{"id":10312,"date":"2020-08-03T18:00:00","date_gmt":"2020-08-03T16:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?p=10312"},"modified":"2021-02-20T22:58:08","modified_gmt":"2021-02-20T21:58:08","slug":"1944-gruss-aus-wilna","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?p=10312","title":{"rendered":"1944 \u2013 Gru\u00df aus Wilna"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Die heutige Beschriftung l\u00e4sst viele Fragen offen. Wer hat sie verfasst? Was wollte er oder sie damit sagen? An wen war der Gru\u00df gerichtet? War der Verfasser Zwangsarbeiter oder ein deutscher Milit\u00e4rangeh\u00f6riger auf Heimaturlaub? Diese Fragen lassen sich wohl nicht mehr beantworten. Wilna ist die deutsche Schreibweise der litauischen Hauptstadt Vilnius. Ich nehme diese Inschrift auf einem Ziegel in einer Luftschutzstollenanlage zum Anlass, \u00fcber Litauen zwischen 1939 und Herbst 1944 zu schreiben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><br>Litauen zwischen 1939 und Juni 1941<\/h3>\n\n\n\n<p><br>Litauen, das seit 1918 ein selbstst\u00e4ndiger Staat gewesen war, wurde ab August 1939 zum Spielball der Gro\u00dfm\u00e4chte im Spannungsfeld, das sich zwischen Adolf Hitler und Josef Stalin aufgebaut hatte. Im Molotow-Ribbentrop-Pakt einigte man sich auf die Neutralit\u00e4t der Sowjetunion beim bevorstehenden deutschen Angriff auf Polen und auf die darauffolgende Gebietsaufteilung Polens, Finnlands und des Baltikums. Litauen galt in diesem Pakt als Interessenssph\u00e4re Deutschlands, w\u00e4hrend Estland und Lettland von der Sowjetunion beansprucht wurden.<br>Die Wehrmacht griff am 1. September 1939 Polen an, das der \u00dcbermacht nur etwa einen Monat lang Widerstand leisten konnte. Als der Sieg Deutschlands bereits absehbar erschien, erfolgte eine Revision des Paktes, in deren Zuge die Interessenssph\u00e4ren neu geordnet wurden \u2013 Litauen wurde am 28. September dem sowjetischen Einflussbereich zugeschlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die offizielle Eingliederung Litauens in die Sowjetunion erfolgte im Sommer 1940. Am 28. August nahm das Land die sowjetische Verfassung an. In der Folge wurde Litauen sowjetisiert, Kommunisten \u00fcbernahmen die wichtigsten Positionen. Am 28. November erlie\u00df der Volkskommissar f\u00fcr Innere Angelegenheiten den Befehl, \u201eVolksfeinde\u201c zu registrieren. Dazu z\u00e4hlten alle nichtkommunistischen Politiker, Staatsbeamte, Vertreter des unabh\u00e4ngigen Litauen, Menschen des \u00f6ffentlichen Lebens und viele andere bis hinab zum einfachen Bauern. \u00dcber 6.600 Personen, haupts\u00e4chlich Beamte wurden daraufhin verhaftet. 645 Personen wurden zum Tode verurteilt. Die meisten anderen wurden in Gef\u00e4ngnisse und Arbeitslager gesteckt, wo viele von ihnen durch K\u00e4lte, N\u00e4sse und die Arbeitsbedingungen den Tod fanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Acht Tage vor dem Einmarsch der Wehrmacht setzten am 14. Juni 1941 Massendeportationen ein, die als \u201eVertreibung sozialfeindlicher Elemente\u201c<sup>1<\/sup> bezeichnet wurden. In diesen wenigen Tagen wurden etwa 17.000 Menschen in Viehwaggons nach Sibirien abtransportiert. Oft waren es ganze Familien vom S\u00e4ugling bis zum Greis, die zum Bahnhof getrieben und aus Litauen geschafft wurden. Haupts\u00e4chlich waren Landwirte, Beamte, Hausfrauen