{"id":1343,"date":"2019-10-07T21:25:02","date_gmt":"2019-10-07T19:25:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.worteimdunkel.at\/?page_id=1343"},"modified":"2021-02-22T22:25:49","modified_gmt":"2021-02-22T21:25:49","slug":"1939-bis-1945","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?page_id=1343","title":{"rendered":"1939 bis Kriegsende"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zweiter Weltkrieg. Vom Kriegsbeginn bis zur Kapitulation<\/h2>\n\n\n\n<p><br>Zwischen 1. September 1939 und 8. Mai 1945 brannten Europa, Nordafrika und Teile Asiens im Feuer des Zweiten Weltkriegs. \u00dcber 60 Millionen Tote forderte dieser weitreichendste Krieg der Menschheitsgeschichte, bis er in Europa mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands endete.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.worteimdunkel.at\/?page_id=490#name\">Die Bezeichnung &#8222;\u00d6sterreich&#8220; f\u00fcr diesen Zeitraum zu verwenden ist falsch. Sie m\u00fcsste korrekterweise durch &#8222;Land \u00d6sterreich&#8220;, &#8222;Ostmark&#8220; oder &#8222;Alpen- und Donau-Reichsgaue&#8220; ersetzt werden. Der Einheitlichkeit und des leichteren Verst\u00e4ndnisses wegen verwende ich trotzdem den Begriff &#8222;\u00d6sterreich&#8220;<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><br>Inhalt<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"#kriegsbeginn\">1939 \u2013 Kriegsbeginn und Rationierungen<\/a><\/li><li><a href=\"#nisko\">1939 \u2013 Die erste Deportation nach Nisko<\/a><\/li><li><a href=\"#luftangriff\">1940 \u2013 Der erste Luftangriff auf ein \u00f6sterreichisches Ziel<\/a><\/li><li><a href=\"#sofortprogramm\">1940 \u2013 Das \u201eF\u00fchrer\u201c-Sofortprogramm<\/a><\/li><li><a href=\"#flakeinsatz\">1940 \u2013 Der erste Flakeinsatz in Wien<\/a><\/li><li><a href=\"#balkanfeldzug\">1941 \u2013 Der Balkanfeldzug und das F\u00fchrerhauptquartier in M\u00f6nichkirchen<\/a><\/li><li><a href=\"#barbarossa\">1941 \u2013 Das \u201eUnternehmen Barbarossa\u201c beginnt<\/a><\/li><li><a href=\"#judenfrage\">1941\/1942 \u2013 Die \u201eEndl\u00f6sung der Judenfrage\u201c<\/a><\/li><li><a href=\"#malytrostinec\">1942 \u2013 8.700 tote \u00d6sterreicher in Maly Trostinec<\/a><\/li><li><a href=\"#bombardements\">1943 \u2013 Die ersten strategischen Luftangriffe und ihre Folgen f\u00fcr die R\u00fcstungsproduktion<\/a><\/li><li><a href=\"#konferenz\">1943 \u2013 Die Moskauer Konferenz<\/a><\/li><li><a href=\"#zwangsarbeit\">1939\u20131945 \u2013 Zwangsarbeit in \u00d6sterreich<\/a><\/li><li><a href=\"#luftkrieg\">1944\/1945 \u2013 Der H\u00f6hepunkt des Luftkriegs<\/a><\/li><li><a href=\"#rotearmee\">1945 \u2013 Die Rote Armee erreicht \u00d6sterreich<\/a><\/li><li><a href=\"#kampfwien\">1945 \u2013 Der Kampf um Wien<\/a><\/li><li><a href=\"#renner\">1945 \u2013 Die \u00f6sterreichische Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung und die Provisorische Staatsregierung unter Karl Renner<\/a><\/li><li><a href=\"#westalliierte\">1945 \u2013 Auch die Westalliierten erreichen \u00d6sterreich<\/a><\/li><li><a href=\"#kapitulation\">1945 \u2013 Die bedingungslose Kapitulation der Deutschen Wehrmacht<\/a><\/li><li><a href=\"#literatur1939\">Literatur<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-small-font-size\" style=\"color:#18a211\">[Die Quellen der Zitate in den gr\u00fcnen K\u00e4sten sind unten im Literaturverzeichnis angef\u00fchrt.]<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><br><span id=\"kriegsbeginn\"><strong>Kriegsbeginn und Rationierungen<\/strong><\/span><\/h4>\n\n\n\n<p><br>Am <strong>1. September 1939<\/strong> griff Hitler Polen an und begann damit seine sogenannten &#8222;Blitzkriege&#8220;, die darauf abzielten, innerhalb k\u00fcrzester Frist ein Land zu \u00fcberfallen und zu \u00fcbernehmen. Die Geschwindigkeit der milit\u00e4rischen Vorst\u00f6\u00dfe war hoch, sodass die \u00fcberrumpelten Streitkr\u00e4fte der angegriffenen L\u00e4nder zu keiner organisierten Gegenwehr f\u00e4hig waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kriegf\u00fchrung zeichnete sich auch im Alltag der Zivilbev\u00f6lkerung ab. Schon Ende August wurden Lebensmittelkarten ausgegeben. Die Staatsf\u00fchrung hatte aus der katastrophalen Versorgungslage des Ersten Weltkriegs gelernt. Es gab Karten f\u00fcr Brot, Fleisch, Fett, Eier und Marmelade beziehungsweise Zucker. Kartoffeln, Obst und Gem\u00fcse waren in den ersten Kriegsmonaten noch frei erh\u00e4ltlich.<br>Ab April 1942 musste die Rationierung jedoch versch\u00e4rft werden, was sich negativ auf die Moral der Bev\u00f6lkerung auswirkte. In den Folgejahren blieben die Rationen auf niedrigem Stand und sanken bis Kriegsende erneut drastisch ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Wochenrationen f\u00fcr einen durchschnittlichen Erwachsenen:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table is-style-regular\"><table><tbody><tr><td><strong>Zeitpunkt<\/strong><\/td><td><strong>Brot (gr.)<\/strong><\/td><td><strong>Fleisch (gr.)<\/strong><\/td><td><strong>Fett (gr.)<\/strong><\/td><\/tr><tr><td>September 1939<\/td><td>2400<\/td><td>500<\/td><td>270<\/td><\/tr><tr><td>April 1942<\/td><td>2000<\/td><td>300<\/td><td>206<\/td><\/tr><tr><td>Juni 1943<\/td><td>2325<\/td><td>250<\/td><td>218<\/td><\/tr><tr><td>Oktober 1944<\/td><td>2225<\/td><td>250<\/td><td>218<\/td><\/tr><tr><td>M\u00e4rz 1945<\/td><td>1778<\/td><td>222<\/td><td>109<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Weitere Waren, die im Krieg gegen Bezugsschein zur Verf\u00fcgung standen, waren beispielsweise Benzin oder Bekleidung.<br><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><br><span id=\"nisko\"><strong>Die erste Deportation nach Nisko<\/strong><\/span><\/h4>\n\n\n\n<p><br>Am <strong>20. Oktober 1939<\/strong> wurden die ersten 912 m\u00e4nnlichen Juden aus \u00d6sterreich deportiert. Ausgehend vom Wiener Aspangbahnhof wurden sie nach Nisko am San im damaligen Generalgouvernement Polen transportiert. Dort sollte nach den W\u00fcnschen Adolf Eichmanns ein &#8222;Reservat f\u00fcr Juden&#8220; entstehen, das durch j\u00fcdische Handwerker erbaut werden sollte. Viele von ihnen wurden jedoch nach der Ankunft vertrieben, sodass ihnen nur die Flucht in die Sowjetunion blieb. Im April 1940 wurde dieses Projekt aufgegeben, weil aus verschiedensten Gr\u00fcnden keine weiteren Bahntransporte f\u00fcr diesen Zweck freigemacht werden konnten. Die in Nisko befindlichen \u00f6sterreichischen Juden kehrten nach Wien zur\u00fcck.<br><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><br><span id=\"luftangriff\"><strong>Der erste Luftangriff auf ein \u00f6sterreichisches Ziel<\/strong><\/span><\/h4>\n\n\n\n<p><br>Etwa ein Jahr nach dem \u00dcberfall auf Polen, am <strong>6. September 1940<\/strong>, beschoss zwischen 1 und 2 Uhr fr\u00fch erstmals fremde Luftwaffe ein Ziel in \u00d6sterreich. Ein britisches Kampfflugzeug warf \u00fcber der Baustelle des Aluminiumwerks in Ranshofen Brand- und Sprengbomben, ehe es bei einem dritten \u00dcberflug auch das Maschinengewehr einsetzte.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Kriegstagebuch der R\u00fcstungsinspektion XVII vom 7. September 1940 hei\u00dft es:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\"><em>Das Flugzeug flog im Gleitflug an und warf Brandbomben auf einen im Bau befindlichen Tonerdesilo, dessen Verschalung in Brand geriet; das dazwischen befindliche Eisen vergl\u00fchte, das Feuer konnte auf den Brandherd beschr\u00e4nkt bleiben. Dann wurden weitere Brandbomben auf die Baustelle und das benachbarte Waldgel\u00e4nde geworfen (kleiner Waldbrand, der in einer Stunde gel\u00f6scht war).<\/em><br><em>Beim zweiten Anflug wurden aus einer H\u00f6he von 50\u2013100 m sieben Sprengbomben geworfen, wovon drei innerhalb der Baustelle auftrafen und Trichter von 4\u20135 m Durchmesser und 1\u201320 m Tiefe<\/em> [gemeint war wahrscheinlich 1\u20132 m] <em>verursachten. Eine Wand und s\u00e4mtliche Fenster wurden eingedr\u00fcckt.<\/em><br><em>Beim dritten Anflug wurde die Baustelle aus niedriger H\u00f6he mit MG-Feuer belegt. Dabei wurden 3 Gefolgschaftsmitglieder verletzt, davon einer schwer durch Brustschuss.<\/em><br><em>Der Gesamtschaden wird auf 80.000 bis 100.000 RM gesch\u00e4tzt. Die Fertigstellung des Baues ist dadurch um ca. 1 Monat verz\u00f6gert.