die Seilbahn betriebsf\u00e4hig sein.\u201c<sup>8<\/sup><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_20_Seilbahn_1944.jpg\" alt=\"Bergstation, am linken Bildrand die Hohe Kirche, wo sich die Mittelstation befindet\" class=\"wp-image-11627\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_20_Seilbahn_1944.jpg 1200w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_20_Seilbahn_1944-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_20_Seilbahn_1944-768x510.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>Bergstation auf knapp 2800 Metern Seeh\u00f6he \u2013 am linken unteren Bildrand ist die Hohe Kirche zu erkennen, wo sich die Mittelstation befindet<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Vorhaben konnten jedoch nicht eingehalten werden. Im neuen Betriebsplan vom 27. J\u00e4nner 1945 hei\u00dft es:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413\">\u201eVon den \u00dcbertagearbeiten ist vor allem die Fertigstellung der Seilbahn wichtig. Leider ist durch die Verz\u00f6gerung, die mit den Stillegungsverhandlungen verkn\u00fcpft war, eine zweimonatliche Unterbrechung der Montage, insbesondere der Bergstation, eingetreten und es sind nun diese Arbeiten vor Einbruch des Winters nicht fertig geworden. Es mu\u00df nun mit dieser Montage, insbesondere mit der Aufstellung der letzten Pendelst\u00fctze, gewartet werden, bis der strengste Winter vor\u00fcber ist, also mindest bis April.\u201c<sup>9<\/sup><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"797\" height=\"1200\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_14_Seilbahn_1944.jpg\" alt=\"Blick von der Bergstation zur Mittelstation\" class=\"wp-image-11618\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_14_Seilbahn_1944.jpg 797w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_14_Seilbahn_1944-199x300.jpg 199w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_14_Seilbahn_1944-768x1156.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 797px) 100vw, 797px\" \/><figcaption>Blick von der Bergstation zur Mittelstation<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die erw\u00e4hnten Stilllegungsverhandlungen ergaben sich aus der \u00c4nderung der Gesamtlage, sowohl bedingt durch den Kriegsverlauf als auch die damit verbundenen \u00c4nderungen in den Anforderungen an die Kriegsproduktion. Da die Prognosen der zu erwartenden Abbaumenge von Molybd\u00e4n in der Alpeiner Scharte laufend geringer wurden und gleichzeitig die von der Kriegswirtschaft ben\u00f6tigten Mengen dieses Metalls immer weiter sanken, wurde im Sommer und Herbst 1944 die Frage verhandelt, ob eine Stilllegung und Auflassung dieses Abbauorts nicht sinnvoller und wirtschaftlicher w\u00e4re. Dennoch wurde nach einer mehrmonatigen Pause weitergearbeitet. Bis Kriegsende wurden die Arbeiten jedoch nicht mehr fertiggestellt. Letztendlich wurden \u00fcber sechs Millionen Reichsmark in der Projekt investiert, ohne nur ein Gramm Molybd\u00e4n abgebaut zu haben.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"797\" height=\"1200\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_15_Seilbahn_1944.jpg\" alt=\"Bergstation\" class=\"wp-image-11619\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_15_Seilbahn_1944.jpg 797w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_15_Seilbahn_1944-199x300.jpg 199w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_15_Seilbahn_1944-768x1156.