und Arbeiter von diesen Deportationen betroffen \u2013 mehr als die H\u00e4lfte von ihnen kehrte nicht mehr nach Hause zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese erste sowjetische Phase in Litauen w\u00e4hrte nicht lange: Am 22. Juni 1941 startete das Unternehmen Barbarossa \u2013 die Wehrmacht begann den Krieg gegen den Osten. Schon zwei Tage sp\u00e4ter nahmen deutsche Truppen Vilnius und Kaunas ein. Nach der Schlacht bei Raseiniai zwischen 23. und 27. Juni hatte Deutschland die Rote Armee bis auf Weiteres aus Litauen gedr\u00e4ngt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"797\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/43_1_Wilno_1944.jpg\" alt=\"Gru\u00df aus Wilna\" class=\"wp-image-10314\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/43_1_Wilno_1944.jpg 1200w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/43_1_Wilno_1944-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/43_1_Wilno_1944-768x510.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>Gru\u00df aus Wilna<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><br>Litauen zwischen Juni 1941 und Herbst 1944<\/h3>\n\n\n\n<p><br>Unmittelbar nach der deutschen Besetzung des Landes setzten die massenhaften Ermordungen der litauischen Juden und J\u00fcdinnen ein, die zuvor in Ghettos zusammengetrieben wurden. Nach nur f\u00fcnf Monaten erstellte Karl J\u00e4ger, der Befehlshaber des Einsatzkommandos 3 (EK 3) der Einsatzgruppe A, am 1. Dezember 1941 eine Gesamtaufstellung aller in seinem Zust\u00e4ndigkeitsbereich durchgef\u00fchrten Liquidierungen. Die penible Auflistung, die sowohl Datums- und Ortsangaben der Erschie\u00dfungen als auch die Anzahl der get\u00f6teten Menschen, unterteilt in j\u00fcdische M\u00e4nner, j\u00fcdische Frauen, j\u00fcdische Kinder und andere enthielt, endete mit der Schlusssumme von 137.346 liquidierten Menschen. In dieser Zahl waren auch jene 4.000 Menschen enthalten, die von litauischen Partisanen ermordet wurden. Dieses Zeugnis der Buchhaltung des Massenmords ging als \u201eJ\u00e4ger-Bericht\u201c in die Geschichtsb\u00fccher ein und diente als Beweismittel in den Einsatzgruppenprozessen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausz\u00fcge aus dem J\u00e4ger-Bericht:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\">\u201e[\u2026]<br><span style=\"text-decoration: underline;\">16.8.41, Rokiskis:<\/span> 3200 Juden, J\u00fcdinnen und J-Kinder, 5 lit. Komm., 1 Pole, 1 Partisane \u2013 <strong>3207<\/strong><br><br><span style=\"text-decoration: underline;\">9. bis 16.8.41, Rasainiai:<\/span> 294 J\u00fcdinnen, 4 Judenkinder \u2013 <strong>298<\/strong><br><br><span style=\"text-decoration: underline;\">27.6. bis 14.8.41, Rokiskis:<\/span> 493 Juden, 432 Russen, 56 Litauer (alles aktive Kommunisten) \u2013 <strong>981<\/strong><br><br><span style=\"text-decoration: underline;\">18.8.41, Kauen &#8211; Fort IV:<\/span> 689 Juden, 402 J\u00fcdinnen, 1 Polin, 711 Intell.-Juden aus dem Ghetto als Repressalie f\u00fcr eine Sabotage-Handlung \u2013 <strong>1812<\/strong><br><br><span style=\"text-decoration: underline;\">19.8.41, Ukmerge:<\/span> 298 Juden, 255 J\u00fcdinnen, 1 Politr. 