<\/em><br><br>Kriegstagebuch der R\u00fcstungsinspektion XVII von 1. Juli bis 30. September 1940, Eintrag vom 7. September 1940<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><br><span id=\"sofortprogramm\"><strong>Das &#8222;F\u00fchrer&#8220;-Sofortprogramm<\/strong><\/span><\/h4>\n\n\n\n<p><br>Als im August 1940 erstmals Berlin von englischen Fliegern angegriffen wurde, war der Schock in der F\u00fchrungsetage des Dritten Reichs gro\u00df, dabei h\u00e4tten die Verantwortlichen eigentlich damit rechnen m\u00fcssen. Schlie\u00dflich hatte Deutschland in den Tagen davor englische Ziele attackiert und sogar London beschossen.<br>Bis zu diesem Zeitpunkt hatte man sich reichsweit nur auf den aktiven Luftschutz, sprich die Flakabwehr, verlassen. <a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?page_id=490#luftschutz\">Nun musste man sich jedoch \u00fcber den passiven Luftschutz, sprich den Schutzraumbau, Gedanken machen<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>So befahl Hitler am <strong>10. Oktober 1940<\/strong> das sogenannte <a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?page_id=490#sofortprogramm\">&#8222;F\u00fchrer-Sofortprogramm&#8220;<\/a>, auch &#8222;Sonderaktion Luftschutzbau&#8220; genannt. Es handelte sich dabei um das gr\u00f6\u00dfte je durchgef\u00fchrte zweckgebundene Bauprogramm und erstreckte sich auch auf \u00f6sterreichische St\u00e4dte.<\/p>\n\n\n\n<p>Sinn des Programms war die <a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?p=4184\" data-type=\"post\" data-id=\"4184\">Errichtung von Schutzbauten f\u00fcr die Zivilbev\u00f6lkerung<\/a>. Hierzu wurden solche St\u00e4dte zu Luftschutzorten 1. Ordnung ernannt, die \u00fcber 100.000 Einwohner z\u00e4hlten, wichtige R\u00fcstungs- oder Milit\u00e4rstandorte aufwiesen oder von strategischer Wichtigkeit waren. Bis Juli 1943 wurden nur St\u00e4dte dieser Klassifizierung bei der Errichtung von Luftschutzbauten finanziell unterst\u00fctzt.<br>In Deutschland fielen 94 Orte unter diese Regelung, in \u00d6sterreich 12. Das waren Donawitz, Graz, Kapfenberg, Klagenfurt, Leoben, <a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?p=5832\" data-type=\"post\" data-id=\"5832\">Linz<\/a>, Salzburg, <a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?p=12436\" data-type=\"post\" data-id=\"12436\">Sankt P\u00f6lten<\/a>, Steyr, Villach, <a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?p=4184\" data-type=\"post\" data-id=\"4184\">Wien<\/a> und Wiener Neustadt.<br>Die 201 Luftschutzorte 2. Ordnung bekamen bis Juli 1943 keine finanzielle Unterst\u00fctzung. Zu dieser Klasse z\u00e4hlten in \u00d6sterreich beispielsweise Judenburg, Knittelfeld, Wels und Zeltweg.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00d6sterreich konnte aufgrund seiner von den alliierten Luftwaffenst\u00fctzpunkten weit entfernten geographischen Lage von Bombern kaum bedroht werden. Aus diesem Grund wurde es auch gerne &#8222;Reichsluftschutzkeller&#8220; genannt \u2013 schon 1940 wurde deshalb der Ausbau von Luftschutzanlagen nach hinten gereiht. Man f\u00fchlte sich sicher. Es erschien zu diesem Zeitpunkt nicht n\u00f6tig, Unsummen in Schutzbauten f\u00fcr die Zivilbev\u00f6lkerung zu investieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab <strong>Juli 1943<\/strong> nahm jedoch die Zahl der Luftangriffe der Alliierten auf das Dritte Reich infolge der neu hinzugekommenen US-amerikanischen Tagangriffe drastisch zu, sodass nun auch Luftschutzorte 2. Ordnung unterst\u00fctzt wurden. Diese verf\u00fcgten bis dahin nur \u00fcber ausgebaute Keller und einzelne Luftschutzstollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab <strong>August 1943<\/strong> war es mit der Rolle \u00d6sterreichs als Reichsluftschutzkeller jedoch endg\u00fcltig vorbei. Am 13. August griffen amerikanische Bomberstaffeln aus Nordafrika kommend Wiener Neustadt an. Der bis dahin nur behelfsm\u00e4\u00dfig durchgef\u00fchrte Luftschutzausbau wurde nun forciert wieder in Angriff genommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\"><em>1.) F\u00fcr Wohngebiete (st\u00e4dtische Gebiete, Siedlungen, Laubenkolonien), in denen keine oder unzureichende Luftschutzr\u00e4ume vorhanden sind, sind behelfsm\u00e4ssige Schutzmassnahmen zu treffen.<\/em><br><br>F\u00fchrer-Sofortprogramm, 10. Oktober 1940<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><br><span id=\"flakeinsatz\"><strong>Der erste Flakeinsatz in Wien<\/strong><\/span><\/h4>\n\n\n\n<p><br>Wien wurde erstmals am <strong>5. Dezember 1940<\/strong> Nebenschauplatz des Luftkrieges. Ein englischer Sperrballon hatte sich nachmittags bis in die Stadt verirrt, wo er von Flakgesch\u00fctzen abgeschossen wurde, sodass er brennend zu Boden sank. Da die Gesch\u00fctze wahrscheinlich nahe der Reichsbr\u00fccke \u2013 quasi mitten in der Stadt \u2013 standen, wurden durch den voreiligen Abschussbefehl und die falsche Munition einige Zivilisten teils schwer verletzt.<br><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><br><span id=\"balkanfeldzug\"><strong>Der Balkanfeldzug und das F\u00fchrerhauptquartier in M\u00f6nichkirchen<\/strong><\/span><\/h4>\n\n\n\n<p><br>Schon im <strong>April 1941<\/strong> war \u00d6sterreich der Schauplatz eines beginnenden Feldzugs. Nachdem Mussolini im Oktober 1940 mit seinem Vorhaben gescheitert war, Griechenland milit\u00e4risch zu besiegen und zu besetzen, sah es Hitler als seine Pflicht an, ihm zu Hilfe zu eilen.<br>Zwischen November 1940 und M\u00e4rz 1941 wurde der Waffengang im S\u00fcdosten nun geplant, obwohl Hitler sich zu diesem Zeitpunkt auf sein Vorhaben konzentrieren wollte, die Sowjetunion anzugreifen. Schlie\u00dflich standen im M\u00e4rz 1941 deutsche Truppen an der bulgarisch-griechischen Grenze bereit, um ihren Einsatz zu beginnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 27. M\u00e4rz jedoch gab es einen Putsch in Jugoslawien, das nur wenige Tage zuvor seinen Beitritt zum Dreim\u00e4chtepakt besiegelt hatte. Die neue F\u00fchrung k\u00fcndigte die Zusammenarbeit mit den Achsenm\u00e4chten auf und bot stattdessen der Sowjetunion einen Freundschafts- und Nichtangriffsvertrag an, der dort auf Zustimmung stie\u00df. Jugoslawien galt somit dem Dritten Reich fortan nicht mehr als Verb\u00fcndeter, sondern als Gegner.<\/p>\n\n\n\n<p>Um zu vermeiden, dass sich britische Kr\u00e4fte, die nun auf der Seite Jugoslawiens standen, in S\u00fcdosteuropa festsetzen \u2013 50.000 Mann waren zu diesem Zweck von Nordafrika abgezogen worden \u2013, musste Hitler rasch reagieren. Er ordnete an, den jugoslawischen Staat zu zerschlagen. Dazu sammelte sich die 2. Armee im S\u00fcden \u00d6sterreichs und zog von K\u00e4rnten und der Steiermark aus \u00fcber Marburg gen S\u00fcdosten.<\/p>\n\n\n\n<p>Am <strong>6. April 1941<\/strong> begann der Balkanfeldzug, der bis 23. April beendet war \u2013 Griechenland und zuvor Jugoslawien hatten kapituliert.<br>Ebenfalls am 6. April 1941 griffen jugoslawische Flugzeuge als Reaktion auf den deutschen Einmarsch Ziele in \u00d6sterreich an: Um 6:20 Uhr morgens warfen die Flieger Bomben auf die Ortschaften L\u00f6dersdorf und Deutschlandsberg ohne gro\u00dfen Schaden anzurichten. Kurz vor 16 Uhr bombardierten zwei jugoslawische Flugzeuge den Hauptbahnhof Graz. Ein 13-j\u00e4hriges M\u00e4dchen \u2013 Maria Schrotter \u2013 starb.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend des Balkanfeldzugs war der beschauliche Ort M\u00f6nichkirchen Standplatz der Sonderz\u00fcge hochrangiger Vertreter von Wehrmacht und SS. Hitler selbst weilte seit <strong>11. April 1941<\/strong> hier, um die milit\u00e4rischen Operationen in S\u00fcdosteuropa zu lenken. Der Deckname f\u00fcr dieses mobile F\u00fchrerhauptquartier lautete &#8222;Fr\u00fchlingssturm&#8220;.<br>Die Standorte der Z\u00fcge verteilten sich \u00fcber einige Kilometer der Wechselbahn:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Hitler: F\u00fchrer-Sonderzug &#8222;Amerika&#8220; \u2013 n\u00f6rdlich des Gro\u00dfen Hartbergtunnels<\/li><li>Oberkommando der Wehrmacht: Sonderzug &#8222;Atlas&#8220; \u2013 s\u00fcdlich des Gro\u00dfen Hartbergtunnels<\/li><li>G\u00f6ring: Sonderzug &#8222;Asien&#8220; \u2013 vor dem Westportal des Wiesenh\u00f6ftunnels<\/li><li>von Ribbentrop: Sonderzug &#8222;Westfalen&#8220; \u2013 S\u00fcdbahnhof Wien<\/li><li>Himmler: Sonderzug &#8222;Heinrich&#8220; \u2013 Abstellgleis Bahnhof Bruck an der Mur<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Die Propaganda konnte nat\u00fcrlich nicht verlautbaren, wo sich dieses improvisierte Hauptquartier befand, so sprach eine Zeitung davon, Hitler st\u00fcnde fern der Heimat im Feindesland, um seine Truppen zu lenken.