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 797px) 100vw, 797px\" \/><figcaption>Bergstation unterhalb der Alpeiner Scharte<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>In einem Schreiben Oberbergrats Werner Hentrich vom 26. Februar 1945 klingt es nun ganz gegenteilig zu dem ganz oben mit Fu\u00dfnote 1 zitierten Schreiben. Als Ergebnis einer Besprechung mit dem Leiter der Amtsgruppe Bergbau des Rohstoffamts des Reichsministeriums f\u00fcr R\u00fcstung und Kriegsproduktion L\u00fccke und dem Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Fachgruppe Metallerzbergbau Wennerscheid, hielt er fest:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413\">\u201eIch habe die Herren davon unterrichtet, da\u00df infolge der Auswirkungen des Lawinenungl\u00fcckes wie auch der kriegsbedingten Verz\u00f6gerungen in der Fertigstellung der Betriebsanlagen mit der Aufnahme der F\u00f6rderung nicht vor Mitte 1945 gerechnet werden k\u00f6nne. Da die Anlagen jedoch bereits zum weitaus gr\u00f6\u00dften Teil fertiggestellt seien und es kaum vertretbar erscheine, den Ausbau eines kriegswichtigen Bergbaubetriebes mit jahrelanger Anlaufzeit kurz vor der Aufnahme der F\u00f6rderung abzustoppen, beabsichtige der Reichwirtschaftsminister, die zur Vollendung des Ausbaues angeforderten zus\u00e4tzlichen Mittel von RM 1,2 Millionen zur Verf\u00fcgung zu stellen, obwohl nicht sicher sei, da\u00df die Produktion noch der Kriegf\u00fchrung zugute komme. Die Herren erkl\u00e4rten mir, da\u00df sie gegen die Vollendung des Ausbaues der Grube Alpeiner Scharte nichts einzuwenden h\u00e4tten, obwohl der Bedarf an Molybd\u00e4n wegen des R\u00fcckganges der Eisenerzeugung ebenfalls sehr zur\u00fcckgegangen sei und an diesem Stahlveredler z[ur] Z[ei]t kein besonderer Mangel bestehe.<br>[\u2026]<br>Dipl. Ing. Wennerscheid teilte mir fernm\u00fcndlich mit, da\u00df in einer gestern stattgefundenen Besprechung \u00fcber die Gestaltung der Metallerzeugung in den n\u00e4chsten Monaten (H\u00fcttenprogramm) von ma\u00dfgebender Seite darauf hingewiesen worden sei, da\u00df die jetzige Erzeugung und die Vorr\u00e4te an Molybd\u00e4n den stark eingeschr\u00e4nkten Bedarf auf sehr lange Zeit hinaus deckten. Z[ur] Z[ei]t bestehe keinerlei Mangel an Molybd\u00e4n; die Pl\u00e4ne zur Steigerung der Molybd\u00e4nerzeugung, zu denen auch der Ausbau der Alpeiner Scharte geh\u00f6rt, seien daher gegenw\u00e4rtig keinesfalls besonders vordringlich.\u201c<sup>10<\/sup><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"797\" height=\"1200\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_19_Seilbahn_1944.jpg\" alt=\"Seilbahngondel der Behelfsseilbahn\" class=\"wp-image-11623\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_19_Seilbahn_1944.jpg 797w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_19_Seilbahn_1944-199x300.jpg 199w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_19_Seilbahn_1944-768x1156.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 797px) 100vw, 797px\" \/><figcaption>Seilbahngondel, die im Ger\u00f6ll gefunden wurde<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><br>Einige Daten zur Seilbahn<\/h3>\n\n\n\n<p><br>Art der Seilbahn: Zweiseil-Umlaufbahn mit automatisch kuppelbaren Betriebsmitteln<br>Horizontale Entfernung zwischen Tal- und Bergstation: 4.970 Meter<br>H\u00f6hendifferenz zwischen Tal- und Bergstation: 1.424 Meter<br>Anzahl der St\u00fctzen zwischen Tal- und Mittelstation: 11<br>Anzahl der St\u00fctzen zwischen Mittel- und Bergstation: 12<br>Ausf\u00fchrung der St\u00fctzen: Stahlgittermasten<br>L\u00e4ngste Seildistanz ohne St\u00fctzen: 1.943 Meter direkt nach dem Kuppen\u00fcbergang bis zur ersten St\u00fctze am Ger\u00f6llfeld des Alpeiner Ferner.