88 Judenkinder, 1 russ. Kommunist \u2013 <strong>645<\/strong><br><br><span style=\"text-decoration: underline;\">22.8.41, D\u00fcnaburg:<\/span> 3 russ. Komm., 5 Letten, dabei war 1 M\u00f6rder, 1 russ. Gardist, 3 Polen, 3 Zigeuner, 1 Zigeunerin, 1 Zigeunerkind, 1 Jude, 1 J\u00fcdin, 1 Armenier, 2 Politruks (Gef\u00e4ngnis-\u00dcberpr\u00fcfung in D\u00fcnaburg) \u2013 <strong>21<\/strong><br>[\u2026]<br><span style=\"text-decoration: underline;\">1.9.41, Mariampole:<\/span> 1763 Juden, 1812 J\u00fcdinnen, 1404 Judenkinder, 109 Geisteskranke, 1 deutsche Staatsangeh\u00f6rige, die mit einem Juden verheiratet war, 1 Russin \u2013 <strong>5090<\/strong><br>[\u2026]\u201c<sup>2<\/sup> (Unterstreichungen und Fettdruck zur \u00dcbersichtlichkeit eingef\u00fcgt, nicht im Original)<\/p>\n\n\n\n<p>Seinen Bericht erg\u00e4nzte J\u00e4ger, der mit besonderem Eifer und hoher Eigeninitiative seine Karriere vorantreiben wollte, durch einen Textteil. Um einen kurzen Einblick in sein menschenverachtendes Weltbild zu geben, zitiere ich auszugweise:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\">\u201eIch kann heute feststellen, dass das Ziel, das Judenproblem f\u00fcr Litauen zu l\u00f6sen, vom EK. 3 erreicht worden ist. In Litauen gibt es keine Juden mehr, ausser den Arbeitsjuden incl. ihrer Familien.<br><br>Das sind<br>in Schaulen ca. 4.500<br>in Kauen  &#8220;  15.000<br>in Wilna   &#8220;  15.000.<br><br>Diese Arbeitsjuden incl. ihrer Familien wollte ich ebenfalls umlegen, was mir jedoch scharfe Kampfansage der Zivilverwaltung (dem Reichskommissar) und der Wehrmacht eintrug und das Verbot ausl\u00f6ste: Diese Juden und ihre Familien d\u00fcrfen nicht erschossen werden!<br><br>Das Ziel, Litauen judenfrei zu machen, konnte nur erreicht werden durch die Aufstellung eines Rollkommandos mit ausgesuchten M\u00e4nnern unter der F\u00fchrung des SS-Obersturmf\u00fchrers Hamann, der sich meine Ziele voll und ganz aneignete und es verstand, die Zusammenarbeit mit den litauischen Partisanen und den zust\u00e4ndigen zivilen Stellen zu gew\u00e4hrleisten.<sup>3<\/sup><br>[\u2026]<br>In Rokiskis waren 3208 Menschen 4 1\/2 km zu transportieren, bevor sie liquidiert werden konnten. Um diese Arbeit in 24 Stunden bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen, mussten von 80 zur Verf\u00fcgung stehenden litauischen Partisanen \u00fcber 60 zum Transport, bezw. zur Absperrung eingeteilt werden. Der verbleibende Rest, der immer wieder abgel\u00f6st wurde, hat zusammen mit meinen M\u00e4nnern die Arbeit verrichtet. Kraftfahrzeuge stehen zum Transport nur selten zur Verf\u00fcgung. Fluchtversuche, die hin und wieder vorkamen, wurden ausschliesslich durch meine M\u00e4nner unter eigener Lebensgefahr verhindert. So haben z. B. drei Mann des Kommandos bei Mariampole 38 ausbrechende Juden und kommunistische Funktion\u00e4re auf einem Waldweg zusammengeschossen, ohne dass jemand entkam. Der An- und R\u00fcckmarschweg betrug zu den einzelnen Aktionen durchweg 160 &#8211; 200 km. Nur durch geschickte Ausnutzung der Zeit ist es gelungen, bis zu 5 Aktionen in einer Woche durchzuf\u00fchren und dabei doch die in Kauen anfallende Arbeit so zu bew\u00e4ltigen, dass keine Stockung im Dienstbetrieb eingetreten ist.<sup>4<\/sup><br>[\u2026]<br>Ich betrachte die Judenaktionen f\u00fcr das EK.3 in der Hauptsache als abgeschlossen. Die noch vorhandenen Arbeitsjuden und J\u00fcdinnen werden dringend gebraucht und ich kann mir vorstellen, dass nach dem Winter diese Arbeitskr\u00e4fte dringendst weiter gebraucht werden. Ich bin der Ansicht, dass sofort mit der Sterilisation der m\u00e4nnlichen Arbeitsjuden begonnen wird, um eine Fortpflanzung zu verhindern. Wird trotzdem eine J\u00fcdin schwanger, so ist sie zu liquidieren.