<br><br>Um zu besprechen, wie Jugoslawien unter Deutschland und Bulgarien aufgeteilt werden sollte, bekam Hitler am 19. April \u2013 einen Tag vor seinem Geburtstag \u2013 Besuch von K\u00f6nig Boris III. Mazedonien und der Mittelmeerhafen Burgos wurden ihm dabei von Hitler zugesichert.<\/p>\n\n\n\n<p>Hans Baur, Hitlers Chefpilot, schreibt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\"><em>Von Wiener Neustadt f\u00fchrt eine einspurige Bahn weg, die Aspang-Bahn. Sie geht durchs Gebirge und windet sich h\u00e4ufig durch Tunnels. Etwa f\u00fcnfundzwanzig Kilometer von Wiener Neustadt stand w\u00e4hrend der Zeit der Auseinandersetzung mit Jugoslawien der Sonderzug Adolf Hitlers. St\u00e4ndig war eine Lokomotive unter Dampf, die den Zug im Falle eines Luftangriffes in einen Tunnel ziehen konnte. Das Gel\u00e4nde dort war so bergig, da\u00df es mir unm\u00f6glich war, in unmittelbarer N\u00e4he einen Flugplatz zu finden.<\/em> <br>[\u2026]<br><em>Unmittelbar vor Beendigung des Feldzuges wurde ich nach Sofia geschickt, um K\u00f6nig Boris zu holen. Der K\u00f6nig, der fast immer in Zivil geflogen war, hatte diesmal Uniform getragen.<\/em><br>[\u2026]<br><em>Der Flug nach Sofia und zur\u00fcck ging glatt. Ich fuhr sofort zu Hitler, um ihm zu berichten. Als ich ihm von der Freude des K\u00f6nigs erz\u00e4hlte und aber auch erw\u00e4hnte, da\u00df er an Stelle des Hafens Burgos lieber Saloniki gesehen h\u00e4tte, schmunzelte Hitler und sagte: &#8222;Ja, Saloniki, aber den haben wir f\u00fcr uns vorgesehen. Wenn der Krieg vor\u00fcber ist, brauchen wir einen Hafen am Mittelmeer. Triest, der fr\u00fchere Hafen der \u00f6sterreichisch-ungarischen Monarchie, befindet sich in italienischen H\u00e4nden. Wir sind mit den Italienern befreundet, und wir m\u00f6chten jeden Zwiespalt mit Mussolini vermeiden. Ich habe also vor, nach dem Kriege Saloniki zu einem neutralen Hafen zu machen, der uns zugute kommt.&#8220;<\/em><br><br>Hans Baur, 1993<\/p>\n\n\n\n<p>Am 26. April setzte sich Hitlers Sonderzug in Bewegung, um das besiegte Jugoslawien zu besuchen. Wieder war ein Blitzkrieg erfolgreich verlaufen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><br><span id=\"barbarossa\"><strong>Das &#8222;Unternehmen Barbarossa&#8220; beginnt<\/strong><\/span><\/h4>\n\n\n\n<p><br>Als das Dritte Reich am <strong>22. Juni 1941<\/strong> die Sowjetunion angriff, ahnte wohl noch niemand, dass dieser Feldzug zum Teil in \u00d6sterreich enden w\u00fcrde. Knapp vier Jahre lang wurde ein Krieg f\u00fcr &#8222;Lebensraum im Osten&#8220;, gegen &#8222;Bolschewismus&#8220; und &#8222;Weltjudentum&#8220; gef\u00fchrt, was Hitlers Legitimation f\u00fcr schlimmste Kriegsverbrechen und millionenfaches Morden an der vor allem j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung Europas darstellte.<br>Standen die Wehrmachtseinheiten der Ostfront am 30. November 1941 nur 18 Kilometer vor Moskau, so fanden sie sich im M\u00e4rz 1945 in \u00d6sterreich wieder.<br><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><br><span id=\"judenfrage\"><strong>Die &#8222;Endl\u00f6sung der Judenfrage&#8220;<\/strong><\/span><\/h4>\n\n\n\n<p><br>Bis Herbst 1941 forcierten die nationalsozialistischen Entscheidungstr\u00e4ger die zwangsweise j\u00fcdische Auswanderung, durchgef\u00fchrt von den &#8222;Zentralstellen f\u00fcr j\u00fcdische Auswanderung&#8220;, die nach den &#8222;Erfolgen&#8220; in Wien auch in Prag und Amsterdam gegr\u00fcndet wurden. In Berlin wurde die &#8222;Reichszentrale f\u00fcr j\u00fcdische Auswanderung&#8220; eingerichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Reinhard Heydrich, der Chef der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes (SD) gab im Besprechungsprotokoll zur Wannseekonferenz die etwas zu hohe Angabe von 147.000 Juden an, die zwischen 15. M\u00e4rz 1938 und 31. Oktober 1941 zur zwangsweisen Auswanderung aus \u00d6sterreich gebracht wurden. Diese Vorgangsweise wurde jedoch ab Herbst 1941 eingestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Am <strong>23. Oktober 1941<\/strong> erlie\u00df Himmler ein Auswanderungsverbot f\u00fcr Juden. Er bef\u00fcrchtete, j\u00fcdische M\u00e4nner k\u00f6nnten zuerst auswandern und anschlie\u00dfend auf Seiten der Alliierten gegen Deutschland k\u00e4mpfen. Juden wurden nun in Ghettos zusammengetrieben und systematisch in den Osten deportiert, wo sie in Vernichtungslagern wie Chelmno, Auschwitz-Birkenau, Majdanek, Treblinka, Belzec oder Sobibor ermordet wurden. Heydrich sprach davon, in diesen Vorg\u00e4ngen die Erfahrungen zu sammeln, die f\u00fcr die &#8222;Endl\u00f6sung der Judenfrage&#8220; noch wichtig sein w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese wurde am <strong>20. Januar 1942<\/strong> im Rahmen der &#8222;Wannseekonferenz&#8220; in Berlin besprochen. Anwesend waren Funktion\u00e4re der SS, der zivilen Besatzungsbeh\u00f6rden und der Zentralinstanzen des Reichs. Auch Eichmann sa\u00df mit am Tisch. Er war mittlerweile zum Referatsleiter im Reichssicherheithauptamt der SS (RSHA) aufgestiegen und direkt f\u00fcr die planm\u00e4\u00dfigen Deportationen der Juden verantwortlich.<br>In dem nachtr\u00e4glich von ihm verfassten Besprechungssprotokoll enthaltene Tabellen zeugen vom ungeheuren Vernichtungswillen der nationalsozialistischen F\u00fchrung: 11 Millionen europ\u00e4ische Juden sollten von nun an deportiert und ermordet werden, 43.700 davon aus der &#8222;Ostmark&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\"><em>Unter entsprechender Leitung sollen nun im Zuge der Endl\u00f6sung die Juden in geeigneter Weise im Osten zum Arbeitseinsatz kommen. In gro\u00dfen Arbeitskolonnen, unter Trennung der Geschlechter, werden die arbeitsf\u00e4higen Juden stra\u00dfenbauend in diese Gebiete gef\u00fchrt, wobei zweifellos ein Gro\u00dfteil durch nat\u00fcrliche Verminderung<\/em> [Tod durch \u00dcberanstrengung]<em> ausfallen wird.<\/em><br><br><em>Der allf\u00e4llig endlich verbleibende Restbestand wird, da es sich bei diesem zweifellos um den widerstandsf\u00e4higsten Teil handelt, entsprechend behandelt<\/em> [bedeutet ermordet]<em> werden m\u00fcssen, da dieser, eine nat\u00fcrliche Auslese darstellend, bei Freilassung als Keimzelle eines neuen j\u00fcdischen Aufbaues anzusprechen ist. (Siehe die Erfahrung der Geschichte.)<\/em><br><br>Besprechungsprotokoll der Wannseekonferenz vom 20. Januar 1942, Seite 7f.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><br><span id=\"malytrostinec\"><strong>8.700 tote \u00d6sterreicher in Maly Trostinec<\/strong><\/span><\/h4>\n\n\n\n<p><br>Zwischen <strong>6. Mai und 5. Oktober 1942<\/strong> fuhren neun Z\u00fcge mit etwa 8.700 \u00f6sterreichischen Juden von Wien nach Maly Trostinec nahe Minsk in Wei\u00dfrussland. Dort befand sich seit April einerseits ein Zwangsarbeiterlager, andererseits eine Erschie\u00dfungsst\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem die Z\u00fcge angekommen waren, wurden 20 bis 50 \u2013 beim ersten Transport waren es circa 80 \u2013 arbeitsf\u00e4hige Personen aus den etwa 1.000 Menschen ausgew\u00e4hlt, die pro Transport hierher verschleppt wurden, und ins Zwangsarbeiterlager verbracht.<br>Alle anderen wurden in einen Wald namens Blagowschtschina gebracht und durch Genickschu\u00df ermordet. Sie wurden in Gruben verscharrt, die die ausgesonderten Juden aus dem Zwangsarbeiterlager zuvor ausheben mussten.<\/p>\n\n\n\n<p>Etwa ab Juni 1942 wurden die Deportierten auch mittels Gaswagen get\u00f6tet. Dazu wurden die Abgase eines speziell umgebauten luftdicht abschlie\u00dfbaren Lastwagens in den Innenraum der Ladefl\u00e4che geleitet, wo sich etwa 50 bis 60 Personen befanden. Nach etwa 15 Minuten waren die Menschen tot. Sie wurden von einem aus H\u00e4ftlingen bestehenden Entladekommando aus dem Gaswagen geholt und in die Gruben gelegt. Anschlie\u00dfend wurden die Angeh\u00f6rigen des Entladekommandos von der SS erschossen.<\/p>\n\n\n\n<p>Maly Trostinec ist der Ort, an dem die meisten \u00d6sterreicher im Zuge der Shoah ermordet wurden \u2013 mindestens 8.700 wurden dorthin deportiert, nur 17 von ihnen \u00fcberlebten.<br>Die letzten T\u00f6tungsaktionen in Maly Trostinec wurden am 30. Juni 1944 durchgef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem T\u00e4tigkeitsbericht der Waffen-SS hei\u00dft es:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\"><em>Am 4.5. gingen wir bereits wieder daran neue Gruben, in der N\u00e4he des Gutes vom Kdr. <\/em>[Kommandeur],<em> selbst auszuheben. Auch diese Arbeiten nahmen 4 Tage in Anspruch.<\/em><br><em>Am 11.5. traf ein Transport mit Juden (1000 St\u00fcck) aus Wien in Minsk ein, und wurden gleich vom Bahnhof zur obengenannten Grube geschafft. Dazu war der Zug direkt an der Grube eingesetzt.