<br>Seile:<br>Tragseil: 32 Millimeter Durchmesser<br>Zugseil: 27 Millimeter Durchmesser<sup>11<\/sup><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><br>Die Unterk\u00fcnfte der Zwangsarbeiter<\/h3>\n\n\n\n<p><br>Ab August 1942 begann die Firma Wayss &amp; Freytag, die den Auftrag zur Errichtung der Materialseilbahn und der Erzaufbereitungsanlage bekommen hatte, die Baracken f\u00fcr ihre Arbeiter in Innervals aufzustellen. Hier wurden in weiterer Folge Ostarbeiter und Italiener untergebracht.<br>Ein weiteres Lager war in Au\u00dfervals entstanden. Es diente der Aufnahme von Kriegsgefangenen, die f\u00fcr den Bau der Infrastruktur wie Stra\u00dfen oder Kabelverlegungen eingesetzt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Arbeiter, die an der Auffahrung des Bergwerks selbst zum Einsatz kamen, waren in der Geraer H\u00fctte auf etwa 2300 Metern Seeh\u00f6he untergebracht, von wo der Aufstieg zum Mundloch aber je nach Witterung bis zu zwei Stunden betragen konnte. Ab Februar 1943 zogen sie deshalb in die Stollensiedlung um, die direkt unterhalb des Mundloches auf circa 2750 Metern Seeh\u00f6he errichtet worden war und aus drei Baracken bestand \u2013 eine Wirtschafts- und zwei Wohnbaracken. Hier lebten nun etwa 150 Arbeiter, die zum gr\u00f6\u00dften Teil im Stollenvortrieb eingesetzt wurden. Mit Stichtag 11. November 1944 lebten hier 73 Ostarbeiter, 27 Italiener, 34 Deutsche und neun Franzosen. An diesem Tag fegte eine Staublawine \u00fcber die Siedlung hinweg und zerst\u00f6rte sie zum gr\u00f6\u00dften Teil. Die Zahl der Todesopfer betrug gesamt 22, die meisten von ihnen waren Ostarbeiter.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><br>Die Mahnung von 1944<\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_1_Seilbahn_1944.jpg\" alt=\"Russische Kriegsgefangen arbeiteten zwischen 1942 und 1944 an der Errichtung der Seilbahn\" class=\"wp-image-11605\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_1_Seilbahn_1944.jpg 1200w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_1_Seilbahn_1944-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/56_1_Seilbahn_1944-768x510.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>Russische Zwangsarbeiter hinterlie\u00dfen ihre Worte<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Auf einem der Sockel der Seilbahn haben am 27. September 1944 russische Zwangsarbeiter ihre Botschaft an die Nachwelt in den Beton geritzt und mit ihren Initialen versehen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413\">\u201e27.9.1944<br>\u0417\u0434\u0435\u0441\u044c \u0440\u0430\u0431\u043e\u043c\u0430\u043b\u0438 \u0440\u0443\u0441\u0441\u043a\u0438\u0435 \u0440\u0430\u0431\u043e\u0447\u0438\u0435 \u0438\u0437 1942 \u0433\u043e\u0434\u0430 \u043f\u043e 1944 \u0433\u043e\u0434<br>\u0418.\u0412.<br>\u041c.\u0414.\u0421.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Deutsche \u00dcbersetzung (deepl.com):<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;27.9.1944<br>Russische Arbeiter arbeiteten hier von 1942 bis 1944<br>I.W.<br>M.D.S.