\u201c<sup>5<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Die Verfolgungen und Ermordungen in Litauen werden nicht nur durch den J\u00e4ger-Bericht dokumentiert. Ein weiteres Dokument, das nach dem Krieg als Beweismittel in den Einsatzgruppenprozessen diente, war der Bericht Walter Stahleckers \u00fcber die T\u00e4tigkeiten der Einsatzgruppe A, die er befehligte. Weiters erf\u00fcllte Stahlecker die Funktion des Befehlshabers der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes im Reichskommissariat Ostland.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 15. Oktober 1941 erstattete er diesen Bericht, in dem er \u00e4hnlich wie J\u00e4ger detailliert auf die &#8222;Arbeit&#8220; der Einsatzgruppe A einging. Bekannt wurde vor allem der zweite Stahlecker-Bericht von Februar 1942, dem eine Karte mit dem Titel \u201eVon der Einsatzgruppe A durchgef\u00fchrte Judenexekutionen\u201c beigegeben wurde. In dieser Karte wird mittels eines Sargsymbols f\u00fcr jedes Land des Baltikums und Wei\u00dfrusslands die Zahl der ermordeten Juden angegeben.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/collections.ushmm.org\/iiif-b\/assets\/717207\" alt=\"\"\/><figcaption><strong>Quelle:<\/strong><br>United States Holocaust Memorial Museum<br>Copyright: United States Holocaust Memorial Museum<br>Provenance: Thomas Wartenberg<br><a href=\"https:\/\/collections.ushmm.org\/search\/catalog\/pa1177426\">https:\/\/collections.ushmm.org\/search\/catalog\/pa1177426<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Terror der Deutschen gegen die Litauer ging jedoch nicht nur von Wehrmacht und SS aus. Auch die das Baltikum und Teile Wei\u00dfrusslands umfassende deutsche Zivilverwaltung, das sogenannte Reichskommissariat Ostland (RKO), \u00fcbte massiven Druck auf die Bev\u00f6lkerung, vor allem die Bauern aus. Diese sollten Kontingente ihrer Ernte und ihres Viehs abliefern, um die Angeh\u00f6rigen der deutschen Besatzungs- und SS-Einheiten zu verpflegen. Die vorgeschriebenen Kontingente wurden von den Bauern bald als zu hoch empfunden. Weigerungen waren die Folge, die das RKO als Auflehnung bestrafte. Die Bauern wurden verhaftet, kamen in Straflager oder wurden erschossen. Der f\u00fcr Vilnius Land zust\u00e4ndige Gebietskommissar Horst Wulff etwa lie\u00df aus diesem Grund im Februar 1943 34 Bauern erschie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bis zum Ende der deutschen Schreckensherrschaft im Herbst 1944 waren die Einsatzgruppen der SS, die ihnen zur Seite stehenden litauischen Partisanen und die Besatzungsverwaltung f\u00fcr die Ermordung von etwa 220.000 Menschen der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung verantwortlich.<br>170.000 sowjetische Kriegsgefangene lie\u00dfen in den deutschen Lagern Litauens ihr Leben. Tausende litauische Zivilisten waren in diesen drei Jahren nach Deutschland verschleppt worden, um dort Zwangsarbeit in R\u00fcstungsindustrie und Landwirtschaft zu leisten. Land und Wirtschaft Litauens waren zerst\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"797\" height=\"1200\" src=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/43_2_Wilno_1944.jpg\" alt=\"Wilna, 3.7.44\" class=\"wp-image-10315\" srcset=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/43_2_Wilno_1944.jpg 797w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/43_2_Wilno_1944-199x300.jpg 199w, https:\/\/www.worteimdunkel.