<\/em><br><em>Am 13.5. beaufsichtigten 8 Mann die Ausgrabung einer weiteren Grube, da in n\u00e4chster Zeit abermals ein Transport mit Juden aus dem Reich, hier eintreffen soll.<\/em><br><br>T\u00e4tigkeitsbericht des II. Zugs des Bataillons der Waffen-SS z.b.V. (Gruppe Arlt) in Minsk, 17. Mai 1942<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><br><span id=\"bombardements\"><strong>Die ersten strategischen Luftangriffe und ihre Folgen f\u00fcr die R\u00fcstungsproduktion<\/strong><\/span><\/h4>\n\n\n\n<p><br>Am <strong>13. August 1943<\/strong> wurde \u00d6sterreich erstmals zum Ziel gro\u00dfer Bomberverb\u00e4nde. US-amerikanische Flugzeuge griffen \u2013 noch von nordafrikanischen Flugpl\u00e4tzen aus \u2013 die Wiener Neust\u00e4dter Flugzeugwerke (WNF) an.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Folgen waren dramatisch: Einerseits war die Opferzahl relativ hoch, weil bisher niemand ernsthaft mit einem Angriff auf den &#8222;Reichsluftschutzkeller&#8220; \u00d6sterreich gerechnet hatte.<br>Andererseits dachten die f\u00fchrenden K\u00f6pfe des Milit\u00e4rs und der R\u00fcstungsindustrie, die Amerikaner h\u00e4tten Wind von der Produktion der A4-Raketen in den Rax-Werken bekommen. Dieses Firmengel\u00e4nde lag genau zwischen den beiden Standorten der WNF und bekam wohl nur zuf\u00e4lligerweise auch den einen oder anderen Bombentreffer.<\/p>\n\n\n\n<p>Binnen weniger Monate wurde nun nach M\u00f6glichkeiten gesucht, die WNF und die Raketenherstellung unterirdisch zu verlagern, um die Produktion vor Bombenwirkung gesch\u00fctzt weiter zu betreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wurden R\u00fcstungsbetriebe \u2013 auch solche, die wegen der Luftangriffe von Deutschland in \u00f6sterreichische Orte eingewiesen wurden \u2013 bis dahin noch gro\u00dfteils oberirdisch in leerstehende Fabriken einquartiert, so startete in diesen Tagen auch in \u00d6sterreich die Schaffung sogenannter Untertageverlagerungen der Deutschen R\u00fcstungsindustrie.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu wurden einerseits bereits bestehende unterirdische Hohlr\u00e4ume wie H\u00f6hlen, Eisenbahntunnels, gro\u00dfe Kelleranlagen oder Bergwerke sondiert und auf ihre Eignung als Industrieverlagerungsort gepr\u00fcft. Die haupts\u00e4chlichen Kriterien waren die Anbindung an das bestehende Verkehrs-, vor allem das Eisenbahnnetz, geologische und mikroklimatische Gegebenheiten und die M\u00f6glichkeit, hunderte oder tausende Arbeiter in der N\u00e4he unterzubringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Andererseits wurden eigens zu diesem Zweck Stollenanlagen konzipiert und in den Fels gehauen, die teils gigantische Dimensionen annahmen. Beispielsweise wurde in Schwaz ein altes Silberbergwerk adaptiert, um darin unter dem Decknamen &#8222;Stichling&#8220; Teile des Messerschmitt-D\u00fcsenflugzeugs Me 262 zu produzieren, durch hunderte Meter Fels vor Bombenangriffen gesch\u00fctzt.<br>In Schwechat wurden Anfang 1944 etwa 50.000 Quadratmeter Bierlagerkeller der Schwechater Brauerei beschlagnahmt, um die Flugmotorenwerke Ostmark und das Flugmotorenwerk Steyr aufzunehmen. Die Decknamen f\u00fcr diese beiden Firmen lauteten auf &#8222;Renke&#8220; und &#8222;Senta&#8220;. Etwa ein halbes Jahr sp\u00e4ter wurden auch die Heinkel-Werke mit den Decknamen &#8222;Santa I&#8220; und &#8222;Santa II&#8220; hier zugewiesen.<br>Ein Beispiel f\u00fcr eine eigens f\u00fcr Industriezwecke errichtete Untertageverlagerung ist die <a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?p=3851\" data-type=\"post\" data-id=\"3851\">Anlage mit dem Decknamen &#8222;Zement&#8220; in Ebensee<\/a>. Sie bestand aus zwei riesigen r\u00e4umlich voneinander getrennten Stollensystemen, der Anlage A und der Anlage B. Hier sollten in der urspr\u00fcnglichen Planung A4-Raketen gebaut werden. Da f\u00fcr die gesamte A4-Produktion jedoch die L\u00f6sung gefunden wurde, sie im Mittelwerk bei Nordhausen in Deutschland konzentriert zu verlagern, wurde letztendlich in Ebensee \u00d6l zu verschiedenen Treibstoffsorten raffiniert.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Beispiel f\u00fcr die Suche nach einem Verlagerungsstandort und damit verbundene Probleme aus dem Tagebuch der R\u00fcstungsinspektion XVIII Salzburg:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\"><em>Die durch Bombenschaden teilweise zerst\u00f6rte Zahnradfabrik in Friedrichshafen will einen Teil ihrer Fertigung in einen Kalksteinbruch bei Hohenems verlagern. Eine pers\u00f6nliche Besichtigung der H\u00f6hle durch den Inspekteur Oberst v. Nicolai und seinen Mitarbeitern ergab, da\u00df dieselbe <\/em><span style=\"text-decoration: underline;\"><em>f\u00fcr Fertigungszwecke v\u00f6llig ungeeignet ist.<\/em><\/span><em> Der Aufwand, der hier f\u00fcr einen Fertigungsausbau notwendig w\u00e4re, steht in keinem Verh\u00e4ltnis zu der damit gewonnenen Nutzfl\u00e4che. Au\u00dferdem k\u00f6nnen die H\u00f6hleneing\u00e4nge von der Schweiz eingesehen werden, deren Grenze nur wenige Kilometer Luftlinie davon entfernt ist.<br><br>Gerade mit R\u00fccksicht auf die nahe Schweiz mu\u00df erneut dringend davor gewarnt werden, weitere Verlagerungen in dieses Gebiet vorzunehmen. Alle getroffenen Ma\u00dfnahmen r\u00fcstungsm\u00e4\u00dfiger Art werden schon durch die Liechtensteinischen Grenzg\u00e4nger, die besonders bei Baufirmen besch\u00e4ftigt sind, der fremdl\u00e4ndischen (feindlichen) Spionage bekannt gemacht.<br><\/em><br>Tagebuch der R\u00fcstungsinspektion XVIII Salzburg, April bis Juni 1944, Eintrag vom 22. Mai 1944<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><br><span id=\"konferenz\"><strong>Die Moskauer Konferenz<\/strong><\/span><\/h4>\n\n\n\n<p><br>Zwischen <strong>19. Oktober und 1. November 1943<\/strong> fand in Moskau ein Treffen der Au\u00dfenminister Gro\u00dfbritanniens, der USA und der Sowjetunion statt. Robert Anthony Eden, Cordell Hull und Wjatscheslaw Michailowitsch Molotow berieten dar\u00fcber, wie mit Deutschland zu verfahren sei, sobald der Krieg gewonnen sein w\u00fcrde.<br>Sie einigten sich im Zuge des als &#8222;Moskauer Konferenz&#8220; in die Geschichte eingegangenen Treffens unter anderem auf die Aufl\u00f6sung der NSDAP, die v\u00f6llige Zerschlagung der R\u00fcstungsindustrie, die Bestrafung der Kriegsverbrecher und die Wiedererrichtung der Demokratie.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem verfassten sie die &#8222;Moskauer Deklaration&#8220;, die sich neben anderen Themen direkt auf \u00d6sterreich bezog: Die drei gro\u00dfen M\u00e4chte definierten \u00d6sterreich als das erste Opfer der Hitlerschen Aggression und die Wiederherstellung seiner Unabh\u00e4ngigkeit als oberstes Ziel. Ebenso nahm es jedoch Staat und Bev\u00f6lkerung in die Pflicht, sich nach der Niederringung des Dritten Reichs f\u00fcr ihre Beteiligung an Krieg und Kriegsverbrechen zu verantworten.<br>Weiters sollten s\u00e4mtliche Ver\u00e4nderungen, die nach dem &#8222;Anschluss&#8220; eingetreten sind, null und nichtig und \u00d6sterreichs Grenzen von 1938 wiederhergestellt werden.<br>Interessant ist, dass Stalin sich bereits 1941 der Niederringung Deutschlands sicher war. Ende dieses Jahres begr\u00fc\u00dfte er Eden erstmals in Moskau und vertrat die Meinung, \u00d6sterreich sollte als unabh\u00e4ngiger Staat wiedererrichtet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Moskauer Deklaration von 1943 hei\u00dft es:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\"><em>\u00d6sterreich wird jedoch darauf aufmerksam gemacht, dass es f\u00fcr die Beteiligung am Kriege auf seiten Hitlerdeutschlands die Verantwortung tr\u00e4gt, der es nicht entgehen kann, und dass bei der endg\u00fcltigen Regelung unvermeidlich sein eigener Beitrag zu seiner Befreiung ber\u00fccksichtigt werden wird.<\/em><br><br>Bekanntmachung der Moskauer Deklaration, 30. Oktober 1943<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><br><span id=\"zwangsarbeit\"><strong>Zwangsarbeit in \u00d6sterreich<\/strong><\/span><\/h4>\n\n\n\n<p><br>In \u00d6sterreich befanden sich zwischen 1939 und Kriegsende hunderttausende Zwangsarbeiter. Die L\u00fccken, die zum Dienst an die Front berufene Arbeiter hinterlie\u00dfen, wurden sukzessive durch Zwangsarbeiter aufgef\u00fcllt.<\/p>\n\n\n\n<p>Versuchten die deutschen Beh\u00f6rden anfangs, freiwillige Arbeiter aus den besetzten Gebieten mit falschen Versprechungen nach Deutschland und \u00d6sterreich zu locken, so ging man im Laufe der Zeit immer mehr zu zwangsweiser Rekrutierung \u00fcber \u2013 viele zivile Fremdarbeiter wurden einfach hierher verschleppt.