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Laut dem \u00dcbersetzungstool von deepl.com erlauben die kyrillischen Worte auch diese \u00dcbersetzung:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;27.9.1944<br>Russische Zwangsarbeiter arbeiteten hier von 1942 bis 1944<br>I.W.<br>M.D.S.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-white-background-color has-background\"><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-black-color\">M\u00f6chtest Du Dich erkenntlich zeigen?<\/mark> <a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?page_id=6688\" data-type=\"page\" data-id=\"6688\">Hier hast Du die M\u00f6glichkeit dazu<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Fu\u00dfnoten:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><br>1 Zitiert nach: Johannes <em>Breit<\/em>, Der Molybd\u00e4nbergbau unter der Alpeiner Scharte 1941\u20131945 (Absam 2009), S. 5.<\/p>\n\n\n\n<p>2 Gerhard A. <em>Stadler<\/em>, \u2026 hat man alle Regeln der Bergwirtschaft fallen gelassen \u2026 Der Molybd\u00e4nbergbau der nationalsozialistischen Kriegswirtschaft in den Zillertaler Alpen 1940\u20131945. Ein Forschungsbericht. In: Bl\u00e4tter f\u00fcr Technikgeschichte Bd. 77\/2015, herausgegeben im Auftrag des Technischen Museums Wien (Wien 2015), S. 145.<\/p>\n\n\n\n<p>3 S\u00e4chsStA-F, 40105 Sachsenerz Bergwerks GmbH\/AG, Nr. 1-722, Gutachten \u00fcber das Molybd\u00e4nvorkommen an der Alpeiner Scharte, S. 10.<\/p>\n\n\n\n<p>4 BArch R 3101\/30406 Bl. 9f.<\/p>\n\n\n\n<p>5 BArch R 3101\/30406 Bl. 16.<\/p>\n\n\n\n<p>6 BArch R 3101\/30406 Bl. 21.<\/p>\n\n\n\n<p>7 S\u00e4chsStA-F, 40105 Sachsenerz Bergwerks GmbH\/AG, Nr. 1-624, Abschrift eines Berichts \u00fcber eine Befahrung des Bergbaus Alpeiner Scharte in der Zeit vom 13.\u201320.6.1944, S. 3f.<\/p>\n\n\n\n<p>8 S\u00e4chsStA-F, 40105 Sachsenerz Bergwerks GmbH\/AG, Nr. 1-721, Erhebungen \u00fcber die Aussichten des Molybd\u00e4nerzbergbaues auf der Alpeiner Scharte der Tiroler Erzbergbau G.m.b.H. in St. Jodok, S. 1f.<\/p>\n\n\n\n<p>9 BArch R 3101\/30875 Bl. 41.<\/p>\n\n\n\n<p>10 BArch R 3101\/30767 Bl. 9f.<\/p>\n\n\n\n<p>11 Stadler, \u2026 hat man alle Regeln, S. 145.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Literatur:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><br>Johannes <em>Breit<\/em>, Der Molybd\u00e4nbergbau unter der Alpeiner Scharte 1941\u20131945 (Absam 2009)<\/p>\n\n\n\n<p>Gerhard A. <em>Stadler<\/em>, \u2026 hat man alle Regeln der Bergwirtschaft fallen gelassen \u2026 Der Molybd\u00e4nbergbau der nationalsozialistischen Kriegswirtschaft in den Zillertaler Alpen 1940\u20131945. Ein Forschungsbericht. In: Bl\u00e4tter f\u00fcr Technikgeschichte Bd. 77\/2015, herausgegeben im Auftrag des Technischen Museums Wien (Wien 2015), S. 123\u2013153.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-small-font-size\" style=\"color:#18a211\"><br><strong>Interner Link:<\/strong><br><br>Mehr zu den Jahren von 1939 bis Kriegsende:<br><a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?page_id=1343\" data-type=\"page\" data-id=\"1343\">1939 bis Kriegsende<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zeugnisse der Zwangsarbeit sind noch heute zu entdecken \u2013 sogar dort, wo man sie ohne Vorkenntnisse gar nicht vermuten w\u00fcrde: mitten in den Bergen. In einem beschaulichen Tal in Tirol, an dessen Ende der Fu\u00dfstein auf eine H\u00f6he von 3380 Metern hinaufragt, findet sich ein solches Zeugnis. 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