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/43_2_Wilno_1944-768x1156.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 797px) 100vw, 797px\" \/><figcaption>Wilna<br>3.7.44<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das im Bild gezeigte Datum \u2013 3. Juli 1944 \u2013 ist interessant, weil es das einsetzende Ende der NS-Herrschaft im Baltikum markiert. Am 5. Juli startete die Rote Armee ihre Offensive auf Vilnius und \u0160iauliai. In diesen Tagen begann der R\u00fcckzug Deutschlands aus Litauen, der bis zum Winter abgeschlossen war. Als die Rote Armee am 28. J\u00e4nner 1945 Klaip\u0117da einnahm, war das Land wieder in sowjetischer Hand.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch der litauischen Bev\u00f6lkerung war kein Frieden verg\u00f6nnt \u2013 ein Terrorregime endete und ein neues begann. Erneut installierte die Sowjetunion ihre kommunistische Struktur, verfolgte, deportierte und ermordete Kollaborateure, litauische Widerstandsk\u00e4mpfer und nichtkommunistische Politiker. Einige St\u00e4dte Litauens waren nach den Massendeportationen, Vertreibungen und Ermordungen, die seit 1940 durchgef\u00fchrt worden waren, so gut wie menschenleer. Die Sowjetunion siedelte dort Menschen aus verschiedenen Teilen der UdSSR, haupts\u00e4chlich aus Russland, an, um das Land endg\u00fcltig zu sowjetisieren. Dies gelang aber nicht in allen Bereichen \u2013 die verbliebenen Litauer behaupteten sich etwa durch die Beibehaltung des Litauischen als Amtssprache. Seit 1990\/1991 ist Litauen wieder ein freier selbstst\u00e4ndiger Staat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-white-background-color has-background\"><span class=\"has-inline-color has-black-color\">M\u00f6chtest Du Dich erkenntlich zeigen?<\/span> <a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?page_id=6688\" data-type=\"page\" data-id=\"6688\">Hier hast Du die M\u00f6glichkeit dazu<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Fu\u00dfnoten:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><br>1 Ar\u016bnas <em>Bubnys<\/em>, Litauen unter \u201erotem\u201c Terror 1940 &#8211; 1941. In: Annaberger Annalen \u00fcber Litauen und deutsch-litauische Beziehungen, Nr. 21\/2013, S. 218, online unter:<br><a href=\"http:\/\/annaberger-annalen.de\/jahrbuch\/2013\/16BubnysAA21.pdf\">http:\/\/annaberger-annalen.de\/jahrbuch\/2013\/16BubnysAA21.pdf<\/a> (28. Juli 2020)<\/p>\n\n\n\n<p>2 Abschrift des J\u00e4ger-Berichts, 1. Dezember 1941, Blatt 2 und 3, online unter:<br><a href=\"https:\/\/phdn.org\/archives\/www.david-irving.de\/jaeger.html\">https:\/\/phdn.org\/archives\/www.david-irving.de\/jaeger.html<\/a> (27. Juli 2020)<\/p>\n\n\n\n<p>3 Abschrift des J\u00e4ger-Berichts, 1. Dezember 1941, Blatt 7, online unter:<br><a href=\"https:\/\/phdn.org\/archives\/www.david-irving.de\/jaeger.html\">https:\/\/phdn.org\/archives\/www.david-irving.de\/jaeger.html<\/a> (27. Juli 2020)<\/p>\n\n\n\n<p>4 Abschrift des J\u00e4ger-Berichts, 1. Dezember 1941, Blatt 7 und 8, online unter:<br><a