<\/p>\n\n\n\n<p>Im sp\u00e4teren Verlauf des Krieges fanden auch  Kriegsgefangene Verwendung im deutschen Arbeitsmarkt, letztendlich auch H\u00e4ftlinge aus Konzentrationslagern. Beispielsweise standen schon 1939 Tschechen und Slowaken in \u00d6sterreich im Arbeitseinsatz f\u00fcr die R\u00fcstungsproduktion beziehungsweise f\u00fcr den Bau von R\u00fcstungsfabriken.<br>Aus Vichy-Frankreich, dem nicht vom Dritten Reich besetzten, aber mit ihm kollaborierenden S\u00fcdteil Frankreichs, wurden etwa <a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?p=3301\" data-type=\"post\" data-id=\"3301\">600.000 Personen \u00fcber das &#8222;Service du travail obligatoire&#8220;<\/a> (STO) zur Arbeit nach Deutschland verpflichtet \u2013 einige von ihnen kamen auch nach \u00d6sterreich.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend westliche Kriegsgefangene und Fremdarbeiter in der Hierarchie der Zwangsarbeiter relativ gut gestellt waren, L\u00f6hne bekamen, versichert waren und sich teilweise frei bewegen konnten, waren Menschen aus dem Osten, Juden und J\u00fcdinnen und die als &#8222;Zigeuner&#8220; verunglimpften Sinti und Roma am unteren Ende der NS-Werteskala der Zwangsarbeiter zu finden. Sie wurden am schlechtesten behandelt, erhielten die niedrigsten \u201eL\u00f6hne\u201c, bekamen am wenigsten zu essen und durchlitten die schlimmsten Schikanen, die nicht selten zum Tode f\u00fchrten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ende 1944 befanden sich auf heutigem \u00f6sterreichischem Boden etwa 208.000 Kriegsgefangene, 580.000 zivile Fremdarbeiter und 55.000 ungarische Juden und J\u00fcdinnen. Weiters waren zwischen 1938 und Kriegsende etwa 200.000 H\u00e4ftlinge hier in Konzentrationslagern interniert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die meisten dieser <a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?p=12652\" data-type=\"post\" data-id=\"12652\">Menschen stammten aus den Ostgebieten<\/a> Polen, <a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?p=11604\" data-type=\"post\" data-id=\"11604\">Russland<\/a>, Ukraine und Wei\u00dfrussland. <strong>Ende September 1944<\/strong> befanden sich aus dem Generalgouvernement f\u00fcr die besetzten polnischen Gebiete und dem Bezirk Bialystok 106.000 Menschen, aus dem Protektorat B\u00f6hmen und M\u00e4hren 61.000, aus Frankreich 57.000, aus <a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?p=8480\">Italien<\/a> 49.000, aus <a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?p=3509\" data-type=\"post\" data-id=\"3509\">Jugoslawien<\/a> 33.000 und weitere Menschen aus kleineren Nationen auf dem Gebiet des heutigen \u00d6sterreich.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu diesem Zeitpunkt stellten diese Personen gemeinsam mit den f\u00fcr Zwangsarbeit herangezogenen Kriegsgefangenen, KZ-H\u00e4ftlingen, ungarischen Juden und J\u00fcdinnen, Sinti und Roma etwa 30 bis 33 Prozent aller Besch\u00e4ftigten der Alpen- und Donau-Reichsgaue. Sie kamen zum gr\u00f6\u00dften Teil in der Landwirtschaft, der R\u00fcstungsindustrie, im Baugewerbe und in der Eisen- und Stahlindustrie zum Einsatz.<\/p>\n\n\n\n<p>Anna Bondarenko, die als junge Frau ins Deutsche Reich verschleppt wurde, erz\u00e4hlt von ihren Erlebnissen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\"><em>1941 begann der Krieg, und die Deutschen kamen im Jahre 1942 in unsere Stadt <\/em>[Krasny Sulin, Russland]<em> \u2013 im selben Jahr, in dem auch mein Vater starb.<\/em><br><em>1942 kam ein Gemeindevertreter in unseren Hof und befahl mir, beim Ausheben von Sch\u00fctzengr\u00e4ben mitzuhelfen. Wir wurden am Bahnhof zusammengetrieben. Dort waren sehr viele Leute, vor allem Jugendliche, einige Erwachsene und so gut wie keine Alten. Man trug die Kleidungsst\u00fccke auf dem Leib, mit denen man das Haus verlassen hatte. Als wir alle am Bahnhof versammelt waren, teilte man uns mit, dass wir in der Stadt Sachty Sch\u00fctzengr\u00e4ben auszuheben h\u00e4tten. Als wir bereits mehr als zwei Stunden mit dem Zug unterwegs waren, kam uns dies seltsam vor.<\/em><br><em>Es stellte sich heraus, dass wir nicht nach Sachty, sondern nach Deutschland gebracht werden sollten. Doch dies war nicht m\u00f6glich, weil die Eisenbahnverbindung unterbrochen war und deshalb entschied man, uns nach \u00d6sterreich, in die Ortschaft Kalsdorf, zu f\u00fchren.<\/em><br><em>Wir wurden ausgeladen und hinter einen Stacheldraht gesteckt. In dieser Ortschaft gab es eine Fabrik, von der mich ein Vorarbeiter zu sich nahm, um N\u00e4gel zu verpacken und die P\u00e4ckchen in Waggons zu verladen. Den Weg zur Arbeit und von dort zur\u00fcck beschritten wir im Konvoi unter Bewachung.<\/em><br>[\u2026]<br><em>Doch dank der Hilfe der Ortsbewohner, die ihr Leben riskierten und uns \u2013 wo immer sie konnten \u2013 Nahrung zukommen lie\u00dfen, konnten wir \u00fcberleben.<\/em> <em>Wir arbeiteten bis zu dem Zeitpunkt, als unsere Soldaten ins Dorf kamen und uns befreiten.<\/em><br><br>Anna Bondarenko, ehemalige Zwangsarbeiterin bei Lapp-Finze<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><br><span id=\"luftkrieg\"><strong>Der H\u00f6hepunkt des Luftkriegs<\/strong><\/span><\/h4>\n\n\n\n<p><br>Die in der zweiten Jahresh\u00e4lfte 1943 beginnenden Luftangriffe auf Ziele in \u00d6sterreich erreichten <strong>1944 und 1945<\/strong> ihren zerst\u00f6rerischen H\u00f6hepunkt. <a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?p=4435\" data-type=\"post\" data-id=\"4435\">So gut wie alle gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dte wurden bombardiert<\/a>.<br>Die ersten Angriffe auf \u00f6sterreichische Gebiete flogen die Amerikaner noch von Nordafrika aus. Darunter fallen alle Anfl\u00fcge zwischen 13. August und 2. November 1943. W\u00e4hrend der Verlegung der Bomberverb\u00e4nde von Afrika nach Italien herrschte einige Wochen Ruhe bis die Luftangriffe ab 15. Dezember wieder einsetzten.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei gab es Unterschiede in der Durchf\u00fchrung:<br>Die britische Royal Air Force (RAF), die jahrelang deutsche St\u00e4dte bombardierte, stand f\u00fcr Nachteinfl\u00fcge und Fl\u00e4chenbombardements. So mancher Feuersturm in dicht bebauten deutschen Altst\u00e4dten war die Folge.<br>Die US-amerikanischen United States Army Air Forces (USAAF), von denen \u00d6sterreich haupts\u00e4chlich bombardiert wurde, setzten hingegen auf <a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?p=3819\" data-type=\"post\" data-id=\"3819\">Tagangriffe gegen konkrete Ziele<\/a>. H\u00e4tten die Briten die Federf\u00fchrung auch in \u00d6sterreich \u00fcbernommen, w\u00e4ren die Opferzahlen und der Grad der Zerst\u00f6rung noch h\u00f6her ausgefallen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Ziele der Luftangriffe waren Betriebe der R\u00fcstungsindustrie, wobei anfangs die Flugzeugproduktion ganz oben auf der Liste der Ziele stand und gegen Ende hin vor allem die Panzerproduktion ins Visier genommen wurde. In dieser Kategorie von Zielen standen vor allem Wiener Neustadt, Sankt Valentin sowie Wien, Kapfenberg, Leoben, Linz und weitere St\u00e4dte am Angriffsplan der amerikanischen Flieger.<br>1944 konzentrierten sich die Angriffe gegen &#8222;\u00d6lziele&#8220;, Treibstoffproduktion, Raffinerien und Tanklager wurden in Grund und Boden gebombt. Auf \u00f6sterreichischem Boden waren hier vor allem die gro\u00dfen Raffinerien bei Moosbierbaum, rund um Wien und in Linz betroffen.<br>Die dritte Kategorie stellten die strategischen Ziele dar, wo es galt, Verkehrsinfrastruktur zu zerst\u00f6ren, um Nachschub oder Verlegungen von Ger\u00e4t, Munition und Soldaten zu verhindern oder zu verz\u00f6gern. Diese Ziele gab es reichlich, vor allem aber waren Linz, Klagenfurt, Villach, Salzburg, Wels und Graz die leidtragenden St\u00e4dte.<\/p>\n\n\n\n<p>In Summe wurden etwa 20.000 \u00d6sterreicher Opfer des Luftkriegs, davon alleine in Wien 8.769. Weitere circa 15.000 nicht\u00f6sterreichische Opfer waren landesweit zu beklagen. Die Anzahl der Verwundeten belief sich auf 57.000.<br>\u00dcber 75.000 Wohnungen waren \u00f6sterreichweit durch die Luftangriffe zerst\u00f6rt worden. 6.000 Kilometer Eisenbahngleise waren unbefahrbar, was etwa der H\u00e4lfte des damaligen Eisenbahnnetzes entsprach.<br>Die Abschu\u00dfquote der Fliegerabwehr nimmt sich dagegen h\u00f6chst ineffizient aus. Um ein Flugzeug zu treffen, waren 3.343 Sch\u00fcsse der schweren Flak notwendig. Trotz dieser hohen Schusszahl konnte sie nur etwa 0,8 Prozent der Bomber abschie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die letzten strategischen Luftangriffe auf \u00f6sterreichische Gebiete fanden am <strong>25. April 1945<\/strong> auf Linz und Wels, am 26. April auf Villach, am 27. April auf Graz und am 1. Mai auf Salzburg statt.<\/p>\n\n\n\n<p>Einen einzelnen Bombenangriff gab es jedoch noch am <strong>8. Mai 1945<\/strong>. An diesem Tag waren amerikanische Einheiten von Ober\u00f6sterreich kommend nach Amstetten gesandt worden, um mit der Roten Armee F\u00fchlung aufzunehmen. Da die bedingungslose Kapitulation des Deutschen Reiches am 8. Mai, 23 Uhr, in Kraft treten sollte, befanden sich auch deutsche Einheiten dort, die sich m\u00f6glichst kampflos in den Westen absetzen wollten, um der Gefangennahme durch Sowjets zu entgehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige Minuten bevor die Rote Armee am Amstettner Hauptplatz eintraf, um sich mit den Amerikanern zu besprechen, er\u00f6ffneten russische Flugzeuge das Feuer auf die deutsch-amerikanische Milit\u00e4rversammlung am Hauptplatz, weil sie kurz zuvor von einer Flak beschossen worden waren. Einige Bomben zerst\u00f6rten den Platz und forderten noch am letzten Tag des Krieges 28 v\u00f6llig sinnlose Todesopfer unter den deutschen Soldaten, der Zivilbev\u00f6lkerung, den Fl\u00fcchtlingen, Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen, die sich dort aufhielten.<\/p>\n\n\n\n<p>Irmgard Schiel, eine Zeitzeugin, die in Salzburg den Bombenkrieg miterlebte, schildert ihre Erlebnisse so:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\"><em>Wir hatten damals in Salzburg einen sicheren Platz, das war ein Stollen in den M\u00f6nchsberg, mit 30 Metern Naturstein dar\u00fcber. Da sa\u00dfen die alten Leute immer schon davor, dann immer am Vormittag kamen die Bomber, und sind mit ihrem Stockerl gleich hinein gefl\u00fcchtet. Wir sind von etwas weiter weg hingekommen, ich mit dem Fahrrad, meine Eltern zu Fu\u00df. Drinnen war man also sicher. Aber man musste auch wieder heraus \u2013 und die Engl\u00e4nder wussten nat\u00fcrlich ganz genau von dem Stollen und haben Zeitbomben abgeworfen. Da hat man dann nie gewusst, wann die hochgehen w\u00fcrden. Wir sind damals bis zum letzten Tag immer vorsichtig nach Hause gegangen und haben um die Ecke geschaut, ob unser Haus noch steht.<\/em><br><br><em>Und eines Tages war im Garten ein gro\u00dfer Bombentrichter. Die Kommission f\u00fcr Bombensch\u00e4den hat darin mit langen Stangen herumgestochert und hat dann gemeint, dass es wahrscheinlich ein Blindg\u00e4nger ist. Aber kaum waren sie fertig und wieder im Haus, ist die Bombe doch explodiert, dass der halbe Garten durch die zersplitterten Fenster hereingeflogen ist. Wir mussten das alles wieder aus dem Haus hinausschaufeln. Das war ein riesiger Schreck.<\/em><br><em>Wir konnten uns in diesen letzten Kriegstagen auch nicht mehr ausziehen zum Schlafen. Wir haben uns angezogen aufs Sofa gelegt und geschlafen, solange es ging. Denn wenn die Sirene losgegangen ist, mussten wir wieder in den sicheren Stollen, zumal unser Haus zwischen Salzach und Bahnhof gestanden ist.<\/em><br><br>Irmgard Schiel, Zeitzeugin des Bombenkriegs<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><br><span id=\"rotearmee\"><strong>Die Rote Armee erreicht \u00d6sterreich<\/strong><\/span><\/h4>\n\n\n\n<p><br>Am <strong>29. M\u00e4rz 1945<\/strong> \u00fcberquerten die ersten Truppen der heranr\u00fcckenden Sowjetarmee die Grenze von Ungarn ins Burgenland. Die Panzer des IX. Garde-mech.-Korps gelangten bei Klostermarienberg auf damaliges Reichsgebiet. Ihr weiterer Weg an diesem Tag f\u00fchrte sie \u00fcber Mannersdorf bis kurz vor D\u00f6rfl sowie \u00fcber Rattersdorf und Lockenhaus nach Hochstra\u00df und Pilgersdorf, wobei sie bei Lockenhaus auf deutschen Widerstand stie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><br><span id=\"kampfwien\"><strong>Der Kampf um Wien<\/strong><\/span><\/h4>\n\n\n\n<p><br>Schon etwa eine Woche danach begann die <a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?p=8372\" data-type=\"post\" data-id=\"8372\">Schlacht um Wien<\/a>. Von <strong>5. bis 13. April 1945<\/strong> f\u00fchrten deutsche <a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?p=12659\" data-type=\"post\" data-id=\"12659\">Einheiten der Wehrmacht und SS einen Abwehrkampf gegen die Rote Armee<\/a>, der zehntausende Opfer und unz\u00e4hlige Sch\u00e4den an Geb\u00e4uden hinterlie\u00df.<br>Eine kampflose \u00dcbergabe der Stadt, die von Carl Szokolls milit\u00e4rischer Widerstandsgruppe organisiert wurde, vereitelten linientreue Milit\u00e4rs, die die Vorbereitungen bemerkten. In der Folge wurden die Offiziere Karl Biedermann, Alfred Huth und Rudolf Raschke standrechtlich zum Tode verurteilt und am 8. April am Floridsdorfer Spitz erh\u00e4ngt. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><br><span id=\"renner\"><strong>Die \u00f6sterreichische Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung und die Provisorische Staatsregierung unter Karl Renner<\/strong><\/span><\/h4>\n\n\n\n<p><br>Der <strong>27. April 1945<\/strong> kennzeichnete das Ende des Nationalsozialismus in \u00d6sterreich, genauer gesagt vorerst im Osten des Landes. An diesem Tag unterzeichneten die drei Gr\u00fcndungsparteien der Zweiten Republik, SP\u00d6, \u00d6VP und KP\u00d6, die \u00f6sterreichische Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung \u2013 der &#8222;Anschluss&#8220; von 1938 wurde damit f\u00fcr null und nichtig erkl\u00e4rt. Dies war schon in der &#8222;Moskauer Deklaration&#8220; als wichtigster Punkt festgehalten worden.<\/p>\n\n\n\n<p>Am gleichen Tag trat auch die &#8222;Provisorische Staatsregierung Renner&#8220; in Kraft, die bis zum Wiedereinsetzen des Bundesverfassungsgesetzes von 1929 im Amt blieb. Staatskanzler, die damalige Bezeichnung f\u00fcr &#8222;Bundeskanzler&#8220;, war wie schon zu Beginn der Ersten Republik Karl Renner.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihm wurde von Stalin das Vertrauen ausgesprochen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\"><em>1) KARL RENNER ist Vertrauen zu erweisen.<br>2) Ihm ist mitzuteilen, dass ihm die Kommandantur der Sowjetischen Streitkr\u00e4fte bei der Wiederherstellung der demokratischen Ordnung in \u00d6STERREICH Unterst\u00fctzung gew\u00e4hren wird.<\/em><br><em>3) Ihm ist mitzuteilen, dass die sowjetischen Streitkr\u00e4fte die Grenzen \u00d6STERREICHS nicht zwecks Besetzung des Staatsgebiets \u00d6STERREICHS \u00fcberschritten haben, sondern um die faschistischen Besatzer aus \u00d6STERREICH zu vertreiben.<\/em><br><br>Stalin, 1945<\/p>\n\n\n\n<p>Eine der ersten wichtigen Handlungen Renners war die Wiedereinf\u00fchrung der Demokratie, die w\u00e4hrend der letzten zw\u00f6lf Jahre so gelitten hatte. Mit <strong>1. Mai 1945<\/strong> wurde ein Verfassungsgesetz in Kraft gesetzt, das dem Nationalsozialismus nun auch auf rechtlicher Ebene ein Ende setzte:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\"><em>\u00a71. (1) \u00d6sterreich wird wieder als eine demokratische Republik eingerichtet.<\/em><br><br>Bundesverfassungsgesetz vom 1. Mai 1945<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><br><span id=\"westalliierte\"><strong>Auch die Westalliierten erreichen \u00d6sterreich<\/strong><\/span><\/h4>\n\n\n\n<p><br>Das Kriegsende war nun schon in greifbarer N\u00e4he.<br>Am <strong>28. April 1945<\/strong> erreichten die Amerikaner \u00f6sterreichisches Gebiet \u00fcber die Tiroler Grenze. Einheiten stie\u00dfen bei Vils nahe Reutte, s\u00fcdlich von Pfronten bei Steinach und \u00fcber den Fernpass ins Inntal vor, wobei es am letztgenannten Ort das heftigste Gefecht auf Tiroler Boden gab, dem sowohl auf amerikanischer als auch auf deutscher Seite etwa 100 Soldaten zum Opfer fielen.<br>Dank einer zwar chaotischen, dennoch erfolgreichen \u00dcbernahme der Stadt Innsbruck durch die Widerstandsbewegung erfolgten hier keine Kampfhandlungen. Am <strong>3. Mai 1945<\/strong> war Innsbruck befreit und von Amerikanern besetzt worden.<\/p>\n\n\n\n<p>Franzosen und Marokkaner betraten erstmals am <strong>29. April 1945<\/strong> in Vorarlberg bei Hohenweiler \u00f6sterreichischen Boden. Bregenz wurde, da die Deutschen ein Ultimatum verstreichen lie\u00dfen, am 1. Mai von franz\u00f6sischen und marokkanischen Truppen angegriffen und innerhalb eines Tages besetzt. Die K\u00e4mpfe in Vorarlberg dauerten bis 6. Mai.