href=\"https:\/\/phdn.org\/archives\/www.david-irving.de\/jaeger.html\">https:\/\/phdn.org\/archives\/www.david-irving.de\/jaeger.html<\/a> (27. Juli 2020)<\/p>\n\n\n\n<p>5 Abschrift des J\u00e4ger-Berichts, 1. Dezember 1941, Blatt 8, online unter:<br><a href=\"https:\/\/phdn.org\/archives\/www.david-irving.de\/jaeger.html\">https:\/\/phdn.org\/archives\/www.david-irving.de\/jaeger.html<\/a> (27. Juli 2020)<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Links und Literatur:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><br>Ekaterina <em>Makhotina<\/em>, Die Unsrigen \u2013 Die Holocaustdebatte in Litauen, online unter:<br><a href=\"https:\/\/erinnerung.hypotheses.org\/671#_ftn2\">https:\/\/erinnerung.hypotheses.org\/671#_ftn2<\/a> (28. Juli 2020)<\/p>\n\n\n\n<p>Studienkreis Deutscher Widerstand 1933\u20131945, Gedenkorte Europa 1939\u20131945, Litauen \u2013 Einf\u00fchrung, online unter:<br><a href=\"https:\/\/www.gedenkorte-europa.eu\/de_de\/article-litauen-einfuhrung.html\">https:\/\/www.gedenkorte-europa.eu\/de_de\/article-litauen-einfuhrung.html<\/a> (28. Juli 2020)<\/p>\n\n\n\n<p>Herder-Institut f\u00fcr historische Ostmitteleuropaforschung, Litauen im Zweiten Weltkrieg \u2013 Chronologie, online unter:<br><a href=\"https:\/\/www.herder-institut.de\/no_cache\/digitale-angebote\/dokumente-und-materialien\/themenmodule\/modul\/31\/seite\/118.html\">https:\/\/www.herder-institut.de\/no_cache\/digitale-angebote\/dokumente-und-materialien\/themenmodule\/modul\/31\/seite\/118.html<\/a> (28. Juli 2020)<\/p>\n\n\n\n<p>Dokumentationsarchiv des \u00f6sterreichischen Widerstands, Stahlecker-Bericht (Auszug), online unter:<br><a href=\"https:\/\/www.doew.at\/erinnern\/fotos-und-dokumente\/1938-1945\/pogrome-in-kowno-kaunas-kauen-juni-1941\/stahlecker-bericht-auszug\">https:\/\/www.doew.at\/erinnern\/fotos-und-dokumente\/1938-1945\/pogrome-in-kowno-kaunas-kauen-juni-1941\/stahlecker-bericht-auszug<\/a> (28. Juli 2020)<\/p>\n\n\n\n<p>Walter <em>Stahlecker<\/em>, Einsatzgruppe A Gesamtbericht bis zum 15. Oktober 1941. In: Trial of the Major War Criminals before the International Military Tribunal (N\u00fcrnberg 1949), S. 670, online unter:<br><a href=\"https:\/\/www.loc.gov\/rr\/frd\/Military_Law\/pdf\/NT_Vol-XXXVII.pdf#page=677\">https:\/\/www.loc.gov\/rr\/frd\/Military_Law\/pdf\/NT_Vol-XXXVII.pdf#page=677<\/a> (28. Juli 2020)<br>Punkt A.II.3. Bek\u00e4mpfung des Judentums unter:<br><a href=\"https:\/\/www.loc.gov\/rr\/frd\/Military_Law\/pdf\/NT_Vol-XXXVII.pdf#page=694\">https:\/\/www.loc.gov\/rr\/frd\/Military_Law\/pdf\/NT_Vol-XXXVII.pdf#page=694<\/a> (28. Juli 2020)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-small-font-size\" style=\"color:#18a211\"><br><strong>Interne Links:<\/strong><br><br>Mehr zu den Jahren von 1939 bis Kriegsende:<br><a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?page_id=1343\">https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?page_id=1343<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die heutige Beschriftung l\u00e4sst viele Fragen offen. Wer hat sie verfasst? Was wollte er oder sie damit sagen? An wen war der Gru\u00df gerichtet? War der Verfasser Zwangsarbeiter oder ein deutscher Milit\u00e4rangeh\u00f6riger auf Heimaturlaub? Diese Fragen lassen sich wohl nicht mehr beantworten. Wilna ist die deutsche Schreibweise der litauischen Hauptstadt Vilnius. 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