<\/p>\n\n\n\n<p>Am <strong>30. April<\/strong> \u00fcberschritten die Amerikaner nun auch die Grenze in Ober\u00f6sterreich im Bereich des M\u00fchlviertels bei Kollerschlag. Zuvor gab es in dieser Zone nur einen kurzen Vorsto\u00df einer Panzer-Divison am 26. April. Bis 3. Mai erreichten die US-Truppen Neufelden und Haslach. Ab 2. Mai stie\u00dfen die Amerikaner auch s\u00fcdlich der Donau bis Wels und V\u00f6cklabruck vor. Am 5. Mai besetzten sie Linz nach \u00dcberwindung geringer Gegenwehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch das Bundesland Salzburg wurde in diesen Tagen erstmals von US-Truppen betreten, n\u00e4mlich am <strong>3. Mai 1945<\/strong>. Nur wenige Stunden zuvor stie\u00dfen auch franz\u00f6sische Einheiten im Verband einer amerikanischen Armee bei Hallein auf \u00f6sterreichisches Gebiet vor.<br>Aufgrund unterschiedlicher Interessen zwischen verschiedenen deutschen Truppenk\u00f6rpern, die zwischen \u00dcbergabe und Abwehrkampf schwankten, wurde Salzburg noch einige Zeit von den Amerikanern beschossen, ehe die Stadt am <strong>4. Mai 1945<\/strong> besetzt werden konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Und auch im S\u00fcden erreichten alliierte Truppen \u00d6sterreich. Britische Verb\u00e4nde betraten am <strong>8. Mai 1945<\/strong> K\u00e4rntner Boden und besetzten Klagenfurt kampflos, nachdem sich dort bereits eine provisorische Landesregierung gebildet hatte. Zuvor hatten sich die Briten mit den jugoslawischen Partisanen ein Rennen geliefert, wer von beiden zuerst das Territorium besetzen und somit Gebietsforderungen stellen konnte. Die Briten entschieden dieses Rennen nur um Stunden f\u00fcr sich. Die Jugoslawen wurden einige Tage danach unter sowjetischen Befehl gestellt und mussten nach Slowenien zur\u00fcckgehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Graz war zwar in den letzten Kriegstagen noch teilweise vermint und auf den Kampf gegen die Rote Armee vorbereitet worden, doch kam es nicht dazu. Die sowjetischen Truppen hielten \u00f6stlich von Graz die Stellung, der Hauptteil ihrer Verb\u00e4nde r\u00fcckte gen Wien weiter.<br>Am 8. Mai wurde die nationalsozialistische Stadtf\u00fchrung abgesetzt und Graz in der Nacht vom <strong>8. auf den 9. Mai 1945<\/strong> nach Abzug der deutschen Truppen kampflos von der Roten Armee besetzt, die im Juli den Platz f\u00fcr die Briten r\u00e4umte.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><br><span id=\"kapitulation\"><strong>Die bedingungslose Kapitulation der Deutschen Wehrmacht<\/strong><\/span><\/h4>\n\n\n\n<p><br>Der <strong>8. Mai 1945<\/strong> war nun der Tag, an dem zumindest am Papier wieder Ruhe in Europa einkehrte \u2013 der Zweite Weltkrieg war um 23:01 Uhr durch die <a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?page_id=490#kapitulation\">bedingungslose Kapitulation <\/a>der Wehrmacht <a href=\"https:\/\/www.worteimdunkel.at\/?p=6713\" data-type=\"post\" data-id=\"6713\">zu Ende<\/a> gegangen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\"><em>1. Wir, die hier Unterzeichneten, handelnd in Vollmacht fuer und im Namen des Oberkommandos der Deutschen Wehrmacht, erklaeren hiermit die bedingungslose Kapitulation aller am gegenwaertigen Zeitpunkt unter deutschem Befehl stehenden oder von Deutschland beherrschten Streitkraefte auf dem Lande, auf der See und in der Luft gleichzeitig gegenueber dem Obersten Befehlshaber der Alliierten Expeditions Streitkraefte und dem Oberkommando der Roten Armee.<\/em><br><br>Kapitulationserkl\u00e4rung, 1. Absatz<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-button aligncenter\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"http:\/\/www.worteimdunkel.at\/?page_id=453\">1938 nach dem &#8222;Anschluss&#8220;<\/a><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-button aligncenter\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"http:\/\/www.worteimdunkel.at\/?page_id=459\">Besatzungszeit bis 1955<\/a><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-button aligncenter is-style-outline is-style-outline--1\"><a class=\"wp-block-button__link has-text-color has-background\" href=\"http:\/\/www.worteimdunkel.at\/?page_id=1343\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\">Seitenanfang<\/a><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><br><span id=\"literatur1939\">Literatur<\/span><\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><br>Quellen<\/h3>\n\n\n\n<p>Mikrofilmbest\u00e4nde der Fachbereichsbibliothek f\u00fcr Zeitgeschichte der Universit\u00e4t Wien:<br>MF T-77, Rolle 747\/1980420 (Fliegerangriff auf Aluminiumwerk Ranshofen)<br>MF T-77, Rolle 747\/1980428 (Englischer Sperrballon \u00fcber Wien)<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><br>Druckwerke<\/h3>\n\n\n\n<p>Michael <em>Foedrowitz<\/em>, Bunkerwelten. Luftschutzanlagen in Norddeutschland (Augsburg 2011)<\/p>\n\n\n\n<p>Marcello <em>La Speranza<\/em>, Begegnungen. NS- und Kriegsspuren in Wien, Expeditionen, Hinterlassenschaften, Zeitzeugen, Bd. 1 (Wien 2015)<\/p>\n\n\n\n<p>Marcello <em>La Speranza<\/em>, Flakturm-Arch\u00e4ologie. Ein Fundbuch zu den Wiener Festungsbauwerken (Berlin 2012)<\/p>\n\n\n\n<p>Marcello <em>La Speranza<\/em>, Der zivile Luftschutz in \u00d6sterreich 1919\u20131945. In: Republik \u00d6sterreich, Bundesminister f\u00fcr Landesverteidigung (Hg.), Kuckucksruf und Luftschutzgemeinschaft. Der Luftschutz der Zwischenkriegszeit \u2013 Avantgarde der modernen ABC-Abwehr und des zivilen Luftschutzes (Schriftenreihe ABC-Abwehrzentrum 8, Korneuburg 2019)<\/p>\n\n\n\n<p>Peter <em>Longerich<\/em>, Wannseekonferenz. Der Weg zur &#8222;Endl\u00f6sung&#8220; (M\u00fcnchen 2016)<\/p>\n\n\n\n<p>Alois <em>Niederst\u00e4tter<\/em>, Geschichte \u00d6sterreichs (Stuttgart 2007)<\/p>\n\n\n\n<p>Manfried <em>Rauchensteiner<\/em>, Der Krieg in \u00d6sterreich 1945 (Wien 2015)<\/p>\n\n\n\n<p>Ralf Georg <em>Reuth<\/em>, Kurze Geschichte des Zweiten Weltkriegs (Berlin 2018)<\/p>\n\n\n\n<p>Gerald <em>Stourzh<\/em>, Geschichte des Staatsvertrages 1945\u20131955. \u00d6sterreichs Weg zur Neutralit\u00e4t (Graz 1980)<\/p>\n\n\n\n<p>Karl <em>Vocelka<\/em>, Geschichte \u00d6sterreichs. Kultur \u2013 Gesellschaft \u2013 Politik (M\u00fcnchen 2009)<\/p>\n\n\n\n<p>ARGE Zeitspr\u00fcnge, &#8222;Fr\u00fchlingssturm&#8220;. Ein F\u00fchrer-Hauptquartier in Nieder\u00f6sterreich, M\u00f6nichkirchen, 12. bis 25. April 1941 (Berndorf 2013)<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><br>Internet<\/h3>\n\n\n\n<p>Wilfried <em>Beimrohr<\/em>, Das Kriegsende 1945 in Tirol, PDF online unter:<br><a href=\"https:\/\/www.tirol.gv.at\/fileadmin\/themen\/kunst-kultur\/landesarchiv\/downloads\/kriegsende1945.PDF\">https:\/\/www.tirol.gv.at\/fileadmin\/themen\/kunst-kultur\/landesarchiv\/downloads\/kriegsende1945.PDF<\/a> (21. Oktober 2019)<\/p>\n\n\n\n<p>Heinz <em>Berger<\/em>, Zwangsarbeit in KZ-Nebenlagern f\u00fcr die deutsche R\u00fcstungsindustrie (Vortragsank\u00fcndigung), online auf der Website des Ludwig Boltzmann Institute for Digital History unter:<br><a href=\"https:\/\/geschichte.lbg.ac.at\/2019\/zwangsarbeit-kz-nebenlagern-fur-deutsche-rustungsindustrie\">https:\/\/geschichte.lbg.ac.at\/2019\/zwangsarbeit-kz-nebenlagern-fur-deutsche-rustungsindustrie<\/a> (20. Oktober 2019)<\/p>\n\n\n\n<p>Interview mit Florian <em>Freund<\/em>, PDF online unter:<br><a href=\"http:\/\/www.demokratiezentrum.org\/fileadmin\/media\/pdf\/zwangsarbeit_1.pdf\">http:\/\/www.demokratiezentrum.org\/fileadmin\/media\/pdf\/zwangsarbeit_1.pdf<\/a> (20. Oktober 2019)<br>Printquelle: Forum politische Bildung (Hg.), Wieder gut machen? Enteignung, Zwangsarbeit, Entsch\u00e4digung, Restitution (Wien\/Innsbruck 1999), S. 46\u201353.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieter J. <em>Hecht<\/em>, Eleonore <em>Lappin-Eppel<\/em>, Michaela <em>Raggam-Blesch<\/em>, Topographie der Shoah, Deportationen, online unter:<br><a href=\"http:\/\/www.topographie-der-shoah.at\/deportationen.html\">http:\/\/www.topographie-der-shoah.at\/deportationen.html<\/a> (14. Oktober 2019)<\/p>\n\n\n\n<p>Gerold <em>Keusch<\/em>, Das Alpenvorland im Fr\u00fchjahr 1945, mit elf Kapiteln online unter:<br><a href=\"https:\/\/www.truppendienst.com\/themen\/beitraege\/artikel\/das-alpenvorland-im-fruehjahr-1945-2\/#page-1\">https:\/\/www.truppendienst.com\/themen\/beitraege\/artikel\/das-alpenvorland-im-fruehjahr-1945-2\/#page-1<\/a> (21. Oktober 2019)<\/p>\n\n\n\n<p>Michael <em>Rosecker<\/em>, Gr\u00fcnder einer erfolgreichen Republik \u2013 die Zweite Republik, Aufbruch aus der Katastrophe, online unter:<br><a href=\"https:\/\/www.rennermuseum.at\/zweite-rep.htm\">https:\/\/www.rennermuseum.at\/zweite-rep.htm<\/a> (21. Oktober 2019)<\/p>\n\n\n\n<p>Martin <em>Rosenkranz<\/em>, Dr\u00f6hnender Himmel \u2026 Luftkrieg \u00fcber der &#8222;Ostmark&#8220;, mit einigen Unterkapiteln online unter:<br><a href=\"http:\/\/www.airpower.at\/news03\/0813_luftkrieg_ostmark\/index.html\">http:\/\/www.airpower.at\/news03\/0813_luftkrieg_ostmark\/index.html<\/a> (20. Oktober 2019)<\/p>\n\n\n\n<p>Austria-Forum, \u00d6sterreich 1938\u20131945, online unter:<br><a href=\"https:\/\/austria-forum.org\/af\/AEIOU\/%C3%96sterreich_1938-1945\">https:\/\/austria-forum.org\/af\/AEIOU\/%C3%96sterreich_1938-1945<\/a> (14. Oktober 2019)<\/p>\n\n\n\n<p>Austria-Forum, Weltkrieg, Zweiter, 1939\u20131945, online unter:<br><a href=\"https:\/\/austria-forum.org\/af\/AEIOU\/Weltkrieg%2C_Zweiter\">https:\/\/austria-forum.org\/af\/AEIOU\/Weltkrieg%2C_Zweiter<\/a> (14. Oktober 2019)<\/p>\n\n\n\n<p>Bezirksmuseum 1060 Wien, 1914. Die Versorgungslage im 1. Weltkrieg (2014), PDF online unter:<br><a href=\"http:\/\/www.bezirksmuseum.at\/de\/bezirksmuseum_6\/bezirksmuseum\/geschichtstexte\/contentfiles\/641\/Bezirke\/Bezirk-06\/1914_-_Text_29.09.2015.pdf\">http:\/\/www.bezirksmuseum.at\/de\/bezirksmuseum_6\/bezirksmuseum\/geschichtstexte\/contentfiles\/641\/Bezirke\/Bezirk-06\/1914_-_Text_29.09.2015.pdf<\/a> (11. Oktober 2019)<\/p>\n\n\n\n<p>Dokumentationsarchiv des \u00f6sterreichischen Widerstands, Vernichtungslager Maly Trostinec, mit Unterkapiteln online unter:<br><a href=\"http:\/\/www.doew.at\/erinnern\/fotos-und-dokumente\/1938-1945\/vernichtung-deportationen-nach-maly-trostinec-1942\/vernichtungsort-maly-trostinec\">http:\/\/www.doew.at\/erinnern\/fotos-und-dokumente\/1938-1945\/vernichtung-deportationen-nach-maly-trostinec-1942\/vernichtungsort-maly-trostinec<\/a> (18. Oktober 2019)<\/p>\n\n\n\n<p>Haus der Geschichte \u00d6sterreich, Helmut <em>Konrad<\/em>, Moskauer Deklaration, online unter:<br><a href=\"https:\/\/www.hdgoe.at\/moskauer-deklaration\">https:\/\/www.hdgoe.at\/moskauer-deklaration<\/a> (20. Oktober 2019)<br>bzw.<br><a href=\"https:\/\/www.hdgoe.at\/CMS\/items\/uploads\/Website\/module_image\/Moskauer_Deklaration.jpg\">https:\/\/www.hdgoe.at\/CMS\/items\/uploads\/Website\/module_image\/Moskauer_Deklaration.jpg<\/a> (20. Oktober 2019)<\/p>\n\n\n\n<p>\u00d6sterreichisch-Russische Gesellschaft Steiermark, Interview mit dem ehemaligen Sowjetoffizier und ersten provisorischen  Kommandanten von Graz, Jampolskij, online unter:<br><a href=\"https:\/\/oerg.or.at\/kriegsende-graz\/\">https:\/\/oerg.or.at\/kriegsende-graz\/<\/a> (21. Oktober 2019)<\/p>\n\n\n\n<p>Steierm\u00e4rkisches Landesarchiv, Die Steiermark im Bombenhagel, online unter:<br><a href=\"http:\/\/www.landesarchiv.steiermark.at\/cms\/beitrag\/12461070\/77967720\/\">http:\/\/www.landesarchiv.steiermark.at\/cms\/beitrag\/12461070\/77967720\/<\/a> (14. Oktober 2019)<\/p>\n\n\n\n<p>Wien Geschichte Wiki, Luftkrieg, online unter:<br><a href=\"https:\/\/www.geschichtewiki.wien.gv.at\/Luftkrieg\">https:\/\/www.geschichtewiki.wien.gv.at\/Luftkrieg<\/a> (20. Oktober 2019)<\/p>\n\n\n\n<p>Wien Geschichte Wiki, Luftschutzbunker, online unter:<br><a href=\"https:\/\/www.geschichtewiki.wien.gv.at\/Luftschutzbunker\">https:\/\/www.geschichtewiki.wien.gv.at\/Luftschutzbunker<\/a> (20. Oktober 2019)<\/p>\n\n\n\n<p>Yad Vashem Internationale Holocaust-Gedenkst\u00e4tte, \u00dcber den Holocaust (mit zahlreichen Unterseiten), online unter:<br><a href=\"https:\/\/www.yadvashem.org\/de\/holocaust\/about.html\">https:\/\/www.yadvashem.org\/de\/holocaust\/about.html<\/a> (16. Oktober 2019)<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><br>Zitate<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Kriegstagebuch der R\u00fcstungsinspektion XVII von 1. Juli bis 30. September 1940, Eintrag vom 7. September 1940:<br>Mikrofilmbest\u00e4nde der Fachbereichsbibliothek f\u00fcr Zeitgeschichte der Universit\u00e4t Wien:<br>MF T-77, Rolle 747\/1980420 (Fliegerangriff auf Aluminiumwerk Ranshofen).<\/li><li>Hans Baur [1993]: Hans <em>Baur<\/em>, Mit M\u00e4chtigen zwischen Himmel und Erde (Coburg 1993), zitiert nach: ARGE Zeitspr\u00fcnge, &#8222;Fr\u00fchlingssturm&#8220;. Ein F\u00fchrer-Hauptquartier in Nieder\u00f6sterreich, M\u00f6nichkirchen, 12. bis 25. April 1941 (Berndorf 2013), Seiten 33\u201337.<\/li><li>Besprechungsprotokoll der Wannseekonferenz vom 20. Januar 1942: Peter <em>Longerich<\/em>, Wannseekonferenz. Der Weg zur &#8222;Endl\u00f6sung&#8220; (M\u00fcnchen 2016), Seiten 106 und 108.<\/li><li>T\u00e4tigkeitsbericht des II. Zugs des Bataillons der Waffen-SS z.b.V. (Gruppe Arlt) in Minsk [17. Mai 1942]: Dokumentationsarchiv des \u00f6sterreichischen Widerstands, Vernichtungsort Maly Trostinec, online unter:<br><a href=\"http:\/\/www.doew.at\/erinnern\/fotos-und-dokumente\/1938-1945\/vernichtung-deportationen-nach-maly-trostinec-1942\/vernichtungsort-maly-trostinec\">http:\/\/www.doew.at\/erinnern\/fotos-und-dokumente\/1938-1945\/vernichtung-deportationen-nach-maly-trostinec-1942\/vernichtungsort-maly-trostinec <\/a>(18. Oktober 2019)<br>bzw.<br><a href=\"http:\/\/www.doew.at\/cms\/download\/fjufg\/17062_taetigkeitsbericht_170542.pdf\">http:\/\/www.doew.at\/cms\/download\/fjufg\/17062_taetigkeitsbericht_170542.pdf<\/a> (18. Oktober 2019)<\/li><li>Kriegstagebuch der R\u00fcstungsinspektion XVIII von April bis Juni 1944, Eintrag vom 22. Mai 1944:<br>Mikrofilmbest\u00e4nde der Fachbereichsbibliothek f\u00fcr Zeitgeschichte der Universit\u00e4t Wien:<br>MF T-77, Rolle 741\/1971222 (Verlagerung der Zahnradfabrik Friedrichshafen in eine Steinbruchh\u00f6hle bei Hohenems, Spionage durch Liechtenstein und die Schweiz)<\/li><li>\u00d6sterreich1918plus, Zentrale Kriegsjahre und Blick in die Zukunft, online unter:<br><a href=\"http:\/\/www.politik-lexikon.at\/oesterreich1918plus\/1942\/\">http:\/\/www.politik-lexikon.at\/oesterreich1918plus\/1942\/<\/a> (28. Oktober 2019)<\/li><li>Anna Bondarenko, ehemalige Zwangsarbeiterin bei Lapp-Finze: Stefan <em>Karner<\/em>, Peter <em>Ruggenthaler<\/em>, Barbara <em>Stelzl-Marx<\/em> (Hg.), NS-Zwangsarbeit in der R\u00fcstungsindustrie. Die Lapp-Finze AG in Kalsdorf bei Graz 1939 bis 1945 (Graz 2004), Seiten 217\u2013219, online unter:<br><a href=\"https:\/\/www.bik.ac.at\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Blau_08_Lapp-Finze.pdf\">https:\/\/www.bik.ac.at\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Blau_08_Lapp-Finze.pdf<\/a> (28. Oktober 2019)<\/li><li>Irmgard Schiel, Zeitzeugin des Bombenkriegs: Zeitzeugeninterview Irmgard Schiel, &#8222;Ein paar Minuten fr\u00fcher, und alle w\u00e4ren tot gewesen&#8220;. In: Wiener Zeitung, Dossiers, Kriegsende 1945 \u2013 Zeitzeugen erz\u00e4hlen, online unter:<br><a href=\"https:\/\/www.wienerzeitung.at\/dossiers\/kriegsende-1945-zeitzeugen-erzaehlen\/749109-Ein-paar-Minuten-frueher-und-alle-waeren-tot-gewesen.html\">https:\/\/www.wienerzeitung.at\/dossiers\/kriegsende-1945-zeitzeugen-erzaehlen\/749109-Ein-paar-Minuten-frueher-und-alle-waeren-tot-gewesen.html<\/a> (28. Oktober 2019)<\/li><li>Stalin [1945]: Telegramm von Stalin von Anfang April 1945, online unter:<br><a href=\"https:\/\/www.rennermuseum.at\/index_htm_files\/9613.jpg\">https:\/\/www.rennermuseum.at\/index_htm_files\/9613.jpg<\/a> (21. Oktober 2019)<\/li><li>Bundesverfassungsgesetz vom 1. Mai 1945: PDF online unter:<br><a href=\"https:\/\/www.ris.bka.gv.at\/Dokumente\/BgblPdf\/1945_8_0\/1945_8_0.pdf\">https:\/\/www.ris.bka.gv.at\/Dokumente\/BgblPdf\/1945_8_0\/1945_8_0.pdf<\/a> (21. Oktober 2019), Seite 8.<\/li><li>Kapitulationserkl\u00e4rung: online unter:<br><a href=\"https:\/\/www.hdg.de\/lemo\/bestand\/objekt\/dokument-kapitulationserklaerung.html\">https:\/\/www.hdg.de\/lemo\/bestand\/objekt\/dokument-kapitulationserklaerung.html<\/a> (22. Oktober 2019)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-button aligncenter is-style-outline is-style-outline--2\"><a class=\"wp-block-button__link has-text-color has-background\" href=\"http:\/\/www.worteimdunkel.at\/?page_id=1343\" style=\"background-color:#134413;color:#ffffff\">Seitenanfang<\/a><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zweiter Weltkrieg. Vom Kriegsbeginn bis zur Kapitulation Zwischen 1. September 1939 und 8. Mai 1945 brannten Europa, Nordafrika und Teile Asiens im Feuer des Zweiten Weltkriegs. \u00dcber 60 Millionen Tote forderte dieser weitreichendste Krieg der Menschheitsgeschichte, bis er in Europa mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands endete. 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